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2010/02/19 11:40 Weltumsegelung
Unsere Generation hat es ja wirklich gut. Es bleibt noch abzuwarten, wie die Lebenserwartung unserer Nachfahren in Anbetracht des Wandels der Ernährungsgewohnheiten sich weiterentwickelt, ob die Allgemeinbildung in die vergeßliche Cloud outgesourced wird, mit was unsere Enkel bezahlen werden, wenn sich das mit dem Geld als Irrweg herausgestellt hat, ob die religiösen Hetzer des Finanzextremismus, des Lebensanschauungshomogenismus und der bürgerlichen Zwangstransparenzmachung es schaffen, die Kohorten aufeinander loszuhetzen und natürlich, wie lange wir noch auf genügend fermentierte Dinokäkel zurückgreifen können, um unsere privilegierten Gesäße auf transkontinentale Entdeckungsreisen jetten zu lassen.
Und just dies habe ich mir vorgenommen, bevor das Benutzen des Luftraums nur noch wenigen Benzinhortern möglich sein wird: Eine empirische Untersuchung, ob die Erde tatsächlich rund ist. Dazu werde ich darauf achten, mich auch wirklich nur ostwärts zu bewegen und dabei Zwischenstops an den Orten der Welt machen, an denen ich strategisch gute Freunde stationiert habe. Natürlich ist die gesamte Reise komplett uneigennützig! Als ausgewiesener Verehrer und Förderer von Krtek ist es meine Aufgabe, seine geopolitische Bildung voranzutreiben und in Bildern zu dokumentieren. Dazu nehme ich die Strapazen der Reise tapfer in Kauf.
Der erste Reisebericht über die überraschend kühle erste Station meiner Reise folgt.
2009/07/09 18:40 Der Zensurbegriff
Zwischenfrage: Ede in Singsing bekommt ja seine Briefe immer erst, nachdem Karl-Heinz Redlich einen kurzen Blick dreingeworfen hat, Bedenkliches geschwaerzt und Kassiber komplett kassiert hat. Wie heisst die Taetigkeit, die Kalle dort ausuebt?
Nun stelle man sich mal vor, man saesse gar nicht ein, aber trotzdem gaebe es da einen Kalle, den man fuer jedes bisschen Text, das man lesen oder schreiben wollte, vorher fragen muesste. Der wuerde dann in einem dicken Katalog waelzen, ob das seine Ordnung haette. Und wenn er keine Bedenken haette, duerfte man die Information konsumieren oder niederlegen. Richtig: Auch das ist Zensur.
In letzter Zeit hoeren wir, auch von eigentlich gebildeten Menschen, dass die Web-Sperren keine Zensur seien. So argumentierte Heinrich Wefing in der aktuellen Zeit, dass das "Eine Zensur findet nicht statt" aus dem Grundgesetz ja im Konsens als "eine Vorzensur findet nicht statt" ausgelegt werden muesse. Somit sei das Ausfiltern einmal als unrecht erkannten Materials keine Zensur mehr.
Meines Erachtens nach war dieser Konsens jedoch eine blosse Verneigung vor der Realitaet, dass es bis dato technisch schlicht unmoeglich gewesen ist, auf der Konsumentenseite mit der Zensur anzusetzen. Die Moeglichkeit, Druckwerke in grosser Zahl zu verfielfaeltigen, war einigen grossen Spielern vorbehalten, die im Zweifel zusammengerufen und kontrolliert werden konnten. Man konnte frei publizieren und konnte als Verantwortlicher fuer Druckerzeugnisse, die strafrechtliche Konsequenzen nach sich zogen, belangt werden.
Neu ist, dass nun nicht mehr die Publikation, sondern die Rezeption jedes Werks im Internet ueberwacht und im Zweifel zensiert oder gar sanktioniert werden soll. Im Netz muss man fuer foermlich jedes Informationszipfelchen die Nameserverinfrastruktur bemuehen. Pro geklickter Webseite koennen das schnell mehrere dutzend Anfragen sein. Und genau bei den Nameservern setzt das Gesetz eine Armada von Kalles an seinen individuellen Index Librorum Prohibitorum.
Man kann sich die Tragweite dieser Massnahme in die reale Welt uebertragen kaum vorstellen. In allen Bibliotheken und Buchhandlungen muesste man mit dem Buch, das man gerade kaufen moechte, noch vor der Kasse bei Kalle vorbei und haette mit Sanktionen zu rechnen, hielte man das falsche Buch in der Hand. Doch die Analogie fuer das Netz-Sinnesorgan "Browser" ist hier noch zu duerftig: Allein das Betrachten von Buechern im Schaufenster der Buchhandlung, das kurzfristige Aufflackern eines Plakats an einer Litfasssaeule schon waere eigentlich einer Erlaubnis beduerftig.
Nun ist das Zensurgesetz also um Magnituden monstroeser als alles, was bisher unter dem Begriff "Zensur" durch unsere Kulturgeschichte humpelte. In Ermangelung eines drastischeren Begriffs fuer dieses Ungetuem sei es jedoch erlaubt, vorerst den noch harmloseren Ausdruck zu verwenden.
2009/07/01 22:43 Papieraequivalente Authentizitaet
Fuer den durchschnittlichen Bildungsbuerger sind memory holes ein Haushaltsbegriff. In digitalen Medien geht das mit dem "schnell was unbehauptet machen" noch schneller. Binsenweisheit, ich weiss. Trotzdem eine kurze Veranschaulichung.
Jedem Computerbesitzer, der schon einmal ein Bildbearbeitungsprogramm geoeffnet hat, sollten Nachrichten der Art, dass Filesharer anhand von Bildschirmausdrucken des p2p-Tools auf dem Rechner von Strafverfolgern – oder schlimmer gar: privater Rechteverwerter – Strafanzeigen kassiert haben, zumindest ein Stirnrunzeln hervorlocken.
Verweise der Art "http://test.com/seite.html abgerufen am 24.12.1978" machen dann Sinn, wenn web.archive.org dort just zu diesem Tag vorbeigekommen ist und von der /robots.txt nicht ausgeladen wurde. So rechte Beweiskraft, eventuell gar im juristischen Sinne, duerfte aber auch web.archive.org nicht geniessen. Das auch, obwohl diese Quelle fuer mich plausibel genug als neutral gilt.
Eine Nachricht im Papier-SPIEGEL kann ich auch Jahre spaeter noch als Quelle oder Beleg in Papierform aus meinem Keller wieder hervorkramen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir in der Druckerei meiner Wahl einen eigenen SPIEGEL gefaelscht habe, ist gering. Zur Not liegt ein Pflichtexemplar aller ernstzunehmenden Publikationen bei der Staatsbibliothek als Referenz.
Anders bei SPIEGEL Online. Einige Autoren sind dafuer beruehmt, dutzende Revisionen eines Artikels in hoher Frequenz zu "updaten". Nachvollziehbar ist ja noch, dass sie – seit sie den Lektor abgeschafft haben – dauernd Rechtschreib- und Grammatikprobleme korrigieren muessen. Wir sehen aber in letzter Zeit den Trend, kommentarlos einst Behauptetes zu entfernen, Ueberschriften abzumildern oder zu verschaerfen. Andere Zeitungen ziehen gar ganze Artikel zurueck. Wenn man Glueck hat, findet man diese noch in seinem Browsercache. Den Beweis zu fuehren, dass dieses elektronische Dokument auch wirklich vom Server der Zeitung geladen wurde, wird dem Leser aber schwerfallen.
Nun ist ja nachzuvollziehen, dass die (Online-)Magazine nicht ALLE Ausgaben umsonst ALLEN zur Zitatspruefung zur Verfuegung zu stellen wollen. Ich will aber dasselbe Mass an Nachvollziehbarkeit und Belegbarkeit von Veroeffentlichungen der sich selbst ernst genug nehmenden Medien! Und zwar im selben Sinne, wie ich das mit den Papierzeitschriften auch konnte. Ich komme deshalb nicht drumherum zu fordern, dass Pruefsummen aller Revisionen an einer oder mehreren unabhaengigen Stellen hinterlegt werden, gegen die ich als Leser und Zitator meine Kopie, aus der ich zitiere, belegen kann.
Hier bieten sich natuerlich zuerst die Bibliotheken an, die Listen von signierten Pruefsummen vorhalten und bei Disput als autoritative Quelle zum Vergleich herhalten koennten. Diese Signaturen muessten alle teilnehmenden Publikationen leisten - und dass fuer jedes Update.
Weiter sollen auch Bibliotheken selbst eigene Signaturen auf einzelne Zitate aus einer spezifischen (dann im Volltext vorgehaltenen) Revision eines Online-Artikels herausgeben. Um journalistische Standards zu unterstuetzen und einer breiten Masse an Schreibern das Zitieren zu ermoeglichen, muss dieser Zitatsdienst natuerlich kostenfrei zur Verfuegung stehen.
Wie genau dies umgesetzt wird, werden viele schlauere Leute als ich gewiss ausbaldowern. Einzig: Das Wohlfuehlgefuel beim Lesen eines Online-Blattes (und dabei schliesse ich "Qualitaetsblogs" explizit mit ein) stellt sich erst ein, wenn nicht yesterdays news im digitalen memory hole verschwinden koennen.
2009/04/06 20:56 Medienschwemme
Nun bin auch ich darauf reingefallen. Ich wollte es ja erst nicht wahrhaben und habe mich insgeheim bei anderen darueber aufgeregt. Oder zumindest lustig gemacht. Wenn die Eintraege in den Blogs immer kuerzer werden, oder ganz in die Mikroblogging-Welt verschwinden. Wenn die Beitraege fuer Printmedien immer spaerlicher werden, weil man ja nicht wisse, worueber man denn schreiben solle, aber gleichzeitig den kastrierte-Web-SMS-Service mit einer Publikation verwechselt.
Es ist ja auch wirklich einlullend. Je mehr Accounts ich mir in dieser Netzwelt eingerichtet hatte, desto mehr schrien all diese Medien nach meiner Aufmerksamkeit und meinem Input. Damit sich auch keiner zu kurz gekommen fuehlt, der extra mein "Freund" geworden ist, um den Beitraegen in einem dieser Medien zu folgen, verknuepfte ich all diese Medien automatisiert. Dazu musste ich mich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Fuer elend geringe Werte von kleinst.
Aus diesem Grunde aggregiert meine Suppe deswegen seit geraumer Zeit nur noch meine Twitternachrichten. Diesem Feed, den ich eigentlich nur zum Saufeinladungen verschicken und anzuegliche Herrenwitzchen machen eingerichtet hatte, folgen inzwischen ueber 270 Leute, von denen ich die wenigsten kenne. Was habe ich mir auch dabei gedacht, diese ganzen Mikro-Bloggingservices auszuprobieren, die fuer Leute sind, denen Bloggen mit vi zu anstrengend ist? Die Schwelle ist gering. Dass die Schwelle gering ist, ist aber nicht per se etwas Gutes. Ich kann von unterwegs mit meinem Phone bloggen. Prima. Fuer eine re:publica-wuerdige Definition von "Bloggen".
Was nun das Schlimme ist: die Zeit, die ich den ganzen hippen "jetzt wirklich wirklich"-Diensten hinterhernerde, geht mir von der Zeit ab, die ich mir frueher fuers Texteschreiben genommen habe. Oder anders: 50 Tweets machen nur von der Zeichenzahl her einen Blogpost und sind genauso nahrhaft wie Gratisbonbons beim Gebrauchtwagenhaendler.
Konsequenz: Twitter ist lokal. Suppe gibt's nur noch per /everyone. Eigenblog rockt!
2008/07/23 21:06 Datenmessie
Es gibt so Tage, da liebe ich mein Heimatland einfach. Die ganzen vermufften spiessigen Strukturen, das braesige Bildungsbuergertum und ihre Ordnungsliebe.
Heute war so ein Tag. Nach der Investition von nur 41EUR habe ich nun meine Sammlung komplett. 12 Jahre digitale Fernmeldegeschichte nur eine handbreit entfernt und niemand kann mich mehr aufhalten.
Aber der Reihe nach.
Wie schon in Die Datenschleuder #77 (Seite 26) und Die Datenschleuder #86 (Seite 63) angedeutet,
habe ich eine – nennen wir es – Sammelleidenschaft fuer elektronisch erfasste Telefon-Teilnehmerverzeichnisse. Gut, man kann argumentieren, dass sich die wirklich spannenden Leute eh nicht
dort eintragen lassen, dass die automatisierte Auswertung datenschutzrechtliche Fragen beruehrt, dass dort bewusst falsche Datensaetze eingetragen wurden, um Kopien von Konkurrenten zu entdecken.
Man kann aber nicht leugnen, dass sich aus den Informationen zumindest spannende Trends ableiten lassen. Dass sich diese Trends wieder auf den Einzelnen anwenden lassen und so ein buntes, bewegtes
Bild Deutschlands gewinnen laesst.
Vor ungefaehr einem Jahr wurde mir klar, dass man mit den wenigen Momentaufnahmen, die ich aus sportlichen Gruenden aus dem Telefonbuch gewonnen habe, keinen langfristigen Blumentopf gewinnen kann. Und
wenn ich eh immer die neueste Version der Daten brauche, dann koennte ich gleich ein Archiv anlegen.
Mein erster Gedanke war natuerlich eBay, die Ausbeute dort jedoch nicht sehr ergiebig. Bevor ich in einem hellen Moment mal google ausprobierte und mit der Nase auf amazon gestossen wurde, ging die
Akquise nur sehr schleppend voran, da auch keiner meiner bekannten Nerds (sonstige Freunde sowieso nicht) so alte CDs/DVDs in ihren Grabbelkisten finden konnte oder wollte, so sie meine Nachfragen
ueberhaupt fuer voll genommen hatten.
Haendler, die noch auf Restposten der diversen Jahrgaenge sassen, freuten sich natuerlich die Platze, fuer den Plastemuell noch den einen oder anderen Euro (in Einzelfaellen gar den unverschaemten
Neupreis) zu verdienen, um ihre Lagerflaechen zu entlasten. Bei der Herbstausgabe 1998 war aber auch hier die Antiquitaetsgrenze erreicht, auch, wenn lustigerweise immer noch einzelne Haendler Fruehjahr
'98 im Inventar listen, um mir dann bei Bestellung aus "Fehlinventarisierungsgruenden" abzuspringen oder – aus Vorfreude aufs Paket-Sicht noch schlimmer – einfach die aktuell verfuegbare
Nachfolger-CD zu schicken.
Die Recherche erbrachte interessanterweise noch andere Interessenten an den Scheiben, naemlich Hobby-Ahnenforscher. Und dort fand ich dann
endlich den Schluessel fuer die noch fehlenden Telefonbuecher: Bibliotheken. Auch, wenn natuerlich keine der oeffentlichen Bibliotheken antike Telefonbuch-CDs rumliegen hat, kann man sich ueber das Konzept der Fernleihe alle deutschlandweit verfuegbaren Exemplare zukommen lassen. Und nachdem ich auch noch in das Erlernen des Unterschieds zwischen Staats- und
oeffentlichen Bibliotheken 25 Euro investieren durfte, befinden sich nunmehr alle Silberscheiben auf dem direkten Wege zu mir.
Ein Hurra auf ein Land, das Literatur nicht einfach verbrennt oder irgendwo vergammeln laesst, sondern fein saeuberlich aufbewahrt. Und ein verstaendnisloses Dreinstieren, wenn man den Fakt bedenkt,
dass nun vier fragile Plastedatentraeger mit ein paar Megabyte historischer Informationen durch Deutschland gekarrt werden, wo es doch nun sogar fuer elektronische Medien eine digitale Ausleihe gibt.
Zugegeben, der Umstand, dass man dort die elektronischen Werke "ausleihen" und "zurueckgeben" muss und dass jeweils nur ein "Exemplar" "ausgeliehen" werden kann, macht einen nachdenken. Fuer
meinen Fall spielt das aber leider keine Rolle.
Fuer meine werte Leserschaft nun noch die – in Saisonhinsicht relativ vollstaendige – Liste der bei mir verfuegbaren Ausgaben. Aufgefuehrt, damit Hacker mit aehnlichem Hobby auf der
google-Suche vielleicht hier vorbeikommen und sich die Recherchearbeit sparen. Auch eventuelle Sachspender koennen hier ueberpruefen, ob ihre zuhause verstaubende CD noch nutzbringend Anwendung
finden kann. Ueber die 4 CDs von 1996 bis Fruehjahr 1998 wuerde ich mich natuerlich immernoch freuen, da ein kurzfristiger Blick auf die Bibliotheksversion lange nicht so spannend ist, wie der Besitz des
Originals. Ansonsten sind die "Map&Route"-Versionen der Telefonbuecher immer gerne genommen, weil auf denen Geokoordinaten Hausnummern- statt Strassen-genau mitgeliefert werden.
In der Tabelle steht links D2 fuer DVD, Stand Februar und C9 fuer CD, Stand September des jeweiligen Jahres. Kommata im Namen wurden an Zeilenumbruechen auf dem CD/DVD-Cover eingefuegt, Punkte
verbatim kopiert und bei "DasTelefonbuch" habe ich kein Space vergessen, das heisst seit Herbst 2003 wirklich so.
| -2 | Telefonbuch für Deutschland, Version 1.0 [1996] | 3-931424-09-X |
| -2 | Telefonbuch für Deutschland, Frühjahr 1997 | 3-931424-37-5 |
| -? | Telefonbuch für Deutschland, Herbst 1997 | 3-931424-??-? |
| -1 | Telefonbuch für Deutschland, Frühjahr 1998 | 3-931424-50-2 |
| C8 | Telefonbuch für Deutschland, Herbst 1998 | 3-931424-60-X |
| C1 | Telefonbuch für Deutschland, Frühjahr1999 | 3-931424-67-7 |
| C9 | Das Telefonbuch. Für Deutschland, Herbst 1999 | 3-931424-74-X |
| C2 | Das Telefonbuch. Für Deutschland, Frühjahr 2000 | 3-931424-80-4 |
| C8 | Das Telefonbuch. Für Deutschland, Herbst 2000 | 3-931424-89-8 |
| C2 | Das Telefonbuch. Für Deutschland, Frühjahr 2001 | 3-931424-98-7 |
| C8 | Das Telefonbuch. Für Deutschland, Herbst 2001 | 3-934073-04-2 |
| C2 | Das Telefonbuch. Für Deutschland, Frühjahr 2002 | 3-934073-14-X |
| D8 | Das Telefonbuch und Gelbe Seiten. Map&Route. Herbst 2002 | 3-934073-26-3 |
| D2 | Das Telefonbuch und Gelbe Seiten. Map&Route. Frühjahr 2003 | 3-934073-30-1 |
| C8 | DasTelefonbuch, Deutschland, Herbst 2003 | 3-934073-36-0 |
| C2 | DasTelefonbuch, Map&Route, Frühjahr 2004 | 3-934073-44-1 |
| C8 | DasTelefonbuch, Map&Route, Herbst 2004 | 3-934073-52-2 |
| C2 | DasTelefonbuch, Map&Route, Frühjahr 2005 | 3-934073-61-1 |
| D2 | DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr 2005 | 3-934073-64-6 |
| C8 | DasTelefonbuch, Deutschland, Herbst 2005 | 3-934073-68-9 |
| C2 | DasTelefonbuch, Deutschland, Frühjahr 2006 | 3-934073-75-1 |
| C8 | DasTelefonbuch, Deutschland, Herbst 2006 | 3-938913-01-0 |
| C2 | DasTelefonbuch, Deutschland, Frühjahr 2007 | 3-938913-08-6 |
| D2 | DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr 2007 | 3-938913-10-9 |
| D8 | DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Herbst 2007 | 3-938913-18-5 |
| D2 | DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr 2008 | 3-938913-23-9 |
| D8 | DasTelefonbuch, Deutschland, Alles in einem, Herbst 2008 | 3-938913-27-4 |
| D2 | DasTelefonbuch, GelbeSeiten, Map&Route, Frühjahr 2009 | 3-938913-37-1 |
| D8 | DasTelefonbuch, GelbeSeiten, Map&Route, Herbst 2009 | 3-938913-43-6 |
| D2 | DasTelefonbuch, GelbeSeiten, Map&Route, Frühjahr 2010 | 3-938913-47-5 |
2008/02/07 19:27 Wahle beobachte
Ich bin einer von denen. Einer von diesen Stressern, die herumfahren und dabei zugucken, wie andere Leute Wahlen abhalten. Wahlen mit Wahlcomputern, um genau zu
sein. Und sich das dann alles aufschreiben und stumm nicken oder murmeln oder mit dem Kopf schuetteln.
Ich bin aber auch einer von denen, die dann im Namen des CCC an Pressemitteilungen schreiben und garstige Dinge ueber unsere Demokratie sagen. Und ueber die
Wahlhelfer und die Ablaeufe und die Firmen, die versuchen, an der Wahl Geld zu verdienen.
Zwischen diesen Persoenlichkeiten klafft eine Luecke. Wenn ich da draussen in fremden Doerfern im Rathaus stehe, oder vor Politikern, mit denen ich
eigentlich nichts zu tun habe, dann faellt mir die Artikulation ploetzlich schwer. Dann stehe ich naemlich genau den Leuten gegenueber, die ich doch eigentlich
meine.
In dieser Konfrontation muss ich dann zu hoeflichen Floskeln greifen. Da stehe ich im Wahllokal vor den Wahlleitern. Dann muss ich Dinge sagen wie
"natuerlich denke ich nicht, dass hier bei den Wahlen betrogen wird". Und das, wo ich doch eigentlich Dinge meine wie "Sie sind doch verdammt nochmal Beamter
und haben einen Eid auf dieses Land geschworen und sollten sich darueber freuen, dass dieses Land Sie sicher und solide bezahlt und es sollte ihnen die zwei
Stunden extra Auszaehlen wert sein."
Und dann stehe ich vor den Lokalpolitikern. Und da muss ich auch Dinge sagen wie "natuerlich denke ich nicht, dass hier bei den Wahlen betrogen wird". Und
das, wo ich doch eigentlich Dinge meine wie "Woher zum Geier soll ich wissen, dass Sie nicht betruegen. Ich kenne sie doch gar nicht. Und ich kenne auch keinen
der Wahlvorstaende hier. Und Sie sind verdammt nochmal in der gluecklichen Lage, das Vertrauen Ihrer Waehler zu geniessen und die Verantwortung, die diese an
Sie delegiert haben. Und Sie sollten diese Legitimation ueber jeden Zweifel erhaben auch in der Wahl gewonnen haben."
Und dann sitze ich vor den Firmen, die den Gemeinden Wahlcomputer aller Coleur verkaufen wollen. Und dann sage so Dinge wie "Natuerlich denke ich nicht, dass
ihre Wahlcomputer bei den Wahlen betruegen, aber..." Und das, wo ich doch eigentlich Dinge meine wie "Ihr wollt verdammt nochmal mit eurer Dilettantenhard- und
software an der Demokratie verdienen. Und ihr werdet damit den Boesen Werkzeuge in die Hand geben, Wahlen zu ihrem Gunsten manipulieren zu koennen. Deswegen ist
es eure Aufgabe, eine Transparenz herzustellen, die alle – und auch wirklich Alle – davon ueberzeugt, dass die Wahl demokratisch kein
Rueckschritt ist."
Und es ist – nicht! nein! – nicht so, dass ich mich darauf zurueckziehen moechte, Dinge zu sagen wie "Aber was, wenn spaeter einmal jemand kommt,
der das mit der Demokratie nicht so genau nimmt." Weder den Wahlhelfern, noch den Politikern, noch den Firmen. Weil es so ist, DASS sie es mit der Demokratie
nicht so genau nehmen, wenn sie in einer stillschweigenden Bequemlichkeitskonspiration Zeit gegen Geld eintauschen, das nicht ihr eigenes ist. Weil ich nicht
den geringsten Grund habe, diesen Leuten dort heute mehr zu vertrauen, als potentiellen nachfolgenden Generationen von korrupten Politikern, Beamten oder
Firmen. Weil die Zeitung schon heute voll ist mit Berichten ueber korrupte Politiker, Beamte und Firmen.
Und dann sollte mich der gemuetliche Strickpulli und der Schnauzbart und die korrekte Brille meines Gegenuebers nicht davon abhalten, meine grundsaetzliche
Distanz beizubehalten. Und meine Bescheidenheit sollte mich auch nicht davon abhalten, von den Damen und Herren die Mehrarbeit einzufordern, die eine wehrhafte
Demokratie nun eben kostet und die im Kleinen anfaengt. Die dort beginnt, wo man der vielbeschworenen Verdrossenheit ein Zeichen entgegensetzt. Dass man es
naemlich doch noch genau nimmt mit den Wahlen.
Und ich sollte meinen dicksten Pullover anziehen und Euch das auch mal ins Gesicht sagen. Werd' ich aber nicht machen. Aber ich werde mich natuerlich wieder
als Wahlhelfer melden.
2007/12/07 02:55 Ausgeknipst
Eine der beeindruckendsten Erfahrungen in diesem Jahr war, den Sternenhimmel zu sehen. Und das nicht in der homoeopatischen Darreichungsform, die der
Mitteleuropaer gewohnt ist. Nein, im direkten Kontrast zum Milchsuppenhimmel in Tokyo, an dem man mit viel Muehe den Polarstern ausmachen kann, habe ich kaum
72h spaeter mit dem Ruecken auf einer eher abgelegenen Strasse in einem abgelgenen Gebiet Nordaustraliens eine Ahnung davon erhalten, wie unsere Vorfahren wohl
den Himmel erlebt haben.
Der Anblick ist schwer zu beschreiben, man wird foermlich ueberwaeltigt von tausenden und abertausenden funkelnder Punkte, und ueberall, wo man meinte,
dunkle Bereiche zu entdecken, werden sie beim genaueren Hinschauen mit noch mehr Sternen gefuellt. Waehrend der zwei Wochen Fahrt durch Australien habe ich
diesen Himmel liebgewonnen.
In Europa sieht es – wie eingangs erwaehnt – am Himmel ziemlich truebe aus.
Durch Streuung in der Luft und partielle Reflexion in den hoeheren Schichten der Atmosphaere trifft man in Mitteleuropa nirgends mehr auf Orte mit aussergewoehnlich dunklem Himmel.
Waehrend Slovenien in einem Gesetz aus dem Sommer dieses Jahres versucht, der Lichtverschmutzung Einhalt zu gebieten, fallen andere europaeische Staaten wie Belgien mit den nachts grell
beleuchteten Autobahnen besonders stark auf Satellitenbildern auf.
Daneben gibt es noch hunderte andere Quellen der Lichtverschmutzung, von schlecht gerichteter Strassenbeleuchtung ueber Reklametafeln, Diskoleuchtfingern,
Flutlichtanlangen bis zum Strassenverkehr. Das Abblendlicht eines einzigen vorbeifahrenden Autos hat in der australischen Steppe auf der Stelle 75% der Sterne
verschwinden lassen.
Nun gibt es am Samstag abend um 2ooo Uhr in Deutschland eine umstrittene Aktion, fuer fuenf Minuten alle Lichter
auszuschalten, die auf Energieverschwendung hinweisen soll. Ist mir eigentlich egal, nur – wenn sich alle daran hielten – bestuende die entfernte
Moeglichkeit, auch in Berlin mal wieder die Milchstrasse zu sehen.
2007/11/24 21:28 Lebensstilreflexion
Manchmal fragte ich mich ja sowieso schon, was mich zum Wohnen in diesem meinen Kiez getrieben hat. Nun hat die Zeit
eine schonungslose Abrechnung mit der "Generation Prenz'lberg" geschrieben, die mir aus
dem Herzen spricht und mich gleichzeitig doch selber so betrifft. Feine Schreibe und Dutzende zitatfaehige – den Nagel unglaublich genau auf den Kopf
treffende – Saetze.
2007/11/24 12:49 Bekannte Gastgeber
Ein Eintrag aus der "note to self"-Rubrik. Heute: wie man trotz der bescheuerten openssh-Tools den Fingerprint eines Hosts aus der ~/.ssh/known_hosts
extrahiert. Geht in einer Zeile. PK=`mktemp /tmp/XXXXXXXX`; ssh-keygen -F HOST_TO_FINGERPRINT > ${PK}; ssh-keygen -f ${PK} -l; rm
${PK}.
2007/08/31 00:43 Pauker
Ich hatte einen coolen Mathelehrer. Wirklich. Beim Wuehlen in meinen alten Gitarrennoten habe ich eine von ihm handschriftlich geschriebene Antwort auf einen
schrecklich naiv-polemischen Beitrag meinerseits in der vor 13 Jahren gedruckten Schuelerzeitschrift gefunden.
Das erste mal hatte ich in der achten oder neunten Klasse bei ihm Unterricht. Er sass im Schneidersitz mit einem Hüsker Dü-Shirt, ner zerrissenen Jeans und Chucks auf einer der vorderen Schulbaenke,
wartete, bis alle Schueler im Raum waren uns machte sich einen Spass daraus zu beobachten, wie wir alle darauf warteten, wo denn der Lehrer blieb. Gleich nach
dem Klingeln sprang er dann vom Tisch und begann mit dem Unterricht
Nunja, ihm hatte ich zu verdanken, dass ich mir schon im zarten Abiturientenalter Robert Michels Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie und die richtige Musik reinzog und spaeter selber zur Stromgitarre griff. Natuerlich hat er auch auf eine ziemlich
stilsichere Art Mathematik heruebergebracht und mich sicher trotz meiner Faulheit durch das Abitur bugsiert.
Als ich nun mal hinter ihm her recherchiert habe, stellte sich raus, dass er an der Schule die eine AG Schulband angeleiert hat, eine Kryptographie-AG
betreut und noch immer im Kapuzi herumlaeuft. Schoen, dass der Schulbetrieb noch immer
so starke Persoenlichkeiten zu bieten hat! Mal auf einem Ehemaligentreffen zu treffen versuchen.
2007/07/23 17:19 Fruehstuecksueberwachungsverein
Das geschaetzte Frollein Halbe ist aufmerksame Testerin Berliner Fruehstueckslokalitaeten. Im von ihr mit Berichten versorgten Blog Fruehstueck in Berlin, das sich durch einen entspannten Podcast hervortut, habe nun auch ich meine
ausgiebige Erfahrung mit der Berliner Fruehstueckerszene in einer Kooperation verewigt. Subscribieren, natuerlich!
2007/04/30 10:54 Herrenwitz
In den meisten Berliner Kneipen, also zumindest in denen, wo der sich anbahnende Geschlechtsverkehr ehrenamtlich ist, haengen in den Herrentoiletten Automaten,
in denen der geneigte Herr Praeservative erwerben kann.
Auf dem im Restaurant "Fellas", welches sich besonders dadurch hervortut, dass es auch Sonntags noch bis 17ooUhr Fruehstueck (und zwar Fruehstueck und kein
Brunch) anbietet, strahlte mich nun heute in Katerlaune folgender Anblick an, brachte mich zum lange nachdenken und rettete meinen Tag:
2007/04/19 15:06 Art and beauty
Ein Gutteil meiner Sozialisierung fand unter Nerds statt. Und nicht die Art Nerds, die sich primaer durch unansehnliche Karohemden auszeichnen und in den
Oednissen des Linuxkernels vergraben. Auch nicht die Art Nerds, die mit Loetkolben und Phasenpruefer bewaffnet alles zerforschen, was ihnen in den Weg stellt
(auch, wenn mir das nicht komplett fremd ist). Und schon gar nicht die Art Nerds, die das Netz fuer das hoechste der Gefuehle halten und, einmal im Jungle
freigelassen, zwar nach 3 Stunden verhungern wuerden, aber fuer die letzten beiden Stunden noch Mail und IRC organisiert haetten. Nein! All diesen Nerdstaemmen
begegnete ich erst deutlich spaeter.
Dort, wo ich gross wurde, hat man die Bits noch mit der Hand gepflegt. In Assembler. Und man hat sie bevorzugt dahin getan, wo sie vor Farben spruehende
Bilder unterlegt mit moderner Musik erzeugt haben. Ziel des Spiels war und ist es, mit moeglichst wenig Ressourcen (deren kuenstliche Verknappung noch zu den
besonderen Disziplinen gehoert) beeindruckende echtzeitberechnete Filmsequenzen zu generieren. Dabei reichte das damals uebliche Spektrum von
(Star Trek inspirierten) Sternenfeldern, Scrolltexten aller Coleur, Feuer- und Plasmaeffekten, 2,5D-Bildprojektionen bis zu Tunneleffekten, zum
Echtzeit-Raytracing- und casting, zu Voxelspaces und zum Texture-Mapping und -Shading aller Art. Diese Sequenzen werden Demos genannt und ueblicherweise treffen
sich die Nerds auf Demoparties, um sich in "Compos" gegenseitig ihr Produktionen vorzufuehren und darueber abzustimmen, welche am tollsten ist.
Warum ich das alles schreibe? Zu Ostern habe ich kurz vorm Altwerden nochmal die Breakpoint besucht, um mich
nostalgisch mit dem Jungbullenmief zu umgeben, der dort latent durch die Halle schwebt, oder hoeflicher: "Den Spirit zu atmen" sozusagen. Waehrend ich im
Allgemeinen eher vom hohen Durchschnittsalter schockiert war (damals waren wir und alle anderen noch pubertierende Nerds), gab es doch ein paar altbekannte
Gesichter zu gucken und bei den PC-Demos eine (leider nicht live erlebte) Kinnladenrunterklapp-Demo. Die Gruppe Farbrausch veroeffentlichte Debris (als Video). Das besondere an diesem, auch stilistisch
sicheren und kuenstlerisch sehr kreativen, Film ist seine Dateigroesse. In rund 180 Kilobyte haben alle Texturen, Modelle, Kamerapositionen und Blickwinkel, die
Beleuchtung, Bewegungsmuster der Objekte, der Programmcode zur Animation, die gesamte Musik und nicht zu vergessen der Datenblock am Anfang der .EXE, der dem
Betriebssystem verraet, welcher Art die ausfuehrbare Datei ist. Zum Vergleich: 180kb divx sind kaum 2 Sekunden animiertes Bild in 1024x768, 180kb mp3 sind unter
10 Sekunden Musik, ein PC-Programm, das nichts weiter tut, als "Hello World" auf dem Bildschirm auszugeben, ist bereits 3kb gross.
Einziger Wehrmutstropfen: durch die Konzentration auf den gebuersteten Stil und das, was Farbrausch am besten kann, Texturen und Objekte zu komprimieren,
bleiben andere Arten von Effekten, die nicht von der Grafikkarte erledigt werden, zunehmend aussen vor. Aber ich glaube, dass ich erst ningeln sollte, wenn ich
selber wieder mal an einer Demo mitgeschrieben haben.
2006/12/15 20:16 Nikolaus
Wie fuer jeden respektablen vierzehnjaehrigen Vorstadtpunker gehoerte auch fuer mich die Wahl der passenden Fussbekleidung massgeblich zur Definition des
Erscheinungsbilds. Ein Rundumblick in meiner damalige Kohorte – besser gesagt auf deren Botten – verriet mir ziemlich schnell, wohin der Zug gehen
sollte: Aus einem mir damals komplett verborgenen Grund heraus haben es Doc Martens Schuhe geschafft, in
der links-intellektuell links-liberal und links-radikalen Szene zum shoe-to-wear aufzusteigen. Und die natuerlich moeglichst bunt – moeglichst ungepflegt,
eventuell mit Gloeckchen an roten Baendeln und selbstbemalten Bluemchen auf dem Leder fuer die Maedchen, mit reichlich innovativem Fixierkram wie Gaffaband,
Sicherheitsnadeln und Jeansbuegelflicken fuer die Herrn – und natuerlich mit Stahlkappe fuer die harte Fabrikarbeit und die taeglichen Pruegeleien mit den
Rechten ;) Die Wahl der Schnuersenkelfarbe war natuerlich essentiell! Nie durfte man sich mit weissen blicken lassen, jene waren den Nazis und den Punks, die
sich wie Nazis verkleiden, um sie dann besser verhauen zu koennen (fragt nicht, war so ;) vorbehalten. Mit roten und gestreiften war man schon von Weitem als
eher radikalerer Linker zu identifizieren, die rosanen (naja.. eigentlich trug nur einer meiner Bekannten rosa Senkel) zeichneten Mitglieder der radikalen
schwulen Szene aus. Mit schwarzen, so wie sie aus dem Laden kamen, outete man sich so irgendwie als Modepunk, hatte aber auch im Zweifel vor allen Radikalen
Ruhe und lief (fuer damalige Verhaeltnisse) nicht mit Markenschuhen herum.
Daran, mir mein eigenes Paar zu besorgen, fuehrte so natuerlich kein Weg vorbei – allein in Berlin waren diese Treter mit fast zwohundert Mark und einem
Taschengeld von zwoelffuffzich in der Woche unerschwinglich teuer. Davon musste man sich naemlich auch noch die restliche szenetypische Verkleidung, wie
Kapuzenpullis und bedruckte T-Shirts, heranschaffen.
Wie es der Zufall so wollte, fuehrte mich mein Nerdhobby auf ein Geekzusammentreffen in London. Meine Eltern liessen fuer die Reise Kohle springen,
schliesslich ging es ja auch um Weiterbildung und ich konnte die Welt kennenlernen, uuuuuuund – alle Punkerfreunde waren neidisch – gab es
Geruechten zu Folge in London bei Shelleys Doc Martens fuer 30 Pfund, rund 90 DM. Dort hatte sich Doc Martens als lose Marke fuer alle Hersteller von billigen
Arbeiterbotten gehalten und es war schwer, mit den Preisen anzuziehen. Ueberhaupt koenntet ihr euch mal mit der
Geschichte und dem eher unruehmlichen Ende der Marke (fuer mich) vertraut machen. (Hier noch
mehr.)
Fuer mich war ganz klar, dass ich die Chance nutzen musste, mir die Schuhe dort zu kaufen. Neunzig Mark waren jedoch auch kein Pappenstiel. Also machte ich meine ersten Versuche mit der Marktwirtschaft als
Schuhverkaeufer. Ich sammelte Bestellungen ein schlug dreiste 20 Mark drauf, von denen ich jedoch nur zehn offiziell als Aufwandsentschaedigung deklarierte, die
andere Haelfte log ich mit hoeheren Einkaufspreisen, stark schwankenden Wechselkursen und grosszuegigem Aufrunden zusammen. Am Ende musste ich nur noch zehn Mark
aus meiner eigenen Tasche bezahlen, was ich fuer eine Reise nach London und ein paar In-Boots als ziemlich lockeren Deal empfand.
Ironischerweise waren das wirklich die billigsten Boots, die ich jemals gekauft habe (selbst bei unsubventioniertem Preis), welche dann mit drei Jahren fast
durchgaengiger Benutzung auch noch am laengsten gehalten haben. Schon die direkt im Anschluss gekauften Docs gaben bereits nach einem halben Jahr ihren Geist
auf, da die Marke nun offiziell zur Modeschuhmarke verkommen war.
Leider hatte ich meiner Tollpatschigkeit wegen die Stahlkappe extrem liebgewonnen. Nach allem, was mir da schon draufgefallen ist, wuerden mir heute
bestimmt eine handvoll Zehen fehlen. Die Marktsituation bei den Stahlkappenboots war aber nicht besonders rosig: Die Naht ueber der Kappe, wie sie andere
Hersteller drauftun, finde ich schlicht haesslich. Aufgenaehte Flammenmuster auch. Gluecklicherweise entdeckte ich die (in Google einfach unauffindbare)
Schuhfirma Tredair, die erstens im Gegensatz zu Doc Martens nicht Kinder in Vietnam und China naehen laesst und zweitens auch einfach viel tollere Schuhe macht.
Die Naht am Hacken faengt nicht schon nach zwei Wochen Benutzung mit Aufdroeseln an, da noch liebevoll ein Stueck Leder herumgenaeht ist, die Pappe unter der
Kappe bricht einfach selbst mit meinen destruktiven Zehen nicht. Meine letzten haben anderthalb Jahre gehalten und das ist eigentlich mehr, als man von taeglich
und ueberall getragenen Botten erwarten kann.
Als ich jedoch vor zwei Wochen bei meinem lokalen Stammdealer Nachschub holen wollte, fiel ich fast
aus allen Wolken: Zehnloch gibt es gar keine mehr und Achtloch kaemen erst wieder rein. Die Produktion scheint eingestellt, oder nicht mehr zu lohnen, oder
allein der Import nicht mehr zu lohnen, kurzum: Ich machte mich auf eine Recherchereise im Internet, um eventuell direkt von Werk zu ordern oder vielleicht einen
obskuren Importeur zu finden. Aber nix! Man findet sie ueberhaupt kaum und wenn, dann in Farben, die erklaeren, warum sie noch zu haben sind oder als schmucke
Halbschuhe.
Und heute... heut habe ich dann wenigstens noch die Achtloch eingesackt. Und zwar gleich zwei Paar. Man weiss ja nie, wie lange es die noch gibt...
2006/11/12 04:12 Wahlhelfer
Mit zwoelf wurde ich das erste Mal Zeuge einer freien, geheimen demokratischen Wahl. Mein Vater nahm mich nach dem Sonntagskaffee mit in unser Wahllokal. Die
Helfer waren aufgeregt und die Stimmung feierlich. In einer Ecke sass der frisch arbeitlose Offizier und zaehlte die Waehler – aus reiner Gewohnheit. In
der anderen wachte der oertliche Buergerbewegte seinerseits ueber den ordentlichen Ablauf.
Ich war ein unertraeglicher Klugscheisser und wollte natuerlich nicht glauben, dass es keine Moeglichkeiten zum Betrug gaebe. Also piesakte ich meinen Papa
mit dutzenden "aber was, wenns" – doch all mein angestrengtes ausgefuchstes Nachgruebeln konnte nichts zutage foerdern, wie die Wahl zu manipulieren sei.
Vom anfaenglichen Fuellstand der Wahlurne ueber die Anzahl der Stimmzettel pro Waehler bis zum Zusammenzaehlen der Stimmen anhand von Kreuzen in bestimmten Kreisen
– die gesamte Prozedur konnte buchstaeblich von einem Sechstklaessler ueberwacht werden. Sogar die korrekte Uebermittlung der Ergebnisse aus dem Wahllokal
konnte ein Blick in die Lokalzeitung am naechsten Morgen bestaetigen. Auf mich machte all dies gehoerigen Eindruck. Wer immer sich dieses Verfahren ausgedacht hat,
hatte absichtlich fuer alle Probleme die einfachste, uebersichtlichste Loesung gefunden.
Sechzehn Jahre spaeter sehe ich fassungslos Bilder aus Cottbus. Dort verwandeln Waehler ihre Stimme in schmucklosen grauen Plasteboxen in den Ladungszustand
von ein paar Flipflops im Innern veralteter Prozessoren in Computern aus den Gruenderjahren. Und ploetzlich stelle ich mir vor, wie ein kleiner vorlauter
Dreikaesehoch seinem Papa ordentlich mit Fragen einheizt.
2006/10/21 01:04 Drucke
Hab beim Stromern durch den lokalen Saturn wegen "wie billig ist _DAS_ denn?!" einen HP LaserJet 1018 fuer sagenhafte 78EUR
geshoppt. Boeses Erwachen kam natuerlich zu hause: der Drucker laeuft nicht nur sprichwortlich nur unter Windows, sondern NUR unter Windows. So mit Firmaware
uebers USB-Interface in Raw auf den Drucker schreiben und einer PostScript-Rastersoftware, die auch nur unter Windows laeuft. Auch Versuche, den mittels schwierige-Faelle-Framework foo2zjs anzusteuern, schlugen schwer fehl. Schade drum.
Zweiter Versuch dann mit vorher Informieren: der guenstigste Netzwerk- und PostScript (sogar Level 3)-faehige Drucker am Markt ist im Moment der Samsung ML-2571N. Ausgepackt, ans Netz gesteckt, DHCP-Adresse vermittelt, IP in den
Drucker-Dialog eingetragen, 120-Seitendokument gedruckt (naja die ersten 32 Seiten ;)... bin begeistert. Jetzt mal gucken, wie lange der haelt... macht aber
einen soliden Eindruck. Achja, Preis mit Versand: rund zwohundert Euro. Daumen: hoch
2006/10/18 02:19 Hirsch
Heute lecker Hirschbraten auf Knoedel und Apfelrotkohl im lokalen Hausmannskostladen Kartoffelkeller
(uh man, welch heroisches Beispiel, wieso man bei der Webpraesenz weder am Design noch am Domainnamen sparen sollte)... Und dabei ist mir aufgefallen, dass man
eigentlich sicher sein kann, nix aus Massentierhaltung zu vertilgen, wenn man
sich von aussergewoehnlichen Tierarten ernaehrt. Mjam.
2006/10/11 17:14 Neunzehnvierundachtzig
Das Akku meines guten alten 12" PowerBook G4 ist inzwischen so abgelatscht, dass es, wenn die Festplatte mal anspringt, gerne die Hufe hochstreckt
und den Rechner ausgehen laesst. (Wenn ich nicht noch die irrationale Hoffnung auf ein 12" MacBookPro haette, haette ichs schon ersetzt...) Gepaart mit einer
defekten Backupbatterie macht das regelmaessig 1984 auf meinem Rechner. Genauer gesagt 01. Januar 1984 gegen ein Uhr. Und zwar so lange, bis das OS sich
entschliesst, das Datum mit den Timeservern abzugleichen.
Normalerweise passiert das, wenn er ne neue defaultroute bekommt, heute jedoch hatte ich vorher schon mit meinem Rechner gearbeitet und mich erstmal
gewundert, warum Safari schlicht stehenbleibt und nicht auf Eingaben reagiert. Zudem warf ich ein laenger dauerndes wget an. Nachdem ich den Zeitabgleich
dann haendisch angeworfen hab, erbrach sich wget folgendermassen in meine Konsole:
19% [====> ] 315,586,864 0.32B/s retr.c:291: failed assertion `msecs >= 0'
Abort trap
Mjam. Millisekunden rumgewrappt, 22 Jahre waren dann doch zu viel fuer die fancy progress bar implementation. Da MUSS man natuerlich sofort das Handtuch
werfen.
Nachtrag
Und natuerlich enttaeuscht mich wget auch beim weiteren Herunterladen eines 2298815162 Bytes langen Files nicht:
HTTP request sent, awaiting response... 200 Coming Up
Length: -1,996,152,134 [application/octet-stream]
[ <=> ] 1,226 --.--K/s
19:59:08 (11.69 MB/s) - `<FILENAME>' saved [1226/-1996152134])
Und nein, es ist nicht der Webserver, der da die Content-Lenght so rausgib:
HTTP/1.1 200 Coming Up
Content-Type: application/octet-stream
Server: Gatling/0.9
Content-Length: 2298815162
Qualitaetssoftwaere.
2006/10/08 18:53 Humankapital in der Aufmerksamkeitsoekonomie
Ab und zu gehen mir komplexe Gedankengaege durch den Kopf, die mich erst ernsthaft ruhen lassen, wenn ich sie niedergeschrieben habe. Wenn sie dann fertig formuliert sind, weiss ich nicht, wohin damit. Da bietet sich doch mein Blog foermlich an. Wenn mich also jemand fragt, wieso ich es bedenklich finde, wenn Jugendliche wochenlang World of Warcraft spielen, warum Spam nicht einfach nur eine Annoyance ist, sondern die Gesellschaft erodiert und wieso auch in seltsamen amerikanischen Prozessen Fettleibiger gegen Nahrungsmittelkonzerne ein Koernchen Wahrheit steckt, wenn ich begruenden soll, warum die Gruenen einst links waren und nun konservativ sind, kann ich auf diese Gedanken verweisen.
Humankapital in der Aufmerksamkeitsoekonomie
Es faellt schwer, mit einem Kapitalisten zu diskutieren, der mit der leicht erfassbaren Groesse Geld ein maechtiges Werkzeug hat, seinen Erfolg zu messen, waehrend man selber nur mit weichen Groessen argumentieren kann. Alle Argumente, die man eigentlich mit gesundem Menschenverstand von allein erfassen sollte, muss man dabei in monetaere Ausdruecke abbilden. Man mag dies zynisch nennen – und ich fuer meinen Teil mache mir die Argumentation nicht unbedingt zu eigen – die nachfolgenden Ueberlegungen sollen der Versuch sein, das Humane, das Soziale in der sozialen Marktwirtschaft fuer Kapitalisten erfassbar zu machen.
Das ewige Streben nach Kapital, nach privatem Kapital, um genau zu sein, führt zu einer Privatisierung oeffentlichen Guts. Privatisierung ist natuerlich gewollt: ein Stueck Land abstecken, sein Haus drauf bauen, ein paar Tiere halten, Werkstatt oder Buero im Erdgeschoss – mensch gab der Gesellschaft im Optimum mehr zurueck, als er ihr wegnahm.
Das Ende der Zeit, in der ungenutzte oeffentliche Ressourcen reichlich vorhanden waren, brachte jedoch den Bedarf einer genauen Quantisierung der privatisierten Gueter.
So kann Zeit, die ein Buerger fuer Erwerbsarbeit aufbringt, nicht mehr dem gesellschaftlichen Leben, Kunst und Kultur, Politik und Sozialem gewidmet werden. Den Gewinn aus der Privatisierung der Arbeitskraft teilen sich Arbeitgeber- und nehmer in marktwirtschaftlich ausgehandeltem Verhaeltnis. Die privatisierte Zeit seiner Buerger verkauft die Gesellschaft in Form von Steuern auf das Einkommen. Diese Steuern erkaufen nun anderen Buergern, die nicht aus kapitalistischer Erwerbsarbeit leben, Gueter zurueck, die sie zum Ueberleben und zur Teilnahme an der Gesellschaft brauchen. Darueber hinaus geben diese gesellschaftsfinanzierten Buerger – als Lehrende, Kuenstler, Polizisten – der Gesellschaft Gueter wie Bildung, Kultur und Sicherheit zurueck.
Nun gibt es – neben Grund und Arbeitskraft – auch weniger offensichtlichen Besitz einer Gesellschaft. Bildung, Kultur und Sicherheit wurden bereits erwaehnt und lassen sich mit ein wenig Phantasie auch wieder als direkt kapitalistisch verwert- und privatisierbare Groessen erfassen. Unverschmutzte Umwelt wurde als gesellschaftlicher Wert verstanden, dessen Verbrauch der Gesellschaft – bespielsweise in Form von Emissionszertifikaten – zurueckerstattet werden muss.
Es gibt gesellschaftliche Werte, die nicht direkt privatisiert werden. Man denke an Leben ohne Angst. Fuer den Absatz von Waren und Dienstleistung wird dieses Gut von der Sicherheitsindustrie, der Presse und Politikern vernichtet. Als Hersteller von Alkoholika erwirbt man das Recht, Buergern den Verstand zu vernebeln, in Form von Rauschmittelabgaben. Die Gesundheit des durchschnittlichen Gesellschaftsmitglieds wird von der Nahrungs- und Genussmittelindustrie aufgezehrt. Traditionelle Tugenden wie Fleiss, Bescheidenheit, Fuersorge und den Drang, sich zu bilden, werden durch moderne Medien und Werbung entwertet.
Zeit, die nicht fuer Erwerbsarbeit verwendet wird, ist hart umkaempft: die Unterhaltungsmedienindustrie verfuehrt zum passiven individuellen Konsum von Fernsehsendungen und Computerspielen. Die zur Verfuegung stehende Aufmerksamkeit wird weiter von Werbebotschaften aufgebraucht – man denke an die Berieselung in der Kaufhalle, Spam und Banner im Internet, Werbeanrufe und Promotionteams in Fussgaengerzonen. Die Verfuegbarkeit von Aufmerksamkeit jedoch ist Wegbereiter fuer viele soziale Werte, Ablenkung verhindert somit deren Schaffung. Bildung – man denke an Kinder und Jugendliche beim gewohnheitsmaessigen Spielen in virtuellen Welten, Erziehung – nicht nur der Nachwuchs laesst sich seine Zeit stehlen und Hilfsbereitschaft – Unwissen und Ignoranz den Problemen der Naechsten gegenueber erwaechst aus der Isolation des puren Konsums – sind nur einige der Beispiele.
Ueberhaupt ist in einer Informationsgesellschaft nicht mehr die Arbeitskraft als solche, als vielmehr ein zu verteilendes Budget von Aufmerksamkeit, die man den Informationen schenken kann, das massgebliche Gut. Wir leben inzwischen in einer Aufmerksamkeitsoekonomie, in der dieses – in der Gesellschaft nur begrenzt vorhandene – Gut nicht leichtfertig privatisiert, oder indirekt als Folge der Privatisierung verschwendet werden darf. Als Ausgangspunkt fuer eine moegliche Kompensation steht ein Abschaetzung des Werts von Aufmerksamkeit an. Die genaue Menge an verbrauchter Aufmerksamkeit fuer ein Stueck veroeffentlichter Information ist wohl genauso schwer zu bestimmen, wie positive Aspekte, die beispielsweise der Medienkonsum der Gesellschaft gibt – auch Fernsehen und die Benutzung von Computern koennen Werte wie Vermittlung von Bildung und den Aufbau von Netzwerken schaffen.
2006/07/04 15:07 Dieses erlischt zu einer I Liebe
Automatische Uebersetzungen sind seit deren Aufkommen generell Quell der Freude bei humorvollen Menschen aller Art. Die eigene Ueberlegenheit ueber die Maschine
wird auf den Gebieten, auf denen sie noch waehrt, genuesslich zelebriert. Taiwanesische Gebrauchsanweisungen muessen fuer den Beweis herhalten, wie sehr uns das
Beherrschen des kulturellen Kontexts von Computern abhebt, deren Genauigkeit, Geschwindigkeit und Ausdauer mensch sonst nicht gewachsen ist.
Und nun hat es heute auch mich erwischt. Beim Bands hinterhergooglen fiel mir diese wunderschoene automatische Uebersetzung in die Haende, die mich darauf
brachte, wie man auf niveauvolle Art Ueberlegenheit zelebrieren kann. Da keine einzige Zeile von
Dieses erlischt zur einer I Liebe
Dieses erlischt zum einem I nach links nach
Eine einfache Stütze - meine Zeit besetzen
Dieses erlischt zur einer I Liebe
dem Original aehnelt, ist es doch sicher eine Herausforderung an die sprachliche Intelligenz, aus den Uebersetzungen das Lied zu erraten. Die Uebersetzung des
Beispiels findet man hier.
Weitere Raetsel gibt es hier,
hier
und hier.
2006/01/14 18:02 10 Sekunden zappeln bei 5000bpm
Die goldene Elektrikerregel lautet: "behandle jedes Kabel so, als ob dort Strom drauf waere". Macht total Sinn! Aber der Reihe nach.
Den Kaspar werde ich ja demnaechst stolz meinen Mitbewohner nennen koennen. Eine raus aus der Wohnung, ein Neuer
rein. Das Zimmer schreit foermlich nach Schaumtapete abreissen, Rohre streichen, Steckdosen neu verlegen. Ein Kabelstrang war in dem Zimmer mal nach einem
Lichtbogengewitter abgebrannt und wurde von einer scheinbar sehr kompetenten Elektroklitsche durch eine ausserordentlich huebsche Ueberputzkabelkanalinstallation
mit lose endender Luesterklemme ersetzt. Das alte Kabel hingegen wurde nicht entfernt, nur gekappt und im Putz versteckt haengen gelassen. Und nun ratet, wer das
Kabel fand!
Komisch, was einem dabei so durch den Kopf schiesst... man denkt so "hoffentlich ist es kein Atomstrom", kann sich nicht so recht bewegen, erinnert sich an die Bundestagsplakatieraktion, fragt hoeflich den neben einem stehenden Kaspar (von der natuerlich
nicht isolierten Leiter hinab) um Hilfe, ueberlegt, wieviel kW/h man
da jetzt verbrauchen wuerde, zappelt noch ein wenig und kann die Kabel nicht loslassen und aergert sich, dass die Sicherung nicht einfach geht, wie kurz zuvor
beim Versuch, eine Gluehlampe in eine Fassung zu schrauben.
Auf der ernsthaften Seite machte ich mir natuerlich meine Gedanken. Solche Kontrollverluste, die einen entmenschlichen, einfach nur eine ungesteuerte Huelle aus
dem Koerper machen, machen mich an die aktuelle Folterdiskussion denken. Ich habe einen einen leisen Hauch von Ahnung bekommen, wie es sich als Epileptiker lebt
und dann auch erlebt, wie es ist, wenn Leute sich ernsthaft Sorgen um einen machen (danke Frank).
Als Souvenir von dem Trip habe ich erstmal lecker verschmokeltes Fleisch auf zwei Fingern mitgenommen und die Erfahrung, dass undokumentierte E-Installationen
mit nur zwei Phasen fuer eine Wohnung gefaehrlich sind. Doktor "Raspberry Vodka" in nur in russisch beschriftet ist ein stets griffbereiter Hausarzt.
Die Gitarre kann ich, entgegen aller Befuerchtungen, noch bedienen. Mein Herz ist nicht im Laufe des Abends flimmernd stehengeblieben. Allerdings habe ich mir
die Frage gestellt, ob man sich wohl nur durch die Kraft der Muskeln des Arms selbigen brechen kann. Wenn alle Muskeln gleichzeitig unkoordiniert in alle
Richtungen zucken... Naja, nein Ellenbogen hat auf jeden Fall bei der Aktion gelitten, ist angeschwollen und tut jetzt weh. Zumindest weiss Kaspar jetzt, wieviel
Liebe in seinem (hoffentlich) bald fertig renovierten Zimmer steckt.
2006/01/02 04:31 Vollkaskodeure
Nachdem sich Fefe in seiner unnachahmlichen Manier ueber Apple und Mac OS und vor allem das "seinen Verwandten Mac
OS Ueberhelfen" elaboriert hat, wuerde ich nach einem Jahr Benutzung eines 12"-PowerBooks meine Gedanken gern festgehalten wissen.
Ich halte mich fuer aus der Kategorie "pragmatischer Nerd" kommend und pathetische Apple-Fan-Boi-Eskapaden wie die des Herrn P. aus B. an der S. liegen mir fern.
Trotzdem ist nicht zu uebersehen, dass Apple verdammt viel richtig gemacht hat. Nicht, dass deren Hardware nun ausnehmend geil sei. Im Gegenteil: mein iPod
versagte nach 6 Wochen den Dienst, mein PowerBook sieht nach einem Jahr Gebrauch schlimmer aus, als mein gutes altes IBM T20 nach 6 Jahren – und das bei
vorsichtigerer Behandlung. Auch buntes Bonbon-Geblinke auf dem Bildschirm wuerde mir kein mildes Urteil entlocken, meine Ansprueche sieht man, wenn man weiss,
dass ich nach einem halbjaehrigen gnome-Experiment meine X11-Tage mit twm zufrieden fristete – xterm, Thunderbird, Firefox, vlc und psi funktionieren auch
ohne fetten Sessionmanager.
Als ich aber die Redaktion der Datenschleuder mit dem damit verbundenen Zwang, ein brauchbares Satzprogramm zu benutzen, uebernahm, blieben mir nur die Optionen,
einen IBM mit Hin-und-Herbooten zwischen FreeBSD und Windows oder ein Mac OS X mit oben bunt und unten Unix zu benutzen.
In der Zwischenzeit habe ich zu Hause weiter an nem FreeBSD-Desktop gearbeitet und zum Programmieren von mobilen Endgeraeten konnte ich auf Windows nicht
verzichten. Und Ja! Mac OS kommt ohne gcc – nervt, ist aber bei Debian genauso und kann man leicht nachinstallieren. Mac OS' Kernel kommt in den Releases
mit Bugs, die in den entsprechenden FreeBSD-Sourcen laengst gefixt sind. Mac OS braucht unverschaemt viel Speicher fuer all den bunten blinkenden Unrat –
laesst aber zumindest die Grafikkarte die rechenintensive Drecksarbeit machen. Und vieles von dem Grafik-Overkill macht auch schlicht Sinn: Dropshadows,
Boldfonts an den richtigen Stellen... Mac OS nervt einen aber auch mit all den kleinen Dingen, die einem im Normalfall (Mami zu hause) vernuenftig erscheinen:
Rechner zu -> suspend, Configoptions fuer Bloede, Styles im Clipboard mitkopieren, etc... und die Navigation zwischen einzelnen Fenstern mit nur
Tastaturclicken ist umstaendlich.
Fefe meinte, man muesse fuer Sicherheitsugrades Geld bezahlen und warf das mit den OS-Upgrades, die halt in deutlich hoeherer Frequenz als bei M$ kommen,
durcheinander: Bloedsinn. Security Updates sind umsonst und ich kenne genug Nutzer, die mit ihrem damals legal erworbenen 10.2 durchaus noch effektiv arbeiten.
Sowieso raubkopieren meine Mac-Freunde um Groessenordnungen weniger und vor allem weniger selbstverstaendlich, als die Windowsler im Freundeskreis. Was auch
immer das ueber sie aussagen mag.
Und wenn mich etwas an der Oberflaeche von Mac OS stoert, dann sind das so Dinge wie "man kann, wenn man ein dabei ist, ein File zu draggen, mit Expose den
Finder gefunden hat, in selbigem nicht mit Apfel-CursorUp navigieren" – unter Windows kaeme ich nicht mal in die Verlegenheit, sowas ueberhaupt zu
versuchen. Es ist Jammern auf hohem Niveau und ja, natuerlich kann einem das als angepisster Linux-Nutzer, der von solchen Problemen nicht einmal ahnt, schon auf
die Nerven gehen, wenn Leute, die ob ihres Betriebssystems davon ausgehen, dass auf nem Computer einfach alles funktioniert, ohne, dass man viel selber dafuer
tun muss, dann die selbe Erwartung an Multimedia-Material stellen, welches auf ihren Rechner faellt. Klar, Fefe hat drei Dutzend Jahre gebraucht, bis das Setup
auf seinem Rechner so aussieht, dass _er_ damit leicht alle moeglichen Dinge anfangen kann, vielen Benutzern ist nicht soviel Zeit beschieden und sie wollen
ihren Rechner einfach benutzen.
Und auch hier moechte ich das "stell deinem nicht-Nerd-Kumpel nen Mac ins Haus und du hoerst von ihm nie wieder"-Stereotyp bestaetigen: wenn mir irgendjemand, an
dem mir was liegt, am Telefon erzaehlt, er wuerde sich nen Windowsrechner ins Haus stellen, bliebe mir aus Gewissensgruenden gar nichts weiter uebrig, als bei
ihm noch, bevor er versucht, den Rechner mit seiner AOL-CD ans Netz zu tun, vorbeizuschneien, diverse Service Packs von CD einzuspielen, den IE runterzuwerfen,
ihm einen Webmailaccount auf MEINEM mail-Server einzurichten, um Outlook wegwerfen zu koennen, Volker Birks OS-Vernaglungsskripte auszufuehren und ihm
einzuschaerfen, dass, wenn er jemals auf nen Attachment clickt, er mich gar nicht mehr anzurufen braucht. Danach wuerde ich ihm nen Plasterouter hinstellen und
hoffen, dass sich nie ein Paket auf die Windowsbox verirrt. Und wer mal versucht hat, jemanden per Telefon durch die Systemsteuerung zu lotsen, kann sich
vorstellen, welche Freude es im Gegenteil ist, von Freunden zu hoeren, die sich nen Mac ins Haus stellen wollen.
Zugegeben, mit dem Schwenk auf x86er wird die volle Expertise der hacker-cracker-bauernwhacker, die auf Windowsen und Webservern zuhause sind, auf Mac OS
eindreschen, mit einem hoeheren Marktanteil werden auch dort Viren, Wuermer und Konsorten heimischer weil lohnender, was mich als pragmatischen Nerd natuerlich
erstmal die Bohne interessiert, bis dahin kann ich immer noch meine Telefonnummer aendern.
Und was Mac OS fuer mich bedeuetet: wenn ich Windows oder FreeBSD benutze, klopf ich (wie hier auch schonmal ausgefuehrt) wie bloede auf die F9-Taste: Expose und
QuickSilver lassen alle anderen Desktopenvironments klobig wirken, wer "Apfel+," kennt, hat keinen Bock mehr, bei Windowsprogrammen nach den Options, Settings,
Preferences, Internet Options, Properties... zu suchen. Das gesamte Environment wirkt aufgeraeumt und verhaelt sich wohl zu den anderen Oberflaechen wie BSD zu
Linux.
Und, um Fefe nun nochmal seine "Vollkaskomentalitaet" zurueckzuwerfen: wer diese an den Tag legt, hat genau dann Recht, wenn er Vollkasko bezahlt und deren
Erfuellung nicht bei mir einfordert.
2005/12/18 14:14 Spam
Kommen, sie! Kommen sie, kaufen sie! Eintrittskarten fuer die fruehste Band der
Welt, die auf ihrer Welttourne in Berlin gastiert, genauer gesagt: am Montag dem 19.12.2005 in der Junction Bar in Berlin. Es gibt dutzende neuer Lieder,
Freibier (fuer die Band, wenn ihr alle reichlich erscheint), lustige Raetseleinlagen und eine echt knuddelige
Vorband!
Los geht es um 21ooUhr, gehopst wird, bis alle Sohlen durchsind. Ich freu mich auf euch!
2005/12/11 00:17 Filmkritik
Mit Filmverrissen lehnt man sich ja meist ziemlich weit aus dem Fenster: Man sei doch eh kein Cineast und solle doch mal jeden sein Urteil selber faellen lassen,
vielleicht gefiele es ja doch wem und man muss sich seiner Meinung rechtfertigen... Die Alternative ist jedoch, dass, wenn man einen Scheissfilm gesehn hat und
nicht davor warnt, gute Kumpels vielleicht Zeit und Geld verschwenden.
Nachdem allerdings telepolis ueber diesen Film
schrieb: "Lücke im System" könnte ein Kultfilm der Computerszene werden, will ich doch dringend davon abraten, sich den anzutun: Der Darsteller sind
lieblos bei der Sache, wer kein franzoesisch kann, wird mit einer noch liebloseren deutschen Synchronisation genervt, der Versuch, Paranoia zu schueren, wirkt
dilettantisch und oberflaechlich, man will wegen der unsympathischen Charaktere nicht einmal die Poppen-unter-der-Dusche-Szenen angucken. Da in Spielfilmen die
Szenen, die sich um Viren und Nerd-Toys drehen, generell eher lachhaft sind, will ich das dem Film nicht weiter anlasten, nur die
Worldleader-eMail-Adressen-Liste mit georges.bush@whitehouse.gov, yarafat@p-p-o.com und johannes.rau@gov.de haben mich in die
Hand beissen machen.
Gibt es etwas Gutes ueber den Film zu sagen (ausser, dass ich nur dreifuffzich in der Sneak fuer ausgegeben habe)? Ja: der Name "Hard and Soft" fuer einen
Nerdshop und der anzuegliche Anrufbeantwortertext dazu war ulkig. Achja: fuer "Full Access" auf der Filmwebseite muss man nach dem Clicken auf "Full Access" das
geheime Kennwort "Virus" eingeben, wenn man gefragt wird, was auf der CD war.
2005/11/26 05:42 Befreit
Ich bin ja normalerweise nicht so der ein-URL-Poster, aber das hier finde ich spannend: Laut
dieser Karte von 1945 wurde mein neuer Wohnort am 25. April 1945 von der von Osten anrueckenden Roten Armee
befreit. Mehr Karten von Berlin, auch Kaempfe
um den Reichstag gibt es auch. Danke, Sascha.
2005/11/21 02:48 Wedekind
Oben genannter Autor hat zu erdgeist folgendes zu sagen:
Erdgeist
Greife wacker nach der Sünde;
Aus der Sünde wächst Genuß,
Ach du gleichest einem Kinde,
Dem man alles zeigen muß.
Meide nicht die ird´schen Schätze:
Wo sie liegen, nimm sie mit.
Hat die Welt doch nur Gesetze,
Daß man sie mit Füßen tritt.
Glücklich wer geschickt und heiter
über frische Gräber hopst.
Tanzend auf der Galgenleiter
Hat sich keiner noch gemopst.
( via NetZwerg)
2005/11/07 02:15 Trendsetter
Wie jeder bedeutende Teenager der
etwas auf sich haelt, war ich schon frueh vom Gefuehl geplagt, alle aufkommenden Trends
deutlich eher als alle anderen wahrzunehmen. Man findet eine kleine Lokalband, stellt sich als (fast) einziger ins Konzert und ein Jahr spaeter werden sie in der
Bravo gefeatured. Am Ende muss man sich noch rechtfertigen, dass man doch eher Mitbegruender des Hypes war und nicht schlicht Mitlaeufer. Daneben gibt es
natuerlich immer noch Acts, die klein geblieben sind und man freut sich, wenn man ein Plakat von denen sieht und traegt dann brav weiter seine 3EUR
Eintritt zum Konzert, statt 15EUR bei den "shooting stars".
Mir erging es so, dass ich mich dank eines Kumpels, der schon auch fuer damalige Verhaeltnisse kauzig und nerdig war, auf einer der ersten Loveparades
herumtrieb. Ich war damals 12 oder 13, meine musikalische Evolution noch nicht so weit vorangeschritten und ich fand furchtbar spannend, was dort passierte,
wenn ich auch nicht allzuviel damit anfangen konnte und verzweifelt
auf dem MED-Tracker meines Amigas versuchte, "irgendwie Techno" nachzumachen. Der Jugend von heute
sagen natuerlich Dr. Motte und Marusha nichts
mehr, als jedoch damals daraus Popkultur wurde, war mein elitaeres Bewusstsein zum ersten Mal erschuettert.
Es ging weiter mit einer kurzen, heftigen Rammstein-Phase, die Herzeleid war ein Geheimtip, heutzutage kommen Spielfilme mit komplettem Soundtrack von den Jungs
raus! Die neue Amipunk-Welle, alles schon vor seiner Zeit gehoert, "1039 / Smoothed Out Slappy Hours". Letzte
Wochen haben die den MTV Europa Music Award bekommen. Funny van Dannen, beim Kuscheln mit der Freundin gehoert, gleich als die "Clubsongs" rauskam.
Noch bei Kuttner entdeckt, heute stehen Hosen-Fans auf den
Konzerten und die Papis groehlen "Saufen, Saufen, Saufen" am Herrentag. Mit den Special Guests in der
"Wabe" foermlich gekuschelt, nun machen sie schnell mal das Kesselhaus voll.
Aber jetzt! Bevor er in den Mainstream rutscht, sozusagen als Beweis, hier mit Datum und spaeter dann
in web.archive.org...
An der Stelle muss ich wohl unbedingt den Einschub bringen, die Netz-Welt vergooglet in letzter Zeit so unglaublich: Statt in den Duden zu
schauen, wirft nerd Googlefight an, oder laesst sich per "Did you mean:" eine Schreibweise empfehlen, statt in den Brockhaus zu schauen, informiert nerd sich in
Wikipedia und statt seines Nachrichtenarchivs bemueht er/sie/es web.archive.org. Diese Beqeumlichkeit birgt seine Gefahren. Waehrend ich bei Duden vs.
Googlefight eventuell das Argument durchgehen liesse, dass auch der Duden nur ein Spiegel der Sprache sein soll und ein Grossteil der geschriebenen Sprache
inzwischen im Netz indiziert ist (meine Praeferenz waere trotzdem der gedruckte Duden), hat man beim Nachschlagewerk und beim Nachrichtenarchiv ploetzlich das
1984-Problem. Die Informationen bezieht man bequem aus einer oder mehreren Quellen, die nicht unter der eigenen Kontrolle stehen, deren Verfuegbarkeit nicht
immer gewaehrleistet ist und welche morgen nicht unbedingt genauso aussehen muessen wie heute.
Andererseits ist auch der heutzutage gerichtszugelassene, notariell beglaubigte Ausdruck einer Webseite nicht das, was den Durchschnittsparanoiker beruhigt,
solange er nicht im eigenen Papierstapel steckt... aber ich schweife schon wieder ab.
Also: bevor er in den Mainstream rutscht, wollte ich hier niederlegen, dass mir Filmmusik von Danny Elfmann gewahr
ist, dass ich seine Art sehr mag, rasante komplexe orchestrale Stuecke zu duester/gothischen Tim Burton-Filmen (BeetleJuice, Edward mit den Scherenhaenden), zu
knallbunten/chaotischen Filmen wie Charly und die Schokoladenfabrik, Man in Black und, nicht zu vergessen, den Simpsons zu schreiben. Wie ich jetzt darauf komme?
Ich war gestern Corpse Bride gucken. Ziemlich kurz. Ziemlich kurzweilig. Netter Kinderfilm, coole Optik. Nur keine
8 EUR Wert. Der Score von Danny Elfmann, was mich zumindest beim Verlassen des Kino noch immer froehlich stimmte.
Und natuerlich hat er auch Spuren in meiner Musiksozialisation hinterlassen, noch bevor ich ihn bewusst wahrgenommen hab. Deutlich von ihm beeinflusst ist Catch that goblin von Skaven/Futurecrew oder hier die Version fuer Leser mit weniger fortgeschrittenen Abspielprogrammen. Skaven hat erst neulich
noch einen Nachfolger geschrieben, hat auch was, aber ist viel poppiger.
Und gibt er auch offen zu, wo er es geklaut hat. Hab ich nach der assembly 1995 auf diversen Compos auf
allen moeglichen Demoparties gewinnen hoeren.
Fuer die werte Leserschaft besteht nun die Moeglichkeit, eine "shooting star"-Band gekannt zu haben, bevor sie gross werden. Der Name ist Pumpanickle und sie spielen am 19. 12. 2005 in der Junction Bar in Berlin. Grossartige Musik! ;)
P.S.: Bei der Linkrecherche fuer die Eintraege kommen immer wieder wirklich wirklich abstruse Seiten zusammen, die zwar nicht zum Thema passen, ich trotzdem nicht vorenthalten moechte.
2005/11/01 04:23 Grundsatz
Ich entsinne mich an der Stelle mal des Grunds, weshalb ich dieses Blog ueberhaupt angefangen hab: es ist fuer mich. Ich wollte spaeter darauf
schauen und nachvollziehen, wieso ich welche Entscheidung in meinem Leben getroffen habe. Ein Fotoalbum in meinem Kopf, und wenn es farbig genug ist, bei den
Lesern Bilder hervorzurufen, die sie nicht gesehen haben, sollte es fuer mich in 40 Jahren auch noch reichen.
Nun gut. Ich habe das Blog vernachlaessigt. Wenn ich ehrlich bin, schon seit einem halben Jahr. Ich habe ab und zu Dinge geschrieben, bei denen es sich nicht
vermeiden liess, sie zu bloggen. Aber eigentlich nichts, was ich nicht spaeter auch googlen koennte. Und gerade kulminiert so ein Stapel Dinge, die mich treiben.
Ich mag es nicht, das Gefuehl zu haben, von den Dingen einfach nur getrieben zu werden. Ich bin in eine neue WG gezogen und man kann es so sehen, dass ich etwas
Neues ausprobieren wollte (stimmt), dass ich Lust hatte, mal in einer WG zu wohnen, in der man mehr als nur nebeneinander lebt (stimmt auch und kommt der
Sache schon naeher). Man kann es aber auch so sehen, dass mir die zunehmend ungemaechliche Zusammenwohnsituation in meiner alten Wohnung am Ende nichts weiter
uebrig liess, als das Experiment zu beenden.
Ein guter Freund hat mich gefragt, warum ich denn als Hauptmieter nicht einfach meinen Untermieter hinausgeworfen hab. Gute Frage eigentlich. Erst war ich
verstoert, dass er meine Beweggruende nicht nachvollziehen kann. Dann war ich verstoert, dass ich es auch nicht kann. Es gab wohl einfach mehr Gruende zu
fliehen, als zu bleiben.
Heute habe ich meine Wohnung uebergeben. Besser gesagt habe ich meinen Hausmeister im Zustand ueberrumpelt, in dem er zu betrunken war, noch ernsthaft Kritik am
Zustand der Wohnung zu ueben, aber gerade noch nuechtern genug, um zu begreifen, was ich von ihm wollte. Beim Stromern durch die Zimmer sind Tretminen der
Erinnerung losgegangen, wie sie auch in der ganzen Stadt verstreut sind. Nicht die, die einem sowieso kommen: erste eigene Wohnung, erste Zimmermannserfahrungen,
Parties, erster Damenbesuch und sowas.
Ich mag noch ein wenig um den heissen Brei herumschreiben. Vor allem will ich wenigstens versuchen, die letzten Monate zu begreifen. Ich hab einen Urlaub mit
Cryx selbstgebaut und wurde doch in drei Reisen geschubst (es gibt sogar Bilder.). Ich wurde von grossartigen Bandkumpels durch die
abgefahrensten Erlebnisse manoevriert. Ich bin von einem coolen Chef in eine fantastische Firma gelockt worden. Ich bin zum Chefredakteur in einer Zeitschrift
avanciert, weil ich mit einem in Wuerde (fast) erwachsen gewordenen (und hier gehen mir ploetzlich die Adjektive aus) Kumpel zum richtigen Moment am
Fruehstueckstisch sass. Ich bin in eine Wohlfuehl-WG gestolpert, weil durch Zufall die richtigen Leute Single geworden sind. Ich bin Chefadmin in meinem bereits
beschriebenen "Gute-Freunde-Server-Projekt" geworden, weil alle anderen keine Lust hatten, sich naeher damit zu beschaeftigen und ich das in den richtigen (oder
falschen) zwei Wochen mal spannend fand.
Es ist Bloedsinn, dass es Momente sind, die das Leben veraendern. "Momente" sind Katalysatoren, sie stehen am Ende oder Anfang einer Entwicklung. Wie man mit den
Ereignissen umgeht, ist, was das Leben ausmacht. Nein eher, was einen Menschen ausmacht. Und wenn ich mich einfach treiben lasse, dann koennen
tolle Dinge passieren. Man tut aber nie die richtigen Dinge, um sie passieren zu lassen. Im Gegenteil. Da ich nie (oder zu selten) dafuer gekaempft habe, sie zu
bewahren, konvergiert das Leben im Zustand groesstmoeglicher Entropie. In seinem Leben das zweite Gesetz der Thermodynamik bestaetigen zu wollen, ist nicht
erfuellend.
Ich habe, in aktiver und passiver Position, erlebt, dass Menschen jemanden brauchen, der sie bei der Hand nimmt, ihre eigenen Traeume wahrzumachen. Man
funktioniert also selber, mit einer gewissen Selbstsicherheit, als Katalysator. In besagter Zeitschrift genuegte zu sagen "man macht jetzt mal" und alle
Mitstreiter taten mehr als 200% dessen, was eigentlich noetig gewesen waere.
Eines der Dinge, die mich haben nachdenken lassen, war, dass ich zum ersten Mal seit 15 Jahren meinen Schluessel zu hause hab liegen lassen. Ich bin nicht
sonderlich ordentlich, verplane gerne Termine, nehme alle sich bietenden Fettnaepfchen mit... aber habe eine ausgewachsene Neurose meinen Schluessel betreffend.
Wenn er sich nicht direkt an meinem Koerper befindet, heisst es, dass ich keine Hose anhabe. Gestern nun, zum denkbar unguenstigsten Termin (Wohnungsuebergabe,
vorher noch malern, all das), fuehlt sich die Schluesseltasche einen Tick zu leicht an. Und alle Mitbewohner sind nicht erreichbar. Wenn es fuer mich ein Zeichen
gibt, dass mein Leben gerade desynchronisiert ist, dann das.
Und heute abend gab mir dann ein Film den Rest. Mich liess das Gefuehl nicht los, jemand haette mein
Leben verfilmen wollen und sich nur im Ende geirrt. Dort gab es naemlich ein happy end. Und nun habe ich endlich das Sprungbrett zu schreiben, was mich wirklich
mitnimmt: Der Held im Film bekommt, trotz seiner Bloedheit, die wundervolle Rothaarige zurueck. Der Schreiber dieser Zeilen nicht.
Ich hab lange ueberlegt, wie ich es am wenigsten weinerlich klingend erzaehlen kann. Man nehme all die Zeilen diesen Eintrags und fuege sich sein Bild zusammen.
Ich habe die Beziehung verspielt. Ja, diese eine. Die, die einen wohl noch 10 Jahre spaeter mit dem Kopf gegen die Wand schlagen laesst. Auf die
selbe Art und Weise wie im Film. Einer kurzlebigen, langweiligen Oberflaechlichkeit geopfert. Auf der Jagd nach sich nie erfuellenden Versprechen, einer
angeblichen Schoenheit.
Genug Stoff, einen aus der Bahn zu schubsen, genug Grund um zu fliehen vor den Erinnerungen und dem Hass auf sich selbst, der so beisst, dass er weh tut.
Vielleicht eine Erklaerung fuer die Leere der letzten Monate. Ganz sicher jedoch ein dringender Anlass zu Reflexion und dem festen Vorsatz, sich meines Lebens
wieder aktiv anzunehmen und nicht mehr nur der Dinge zu harren.
Stay tuned.
2005/10/17 06:21 Nerd Fame
Endlich habe ich es geschafft, meine Fussstapfen in meinem Lieblings-OS zu hinterlassen: ein eigener FreeBSD-Port. Und nicht nur ein Port irgendeines Programms,
nein, in /usr/ports/sysutils/ezjail gibt es jetzt ein Script-Set, welches ich aus den Erfahrungen von damals gebaut habe. Mit einer ansprechenden Projektseite und den ersten
Verlinkungen aus obskuren japanischen Blogs. Nun muss ich meine Projektseite schnell fertig hacken, bevor der grosse Nerdansturm clickt ;)
UPDATE: Der Japaner fand wohl weniger das Projekt spannend, als meine License, er schreibt von "ezjail als seltene Beerware"... naja, wenigstens etwas
2005/08/09 16:50 Rekreation
Es wird ein heisser Sommer werden. Neben dem Serverumzug und meinem Umzug
nach Prenzlauer Berg (Ja!, ich kehre dem Friedrichshain den Ruecken), werde ich noch ein wenig Waldbrandgucken fahren. Los gehts
direkt nach dem Gig in der C-Base fruehs um
6 von Schoenefeld. Ich melde mich, wenn die Gefahr vorrueber ist.
2005/08/05 03:03 KnastHorst
Auf meinem gute-Freunde-Shell-Server, auf dem auch diese edle Seite liegt, hatte ich bisher ein
FreeBSD4.(5-11) installiert. In diesem wurden 14 sogenannte Jails gefahren. Das ist der
FreeBSD-Ansatz, chroot soweit zu treiben, damit in virtuellen FreeBSD-Systemen root-Rechte
vergeben zu koennen, ohne damit die Integritaet des Hostsystems zu beeintraechtigen.
Einige jails werden als shared service von $kumpel und mir betrieben, so ein mail-, ein www-
und ein nameserver, andere in die Hand von Freunden gedrueckt. Da der Server wegen .. sagen
wir, Rechenschwaechen .. des derzeitigen Hosters dort nicht mehr stehen bleiben kann und somit
ein Umzug auf andere Hardware notwendig wird, werde ich die Gelegenheit nutzen, auf ein
FreeBSD5 oder 6 zu wechseln.
Das bringt mehrere Vorteile mit sich: a) sind nuetzliche Tools zur Jailverwaltung, naemlich jls
und jexec und 'kill -j' hinzugekommen, b) hat es das script /etc/rc.d/jail und
macht jails laufen lassen zum Spass und c) sind da viele nette Features im Kernel, wie z.B. KSE,
die das OS snappier[tm] machen sollten.
Bisher musste ich alle jails muehsam von einem selbstgehackten Scripteset kontrollieren lassen.
Um nicht fuer jedes jail ein komplettes Betriebssystem auf der Platte herumliegen zu haben
(kostet viel Platz), wird die Welt aufgeteilt in ein zentral gewartetes basejail (/bin
/sbin /usr/bin /usr/include /usr/lib /usr/libexec /usr/sbin /usr/src /usr/share /usr/ports
/usr/src) und die zweite, vom User anpassbare Haelfte, das "newjail" (kostet wenig Platz,
um die 8MB). Ersteres wird nun readonly in jedes Jail (nach /usr/jails/*/basejail)
gemounted. Softlinks lassen dann z.B. /usr/bin nach /basejail/usr/bin
zeigen. (man jail zeigt die Schritte, die man braucht, sich ein basejail zu
basteln, ein lokales cvs-repository hilft). Soweit, so gut.
Nun gab es dieses kleine Problem: fuer das simple loopback-Mounten eines Verzeichnisses hat
sich FreeBSD mount_nullfs ausgedacht. Doch ein kleiner Blick in die man-page macht einem den
Mut, den man braucht, seinen Mailserver darauf aufzubauen: "THIS FILE SYSTEM TYPE IS NOT
YET FULLY SUPPORTED (READ: IT DOESN'T WORK) AND USING IT MAY, IN FACT, DESTROY DATA ON YOUR SYSTEM.
USE AT YOUR OWN RISK. BEWARE OF DOG. SLIPPERY WHEN WET." Meine ersten Versuche vor ein
paar Jahren ergaben genau dies: crashes und komische Effekte im Filesystem. Spaetere Experimente von
Freunden erbrachten zwar keine Crashes mehr, dafuer aber ploetzliche hohe CPU-Load. Aus diesem
Grund werkelt nun zur Zeit auf dem Server noch ein nfs-server, der fuer localhost das basejail
exportiert und lauter mount_nfs, die es wieder mounten. (Dazu muss man erstmal portmap
patchen) Mit so einem Setup kann man nicht prahlen gehen :(
Neulich entdeckte ich jedoch die
Todoliste fuer die 6.0er Release, in der angedeutet wird, dass "Nullfs (and perhaps
other filesystems) use an absurdly small hash size that causes significant performance
penalties." Der Source (/usr/src/sys/fs/nullfs/null_subr.c) verriet mir
auch #define NNULLNODECACHE 16. Also, wenn die zu kleinen Hashs deren einziges
Problem sind... Ich habe aus der 16 eine 65536 gemacht, neuen Kernel gebaut und habe nun das
basejail endlich per nullfs gemounted. (Zur Zeit laufen 12 Jails auf einer Testinstallation, die
dann auf den neuen Server uebernommen wird.)
Die Features des jail-scripts aus der /etc/rc.d sind zwar grossartig, aber echt
unglaublich wirklich voll total mies dokumentiert. Die jails, die das System starten soll,
traegt man space-separiert in der /etc/rc.conf in jail_list="JAILNAME1
JAILNAME2..." ein. Dann macht man noch jail_enable="YES" an und beim Startup
werden alle jails hochgefahren. Die Parameter dafuer traegt man in Variablen wie zum Beispiel
jail_JAILNAME_ip="10.1.1.200" ein (nicht vergessen, der Netzwerkkarte auch die
aliase fuer alle IPs zu geben). Punkte sind in den Variablen ungern gesehn, bei mir heisst das
dann immer erdgeist_org, also spaeter auch
jail_erdgeist_org_option_enable="YES".
Dann ist cool, dass jedes jail eine eigene fstab mitbekommt. Wer
jail_JAILNAME_mount_enable="YES" anhat, kann beim jail Starten
/etc/fstab.JAILNAME mounten lassen. Bei mir steht da naetuerlich
"/usr/jails/basejail /usr/jails/JAILNAME/basejail nullfs ro 0 0". Fertig ist der
Lack. Wer jail_JAILNAME_devfs_enable="YES" (immer gern genommen mit
jail_JAILNAME_devfs_ruleset="devfsrules_jail", wegen der Sicherheit, wissenschon)
anhat, findet auch gleich ein /dev im jail gemounted vor, aehnlich verhaelt es sich mit
jail_JAILNAME_procfs_enable="YES" und
jail_JAILNAME_fdescfs_enable="YES".
Das Verwalten der jails ist nun simpel, eigentlich haette das gleich vom rc.d-script mit
erledigt werden koennen: Man legt sich ein /etc/jails/ oder so an, in das man die
config-Bloecke fuer jeweils ein jail zusammenfasst, also z.B.
/etc/jails/erdgeist_org und schreibt in seine /etc/rc.conf
jail_list=`ls /etc/jails/`, und included danach . /etc/jails/*.
Beim Erzeugen eines neuen jails kopiert man aus dem "newjail" mittels mkdir
/usr/jails/$JAILNAME && cd /usr/jails/newjail && find * | cpio -p -d -v
/usr/jails/JAILNAME das Skelett. /etc/resolv.conf,
/etc/rc.conf, /etc/passwd und
/home/admin/.ssh/authorized_keys im newail gleich zu bevoelkern macht sich auch
immer gut, sonst vergisst man das. (Auch wichtig fuer den sshd: nicht vergessen, dass man im
Hostsystem alle Services nur auf die IP des Hostsystems binden lassen sollte, sonst kann man das
im Jail nicht mehr.) Danach erzeugt man (beispielsweise aus einer template-config) das File, was
nach /etc/jails/JAILNAME soll. Ausserdem legt man die
/etc/fstab.JAILNAME an. Done.
Da wir /usr/ports mit dem basejail readonly gemounted haben (dadurch reicht es,
einmal jede Nacht ein cvsup auf die ports im Hostsystem zu machen), muessen wir den
jails sagen, dass sie die ports nicht in /usr/ports/X/Y/work sondern irgendwo
anders bauen sollen, wo man schreiben darf, die distfiles koennen natuerlich auch nicht nach
/usr/ports/distfiles. Das macht man in der /etc/make.conf. Bei mir
steht da WRKDIRPREFIX=/var/ports und DISTDIR=/var/ports/distfiles. Das
schreibt man am besten gleich ins newjail.
Diese Vorgehensweise steht eigentlich auch dem Hostsystem gut. Man kann naemlich spielen alle
work-directories und distfiles an einem zentralen Punkt loeschen: rm -rf
/var/ports/* statt rekursivem make distclean oder rm -rf
*/*/work/ in /usr/ports. Eigentlich koennte man die distfiles zwischen den
jails noch in einem unionfs teilen, aber erstens liest sich die Doku zu mount_unionfs NOCH
entmutigender, als die von mount_nullfs und zweitens muesste fuer den Fall, dass korrupte
distfiles rumliegen, immer ein hostsystem-Admin putzen kommen.
Nun zum wirklich Betrieb der jails: Einzelne jails kann man mit sudo sh /etc/rc.d/jail
start JAILNAME anstossen, die jail_list wird genommen, wenn man keinen
jail-Namen angibt. Alle laufenden jails, inklusive ihrer jail-id kann man sich mit
jls angucken. Nachtraeglich tasks an ein jail haengen geht mit sudo jexec
jail-id cmd, wobei man da meist /bin/csh nimmt. Mit sudo jexec jail-id
ps auxw kann man sich dann die laufenden Programme im jail angucken. Beim Traversieren der
jail-Verzeichnisse (bei mir in /usr/jails) aus dem Hostsystem sollte man DRINGEND auf softlinks
aufpassen. Gerne verpeilt werden /usr/jails/JAILNAME/home -> /usr/home, was einem
Aerger mit den Homeverzeichnissen im Hostsystem einbringen kann und natuerlich
/usr/jails/JAILNAME/usr/bin -> /basejail/usr/bin. Jail anhalten geht mit sudo
sh /etc/rc.d/jail stop JAILNAME.
Zu guter letzt noch ein paar Fallstricke: im jail geht ping nicht. Das liegt daran, dass man
keine raw sockets aufmachen darf, da man in diese natuerlich jede IP als Source IP eintragen
koennte und damit das Sicherheitskonzept der jails umginge. ping ist aber sehr nuetzlich. Das
script /usr/local/bin/jailping bestehend aus finger $*@HOSTSYSTEM
gepaart mit einem fingerd, der read input; (ping ${input%^M} 2>&1) fuer
Verbindungen aus den jails erlaubt, schafft Abhilfe. Am besten noch alias
ping='/usr/local/bin/jailping'. Done.
Hostname im jail aendern verbieten mit jail_set_hostname_allow="NO" in der
/etc/rc.conf. Ein Sicherheitsfeature, was gern abgeschaltet wird (auch in meinem
jail-Server, wegen der Datenbanken, die es brauchen), ist sysvipc.
jail_sysvipc_allow und postgresql geht.
2005/07/22 18:48 Unparteiisch
Ich selber bin kein Mitglied einer Partei, aber dachte schon immer darueber nach, was denn die Parteien ausser Bargeld im schwarzen Koffer und
Wahlkampfkostenrueckerstattung so einnehmen. Fuer die groesseren Parteien hier nun die Mitgliedbeitraege, die ein Durchschnittsverdiener (1000EUR Netto im Monat)
monatlich mindestens zu berappen hat. Ich persoenlich kenne viele, die freiwillig mehr bezahlen, andererseits haben viele Parteien auch Sozialregelungen. Dies
sollte sich im Mittel aber ausgleichen.
| Partei/Quelle | Mindestbetrag |
| SPD | 8 EUR |
| CDU | 5 EUR |
| CSU | 4,16 EUR |
| FDP | 8 EUR |
| PDS | 20,60 EUR |
| B90/Gruene | 10 EUR |
| DVU | 3 EUR |
| APPD | 1 EUR |
| NPD | wahrscheinlich 6,50 EUR (3,50 EUR - 10,50 EUR) |
| PBC | 4,16 EUR |
| REP | 6 EUR |
| PASS | 2,50 EUR |
| Die Partei | 0,83 EUR |
| Bayernpartei | 3 EUR |
| SPASSPARTEI | 0,00083 EUR |
| STATT | 5 EUR |
| Tierschutzpartei | 2,66 EUR |
| Die Violetten | 3 EUR |
2005/07/08 14:19 One more thing
Als der Cryx verzweifelt versuchte, alle "mal Kaffee trinken gehen"-Zusagen in seinem iCal unterzubringen, zusammen mit Arbeit, Veranstaltungen und Urlaub, kam
mir _DIE_ grandiose Idee, wie Apple das Produkt massgeblich verbessern koennte: iCalShuffle. Ueber die genaue Implementation will
ich hier nicht zuviele Worte verlieren, macht viel zu viel Spass, sich das selber auszudenken.
2005/06/13 14:55 Feiervolk
Gestern gab es statt Probe Musik anhoeren. Die Band von Susi hat das erste Mal live gespielt. Klassische Besetzung plus Geige und Bratsche. Interessante
musikalische Basis (allesamt Musikstudenten), leider nur 3 eigene Songs zum Eindruck gewinnen.
Danach mit Ern und Freunden auf ein Volksfest. Bergmannstrassenfest. Auf Strassenfesten habe
ich ja selber als Promotionhampel fuer das Berliner Abendblatt meine erste Miete verdient und stand da auch jedes Wochenende auf einem der sehr individuellen
Feste herum.
Anfangs wurden diese von engagierten Kiezbewohnern organisiert, die ein wenig das Kennenlernen in ihrer Strasse vorantreiben wollten. Ich kann mich noch gut
erinnern, wie 1995 auf dem Muellerstrassenfest der Besitzer der Brautmoden selber einen Bratwurststand betrieben und am Ende eigentlich alle Wuerste verschenkt
hat.
Mit Volksfesten, eine Binsenweisheit, laesst sich aber Geld verdienen. Viel Geld. Man holt sich eine Strassensondernutzungserlaubnis beim Ordnungsamt, karrt
eins, zwei Buehnen heran und vermietet die Strasse in Parzellen an fliegende Mampf-, Ramsch-, Blumen- und Ethnolaeden, laesst ein paar schlechter positionierte
Buden fuer Amnesty International, Kinderschminken und die Lokalgazetten frei (damit die im Gegenzug laenglich dafuer werben) und fertig ist der Lack. Danach
wird das Volk durch die den Konsumtunnel gepfercht, darf sein Geld links und rechts der Strasse lassen und sich freuen, was sein Kiez nicht alles auf die Beine
stellt.
Mit diesem Konzept verdienen in Berlin unter anderem die Firmen Nareyka und Laubinger ihr Geld. An den 25 strassenfesttauglichen Wochenenden finden laut Bericht des Senats fuer Wirtschaft, Arbeit und Frauen in diesem Jahr 12 Feste von Nareyka und 10
von Laubinger statt. (Dazu kommen Weihnachtsmaerkte und Grossveranstaltungen wie die Loveparade.) Tendenz steigend.
Dankenswerterweise gibt es aber noch Organisatoren, die den Brand ihres Fests nicht so einfach abgeben, sondern weiter selbst organisieren, so dass die
ueblichen Verdaechtigen Mampf-, Ramsch-, Blumen- und Ethnolaeden nicht immer mit den selben Verhandlungspartnern an den Tisch muessen, sondern ihre Bude bei
den Kiezlern bezahlen. Das Kuchenbasar und Papa-grillt-selber Feeling kommt trotzdem nicht mehr. Das durfte ich naemlich genau bei dem Sommerhoffest
dort erleben, wo Susis Band ihren Probenraum hat: das ganze Haus kramt all sein Zeug hervor, stellt selber ein Buehne auf. Resultat: Grillen und Kuchen, zwei
Bierfaesser und mehrere nette Plaeusche. Mehr davon!
Gut. Ganz in Nostalgie zu versinken, macht natuerlich keinen Sinn, frueher sind die fahrenden Jahrmaerkte einmal im Jahr mit ihren Attraktionen und Mampf-,
Ramsch- und Fahrgeschaeften in die Stadt gekommen und haben den Staedtern und Doerflern die Kohle aus der Tasche gezogen. Aber es tut schon immer wieder ein
wenig in der Seele weh, wenn private Aktionen kommerzialisiert werden.
Eins habe ich aber beim in der Bergmannstrasse noch mitgenommen: Zuckerwatte. Das habe ich
schon seit 15 Jahren nicht mehr genascht und da musste ich einfach zuschlagen. Und Zuckerwatte in der
Wikipedia weiss ich jetzt auch, wie das eigentlich funktioniert.
2005/06/11 21:43 Kulturflatrate - Haben wir doch schon
Ich hatte heute auf dem Projekt-P die Freude, einer Diskussion ueber Filesharing beizuwohnen. Ich habe mich wirklich aufgeregt. Frank wohl auch. Nerds projezieren ihre tumbe Welt- und naive Gerechtigkeitssicht auf die Musikindustrie "jeder wuerde
doch natuerlich freiwillig bei Konsum eines Kunstwerks dem Kuenstler Geld zukommen lassen, das Problem ist nur, dass es nicht geht". Die freiwillige Mitarbeit an
freier Software wird zur Verpflichtung an alle ausgelegt, den selben Altruismus an den Tag zu legen.
Dass die Schranke der Privatkopie eine Anerkennung der Tatsache ist, dass eh alle kopieren und man im Ausgleich auf Kopiermedien Gebuehren erhebt, wird immer
wieder unzutreffend in "das Gesetz gibt jedem das Recht, Kopien zu erstellen" umgedeutet. Wenn man halt nicht kopieren kann, weil der Hersteller das auf
technischem Wege verhindert, fuehrt das auch dazu, dass man kein Kopiermedium einsaut. Passt irgendwie schon. Man muss die CD ja nicht kaufen.
Meines Erachtens geht es Kuenstlern zur Zeit so gut, wie nie in der Geschichte zuvor. Brotlose Kunst bedeutete ueber Jahrhunderte genau das: man ist im Zweifel
verhungert. Heute sind Musiker auf der einen (zugegeben zahlenmaessig verschwindend geringen, aufmerksamkeitsoekonomisch aber sehr viel Raum einnehmenden) Seite
Weltstars mit unverschaemten Einkommen.
Wenn die das in der Marktwirtschaft so hinbekommen, ist das total legitim. Die verkaufen aber nicht ihre Songs. Die verkaufen ein mehr oder minder muehsam
konstruiertes Image, was unter anderem beim Musikverkaufen hilft. Wer andere Leute dazu bringt, ihm freiwillig rauhe Menge Kohle in den Rachen zu werfen, hat es
verdient. So funktioniert das mit der Werbung. Und wenn man keine Songs als Daten mehr verkaufen kann, aber trotzdem stinkend reich bleiben will, muss man sich
halt etwas anderes einfallen lassen. Die Gesellschaft kann nicht dazu da sein, den dekadenten Status quo zu erhalten.
Auf der anderen Seite leistet sich unsere Gesellschaft laengst eine Kulturflatrate. Wir leisten uns, dass niemand verhungern muss, der kein Nuetzling in
marktwirtschaftlicher Sicht ist. Man kann gut und gerne 10 Jahre lang an seine Mal-, Gesangs-, Bildhauer-, oder sonstigen kulturellen Skills arbeiten, kostenlos
lernen bis der Arzt kommt (OT: was gerne uebersehen wird: man kann auch ohne Studiengebuehren an der Uni etwas lernen, man bekommt halt nur keinen Abschluss
dafuer) und wird trotzdem gefuettert. Wenn man im Kapitalismus nicht mitspielen moechte, hat man daher gerade die Moeglichkeit dazu, wenn man es jedoch will,
muss man halt die Spielregeln befolgen und etwas "Nuetzliches" tun.
Ein Weg, mit dem Problem "Bezahlen von Musikern" umzugehen, koennte sein, dass man zum Dienstleistungsgedanken zurueckkehrt: solange es keine Neurorecordings
gibt, ist ein Livekonzert mit vielen gleichtickenden Leuten um einen herum um Groessenordnungen geiler, als der Konsum im Zimmerchen auf Anlage, allein. Songs
auf Platte oder im Netz koennten/sollten Werbung fuer die kostenpflichtige Teilnahme am Konzert sein. Oder Werbung fuer die Marke Kuenstler, der sich dann in
Waschmittelspots Schmerzensgeld fuer die Entwuerdigungen verdienen kann, oder anderen Leuten fuer Geld die Erlaubnis gibt, Flauschpueppchen oder Poster mit
seinem Conterfait zu verticken.
Natuerlich funktioniert das fuer unansehnliche, ausgewiesene Studiomusiker nicht, die einzig ueber den Verkauf der Verwertungsrechte fuer die Stuecke an sich
angewiesen sind. Um aber auf die geschichtlichen Parallelen zurueckzukommen: dann muss man sich halt einen Maezen suchen, oder wie es Funny van Dannen so
treffend ausdrueckte: "es muessen ja nicht alle gluecklich sein".
2005/05/28 22:58 Was angerichtet
Oh backe, ich habe bei ein wenig Vanity-googling entdeckt, dass sich geflissentlich
ueber grossartigen deutschen Lesestoff informieren wollende Schueler von meiner zynischen
Tagesdosis Erschriebenem zudroehnen lassen muessen..
Mal schaun, ob ich da mit einem gezielten Link zu Erdgeist
wieder was gut machen kann.
Heute bei geilem Wetter im Volkspark gehockt und ein wenig Seelen-Sonnen-Therapie probiert. Mal morgen mal sehen, obs was geworden ist.

Eben noch mit Cryx und Tina dekadent beim Mexikaner getafelt, wo ich
schmerzlich meine EC-Karte vermisste, zum Glueck nur in der alten Hose verpeilt.
2005/05/28 03:52 Ablenkung
Zeit fuer sich und zum Nachdenken zu haben, bringt fuer mich zur Zeit eher Aerger und Truebsal mit sich. Um dem zu entgehen, muessen um mich herum einfach gerade
viele Dinge passieren. Arbeit ist herausfordernd und spannend, die Band floriert, ich seh Leute, die ich schon eine echte Weile nicht mehr gesehn hab, tue
Dinge, die ich mir schon immer mal vorgenommen habe, morgen gehts zum Beispiel zu Opa, Keller ausraeumen, heute war ich noch im Club
Mariokarten, wieder Arbeiten, dann mal wieder
SPIEGEL-lesend mit der S-Bahn durch die Stadt, und danach wild Rollern durch die Stadt, um bei den Phenoeliten auf der ph-neutral in der C-Base Bierchen mit netten Leuten zu schluerfen.
Eben gabs nochmal Signale und Heimkino.
Trotzdem zu viel Zeit ohne Ablenkung :(
2005/05/27 20:02 Offizieller Sommer
Ich hab ja nun schon foermlich darauf gewartet, wann denn mal der Stoff ausgeht und ich uebers Wetter bloggen muss. Hier ist es nun also: es ist Sommer: man kann
nachts ohne frieren mit kurzer Hose Moped fahren, man muss sich extra zwingen, seinen Mitmenschen in die _Augen_ zu gucken und Fruehstuecken in der Knalllesonne
erinnert an die schoensten Urlaube. Hier sei mal das 3-Euro Fruehstueck-Brunch-Abendbrot-Angebot in der Boese Buben Bar in der Marienstrasse lobend erwaehnt.
Sonnengarantie dank Suedseite.
Und vollends Seele baumeln lassen geht mit sonem Eis auf einem
gemuetlichen Balkon.
In der dazugehoerigen Wohnung lernte ich dann auch den folgenden Fakt fuer das Notizblog: wenn jemand einen T-Online-Account auf einem nicht-Telekom-Router
einstellen moechte, geht das so: man nehme alle Zahlen, die auf dem Username/Passwort-Zettel von der Telekom stehen (ausser das Passwort natuerlich), haenge sie
(von oben nach unten) aneinander, haenge ein @t-online.de dran und los gehts. (Im Idealfalle sollte dies die Zugangskennung, die T-Online-Nutzerkennung und die
Mehrere-Benutzer-ID, normal 0001, sein). Weil ichs nicht aufgeschrieben hab, und natuerlich vor dem Netz einrichten auch kein Netz, musste ich dann mal ne
Bluetoothverbindung bemuehen und ueber 9600 (gute Alte Zeit) googlen.
2005/05/27 14:37 Beobachtungen
Ich hab mir, wie bereits berichtet, den neuen Communicator er-ebay-t. Vorab, bei aller Kritik, die man als Nerd natuerlich auch immer am fast Perfekten hat: ein
cooles Geraet! Endlich GPRS und Bluetooth, ein Prozessor mit zeitgemaessem Takt - habe ich ja alles schon mal geschrieben. Was ich nicht gedacht haette, dass ich ernstlich
Gefallen an der Kamera finden wuerde. Nicht, dass ich mich jetzt zu MMS-Spielchen hinreissen lassen wuerde, wo es doch Bluetooth gibt, aber so als "nette
Location, mal fuer ein Shooting festhalten"-Moeglichkeit, die man immer mit sich rumtraegt, ist es schon nuetzlich. Ausserdem entsteht daraus ja auch gerade eine
Kunstform. Ich hab da mal noch zwei Bilder fuer die Galerie.
Einige Wermutstropfen hab ich beim 9500 aber doch entdecken muessen: erstens kann man keine WLan-Netzwerknamen explizit angeben und kann deswegen nicht in hidden
networks assoziieren, Helden! Zudem hoert man beim mitgelieferten Headset nicht, wenn das Telefon klingelt. Und das, wo ich mich gefreut hatte, endlich auch auf
dem Moped erreichbar zu sein. Wo es doch keinen Vibrationsalarm gibt... Menno! Aber eigentlich ueberwiegen die geilen Features. Dank Bluetooth kann ich jetzt
(mit ein wenig Hilfe von denen hier) auch mit dem Notebook einfach so™ syncen, SMSen
schicken, bekomme Anrufe gross aufs Display... - mein erstes Bluetoothgeraet halt. Das Display ist stateoftheart, geht in der Sonne und sieht im Dunkeln
gestochen scharf aus, der Lautsprecher ist pumpanickle-songs-tauglich, d.h. er hat sogar ein paar Baesse und die 1GB
Speicherkarte laedt zum mp3-Sammlung mitnehmen ein. Ich werde noch ein wenig in meiner Kohorte mit dem Geraet posen, vielleicht habe ich dann ja bald genug Leute
zum Communicator-WareZ traden. ;)
2005/05/26 17:00 Signale
Ein Gebiet der Informatik, um das ich mich bisher rumgeschlaengelt habe, ist Signalverarbeitung. Ich hatte eine naive Vorstellung davon, wie das mit dem Sampeln
so funktioniert, hab grob an den Knoepfchen von Softwareequaliziern herumgespielt und beobachtet, was passiert. Aber in der Vorlesung Grundlagen der Signalverarbeitung an der Uni hatte ich
mich mit einer vier durchgemogelt, weil ich wohl spannendere Dinge zu tun hatte. Was ich eigentlich schade fand, weil Prof. Meffert eine angenehme Art hat, Dinge
zu erklaeren.
Da mich das Thema aber eigentlich doch interessiert, habe ich mir ihr Buch geshoppt und ehrlich und ernsthaftig versucht, den
Inhalt zu verstehen. Leider ist das ohne die begleitende Vorlesung gar nicht so leicht. Gluecklicherweise ist mir bei der Recherche nach einigen Techniken der
Signalverarbeitung dieses coole, kostenlose und verstaendliche Buch in die Haende gefallen. Mit vielen vielen
Bildern, fuer Techies und nicht fuer Mathematiker gedacht, einfuehlsam erklaert. Nun kann ich das mit der Fouriertransformation endlich.
2005/05/26 16:27 Deppen
Ich bin ja ein heimlicher Fan von Zwiebelfisch. Auch wenn ich mich mit meinem Drummer elendig lange
streiten kann, in wie weit der pflegliche Umgang mit seiner Muttersprache deren natuerlicher Weiterentwicklung entgegensteht, auch wenn ich mich verteidigen
muss, wie kleinkariert ich doch sei, wenn mir wegen dem Genitiv spontan Pickelchen auf der Iris spriessen. Ungeachtet der Tatsache, dass ich zuweilen Leuten auf
die Nerven gehe, die Superlative am maximalsten geil finden. Nein! Ich stehe dazu, dass ich eine sprachkonservative Quaengelbacke bin. Die neue Rechtschreibung
ist mir ein Graus und Rechtschreibe- und Grammatikfehler in gedruckter Form, zum Beispiel auf Werbeplakaten oder an Buden, tun mir ehrlich weh, weil sie als
Multiplikatoren flegelhaften Umgangs mit der Sprache Wiedererkennungseffekte ausloesen.
Ich erwische mich natuerlich auch selber dabei, Fluechtigkeitsfehler in meinen Texten zu haben, peinlich in soweit, als dass dies darauf hinweist, dass man sich
nicht die Zeit genommen hat, sein Geschriebenes noch einmal querzulesen. Systematische Fehler kommen mir aber nicht ins Haus: Deppenapostrophen (sehr schoenes Essay, das weitgehend auch meine Gefuehlslage widerspiegelt) fliessen mir
genausowenig aus den Fingern, wie Leerzeicheninkontinenz.
Der Grund, dass ich nun gerade heute wieder darauf komme, ist jenes Bild hier. Oft bringe ich naemlich vor, dass Trenn- und Apostrophenfehler den
Wortsinn entstellen und zu Missverstaendnissen fuehren koennen. Konkrete Faelle sind dann im Eifer des Gefechts schwer hervorzubringen. An dieser Stelle (wer's
nicht entziffern kann, da steht an einem Plakat an der Hauswand "Loft's hier") aber bleibt einem als korrekte Antwort nur "Ick wees nich, ob's hier loft".
2005/05/24 02:11 Fotoblog
Nachdem der Cryx einen Imagefeed aufgemacht hat, fuehlte ich mich gleich animiert, das mit meinem
frisch bei ebay erstandenen Communicator gemachte
Foto hochzuladen. Ma kiekn.
Communicator-Testbericht kommt spaeter.
2005/05/07 16:08 Ch-Ch-Ch-Ch-Changes
Manno, werd' ich alt. Nachdem die Einweihungsparty bei Bert nicht so recht in Schwung kommen wollte, hab' ich mir den Cryx geschnappt, um noch einen
lustigen Junggesellenabend zu verleben. Dazu sind wir erst zum Osthafen gerollert. Dort war eine Party mit elektronischer Musik im Gange. Ich fuehlte
mich ein wenig underdressed, dem Cryx war die Musik zu langweilig. Das anschliessende Couchen zu einem Schwarzweissfilm bei mir fuehrte dazu, dass ich
meinem Besuch umgehend ins Schnarchland entfloh. Tolle Wurst. Zu meiner Rechtfertigung kann ich einzig anbringen, dass mich das fruehe Aufstehen zur
Uni nun genau jeden Tag um halb neun von allein aufwachen laesst und ich bei Baerbel vorher extrem lecker und viel von Spargel mit Putenschnitzel und
selbstgemachter Sauce Hollandaise vertilgt habe, was schonmal zu einer Grundtraegheit fuehren musste.
Zumindest war ich heute wieder rechtzeitig wach, um dem Dirk beim Umziehen mit seiner frisch Angetrauten zu helfen. Der allgemeine Trend zeigt ja an,
dass das Wedding-Experiment gescheitert ist: Tina hat's nach Bonn verschlagen, Starbug ist zurueck in den Osten, nach Pankow und eben Dirk in den
Friedrichshain. Der Umzug selber war nix besonderes, so alte-Leute-Umzug mit 3,5t-Robbe und nem Fahrstuhl, schnell erledigt. Nur das spaetere
Zusammensitzen bei Suppe und Kuchen hat mich dann geschafft. Lauter glueckliche Paerchen mit oder in Erwartung von Kindern und dieser eine Spruch, den
man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: "Das ist halt so, irgendwann fordert die Natur ihr recht, sie hat da so ihre Tricks, da ist dann nichts
mehr mit Nachdenken, das kann man nicht rationell erklaeren, da ist dann dieser Drang da, dem kann man sich nicht widersetzen, da braucht man auch
einfach jemanden, man muss ja da irgendwo hin, mit all seiner Liebe." Jungs: Don't even think about using THIS as an excuse!!!
Genau wie der Bert hat der Dirk sich aber eine offen dekadente Huette zugelegt. Vorbei die prallen Punk-, bzw Nerdtage! Da gibz Erkerzimmer, zwei
Balkone, Fahrstuhl mit Schluessel. Letzteres ist mir eine komplett uneinsichtige Entwicklung. Will der Vermieter damit verhindern, dass Penner im
Fahrstuhl naechtigen? Oder dass Einbrecher die Beute nicht bequem per Lift runterschaffen? Als erstes ist mir natuerlich aufgefallen, dass ganz
legitime Gaeste irgendwann entnervt aufgeben und Treppen steigen werden, was vielleicht fuer aeltere Menschen keine Freude ist. Irgendjemand ne
Idee?
Wie schon erwaehnt, ist der Dirk ja nun frisch vermaehlt und meine Combo hatte die Ehre, auf der Feier aufzuspielen. Ich konnte dabei mit meinen eigens
von Baerbel aus Thailand eingeflogenen knallroten Chucks glaenzen und hatte Mordsspass. (Bei der Gelegenheit haben wir gleich noch eine Openstage in
der c-base beschlagnahmt und werden da irgendwann mal rocken,. Das Musikvideo, von dem ich schon berichtete, ist zwar noch nicht ganz offiziell fertig,
sieht aber schon cool aus.) Am Morgen drauf war ich mit Opa zum Mittag verabredet und hatte die unglaubliche Freude, von einem Ouzu beim Griechen
begruesst zu werden. Hilft aber gegen Kater. (Links gibts wieder, wenn ich besser drauf bin.)
2005/04/26 21:18 Tintenpisser
Ich bin jetzt endgueltig offiziell und unumkehrbar sauer und verspuere Hassgefuehle
gegenueber dem Druckerhersteller hp. Dass sie mich mit
fiesen Tricks dazu zwingen wollen, ihre eigenen Patronen zu kaufen, ist zwar nicht pc,
kann ich aber ob der stark subventionierten Drucker noch ein Stueck weit nachvollziehen.
Dass mich aber mein Drucker (ein hp psc 1110), seit die schwarze Patrone das aufgedruckte
Verfallsdatum ueberschritten hat, mit seltsamen "Die Druckerpatrone kann sich nicht frei
bewegen." oder "Druckpatrone pruefen"-Meldungen in Tateinheit mit Seitendruckzeiten von
einer halben Stunde dazu noetigen moechte, selbige trotz halbem Tintenfuellstand zu ersetzen,
ist schlicht inakzeptabel. HP ist fuer mich in jeder Hinsicht gestorben. Ich werde mich
jetzt auf die Suche nach einem Farblaserdrucker machen. Hat da jemand Hinweise auf einen
guenstigen, moeglichst nicht von HP? Mir wurde bisher jener
hier empfohlen, Meinungen?
2005/04/26 01:14 Auf gut Glueck
Heute haben sich die DreiEuroFuffzich fuer die Sneak
mal wieder richtig gelohnt. Der Film Netto
kommt unglaublich liebenswert daher, spielt in der Eberswalder plus Kiez, macht einen
Lachen und aufgrund seine Authentizitaet peinlich beruehrt Weggucken zugleich.
Angucken!
Letzte Woche gabs Zimt und Koriander. Auch
nett, aber mit Laengen.
Und bevor ichs vergesse: Das Konzert in Neuruppin war geil. Mit den Anwesenden Bier
trinken, kickern und ueber Stimmlagen diskutieren in Wohnzimmerathmosphaere. Mehr davon!
2005/04/22 03:30 Quartalsblogger
Fruehling rockt! Die Grillsaison hat
wieder begonnen, das neue
Semester hat neuen Schwung in meine muede gewordenen Gehirnzellen
gepumpt, die Band entwickelt sich langsam in Richtung etwas Ernstzunehmendem.
Ich habe Funny live in Kiel gesehen und daraufhin
das Wochenende an Straenden der Ostsee bei Fastsommer verbracht. Ich war sogar schon wieder einmal Badminton spielen, obwohl sich der Grossteil meiner ueblichen Gegner schwere Hufschaeden zugezogen hatten. In einem beispiellosen Kraftakt ist zudem der Viertelpfuender entbunden worden. Die letzten Eintraege hier im Blog zeugen aber auch von interessanten Taetigkeiten an beruflicher Front. Und ich bekomme an seinem Geburtstag "Titten"-DSL nach hause.
Die Meldungen im Einzelnen: Morgen bestreitet meine Band mit mir unser erstes Konzert vor komplett fremden Publikum. Wir werden in Neuruppin als Vorband versuchen, (zumindest fuer uns) soviel Spass wie moeglich herauszuschlagen. Ich bin nun auch schon amtlich aufgeregt, zu aufgeregt, um mich gerade noch ernsthaft aufs
Programmieren zu konzentrieren.
Letztes Wochenende haben wir durch diverse glueckliche Schicksalsfuegungen einem Filmstudenten beim Dreh eines Videoclips aushelfen duerfen, dem die
eigentlich dafuer vorgesehene Band abgesprungen war. Ueber die Ergebnisse werde ich mich bestimmt noch elaborieren.
Das erste Konzert im Knaack im Zuge des Emergenza-Festivals war grandios. Nicht nur, dass ich trotz genau ALLER technischer Probleme, die einem
Gitarristen so widerfahren koennen, in ... nennen wir es hoeflich "stoischer Ruhe" meinen "Gesang ja eigentlich auf den Basssoli" (Zitat
Konkurrenzband) weitergefuehrt, den Bonbonregen zum Geburtstagslied weder adaequat angekuendigt noch sinnvoll um die Buehnenscheinwerfer herum ins
Publikum gelenkt hab. Nein! Wir mussten uns trotz eines umwerfenden Fanblocks mit dem zweiten Platz begnuegen. Trotzdem hat es eine Mordslaune
gemacht und eigentlich mag ich dieses Gefuehl gar nicht missen. Mal sehen, wie morgen wird. Dank an meine Muse und dank auch an die Chefin des
Fanclubs :) Inzwischen gibt es auch offizielle Bekleidung fuer den eingefleischten Anhaenger.
Adlershof. Synonym fuer studiumsfreundliche Campusgestaltung. Und fuer das Mass eines Halbtagsjobs
wieder Domizil an vier Tagen die Woche ab frueh um neun. Oh feierliche liebgewonnene Riten, ewiger Pathos der Erstis, ewiger Zynismus der
Langzeitstudenten. Koestliche Mensaverpflegung, aufregende Konnektivitaet des oeffentlichen Personennahverkehrs. Wie hab ich dies alles vermisste.
Inzwischen darf ich wieder Doktoren im Eifer, den ich noch aus meiner Jugend kenne, dabei zuhoeren, wie sie ihre liebgewonnene
Programmiersprache gegen eine andere verteidigen und ich ertappe mich mit roten Ohren, wie platt doch fuer Aussenstehende diese ewigen Pimmelfechtereien um solch lapidare Probleme, ausgetragen mit laecherlichen Halbwahrheiten, klingen
muessen.
Generell scheint mir Pragmatismus ein unterschaetztes Gut zu werden. Ich erlebe, dass noch bevor ein Problem vollstaendig formuliert wurde, die
Programmiersprache festgelegt wird, Paradigmen formuliert werden, die dringend einzuhalten sind und man schon vier Meinungen Umstehender
aufgedraengt bekommt, warum es aus diesem oder jenen Grund unsicheren ineffizienten oder zumindest unschoenen Code ergeben muesste, ganz gewiss
aber welcher in der grundfalschen Programmiersprache. Mir ist immer staerker bewusst geworden, dass Software in allererster Linie ein
gegebenes Problem loesen soll. Sie darf nicht zum Selbstzweck verkommen, solange es nicht ausdruecklich aus kuenstlerischen Gruenden so gewollt
ist. Und so habe ich mich sogar dazu hinreissen lassen, ohne, dass es mir auch nur im geringsten peinlich ist, einem Kumpel bei seinem Problem
in PHP zu helfen, obwohl ich weder in Perl im Allgemeinen, noch dem Blogsystem im Besonderen, bewandert bin. Ich habe es geloest, unschoen,
gewiss, aber effizienter, als die Software, aus der ich geklaut habe, und mehr noch: das Programm tut, was Software tun soll: es erfuellt seinen Zweck. - Aber
genug generdet fuer den Moment.
Die anderen Vorlesungen beschaeftigen sich mit mobiler Kommunikation, (von ARP ueber GSM bis VoIP alles dabei), Approximativen Algorithmen,
Signalverarbeitung und Geschichte der Kryptographie. Mopedfahrn macht frueh morgens bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt noch weniger Laune,
als tagsueber im Winter, in dem man ja nun weiss, woran man ist. Zumindest wird man an den Ampeln mit strahlendster Fruehlingssonne belohnt. Fruehling rockt
DOCH irgendwie.
2005/04/11 19:11 Schnitte
Im Matheunterricht war das mit dem Schnittpunkte berechnen immer total
popelich. Man hat schnell mal so Anstiege berechnet, oder abgeschaetzt,
dass diese oder jene Gerade weil senkrecht ja einfach nur Einsetzen in die
Geradengleichung der Anderen bedeutet.
Nunja. Im wahren Leben ;) hilft einem das Augenmass nicht. Gegeben sind 4
Punkte (x0|y0), (x1|y1), (x2|y2), (x3|y3). Diese bilden die
Geraden A(P0,P1) und B(P2,P3). Bestimme den Schnittpunkt S(sx|sy) der
Geraden. Loesung:
n1 = y0*(x2-x3)+y2*(x3-x0)+y3*(x0-x2)
n2 = (y1-y0)*(x3-x2)+(y3-y2)*(x0-x1)
sx = x0 + n1*(x1-x0)/n2
sy = y0 + n1*(y1-y0)/n2
Hierbei ist n2 gleich ne Determinante: ist sie kleiner null, ist A->B
eine Linkskurve, ist sie gleich null, sollte man nicht dividieren, weil
die Geraden parallel sind und der Taschenrechner "E" ausgeben wuerde. Ist
n2 groesser null, hat man von A->B eine Rechtskurve.
2005/03/14 18:46 Lot
Ein weiterer Eintrag in mein Notizblog, weil ich keinen Bock habe, das immer wieder neu von Hand auf
Papier auszurechnen: fuer eine gegebene Strecke S(x0,y0)(x1,y1) und den Punkt P(xp,yp) berechnet man
den Fusspunkt F des Lots von P auf S mit der folgenden Formel:
q = (xp-x0)*(y1-y0)-(yp-y0)*(x1-x0)
r = (y1-y0)*(y1-y0)+(x1-x0)*(x1-x0)
x = xp+q*(y0-y1)/r
y = yp+q*(x1-x0)/r
Wenn man r um C vervielfacht, erhaelt man einen Punkt auf der Strecke P-F im Verhaeltnis 1:C.
Update:
Dasselbe funktioniert auch mit (x0,y0) als Stuetzpunkt und q als Koeffizient. Damit kann man ziemlich leicht
sehen, wo (und ob ueberhaupt) auf der Strecke S der Fusspunkt des Lots auftrifft. In diesem Falle ist dann q/r im
Interval [0,0..1,0]. Die Formeln:
q = (x1-x0)*(xp-x0)+(y1-y0)*(yp-y0)
r = (y1-y0)*(y1-y0)+(x1-x0)*(x1-x0)
x = x0+q*(x1-x0)/r
y = y0+q*(y1-y0)/r
2005/02/10 03:26 Messlatte
Ich muss mich an dieser Stelle mal wieder outen. Ich bin einfach noch nicht in der Blogosphere angekommen.
Tom wuerde jetzt diesen Eintrag in die Meta-Kategorie Blogging einsortieren.
Aber ich bin anders. Ich schreibe dieses blog weiter von Hand, mit meinem treuen Lieblingseditor
und nicht dem neumodischen Schnickschnack, oder gar diesem Warmduschertool, welches
ich fuer Freunde schon aufsetzen durfte und welches sich durch die unselige
Kombination von Pest und
Cholera auszeichnet.
Genausowenig habe ich bisher eine klare Linie erkennen lassen wollen,
was ich denn eigentlich hier will. Nicht, dass man bei mir spannende Geschichten, die Weltgeschichte betreffend, lesen
koennte, oder feingeistige Auseinandersetzungen mit Feminismus, Aktionismus,
BSD-ismus, oder, wie bei Tom, Buzzwordpropaganda. Ich habe keine Nische gefunden, wegen derer ich jemandem erklaeren koennte, mein Blog lesen zu muessen. Und
eigentlich ist das auch gar nicht so schlecht. Ehrlich gesagt lebe ich in einer
Schizophrenie, gar nicht wahrhaben zu wollen, dass Leute wirklich lesen, was ich hier zusammenkopiere. Und jedes Mal, wenn mich
Leute drauf ansprechen, broeckelt dieser Selbstbetrug.
Ich verweigere mich diesem
Blinkiblitzi-Clickibunti-Bescheidsagmechanismen. Der Cryx hat mich zwar syndiziert, aber ich bin eher der Typ,
der raus in den Regen zum Briefkasten tappt und sich freut, wenn ihm wer was geschrieben hat. Oder, da ich nicht mal die ueblichen Verdaechtigen Blog-Seiten
gebookmarked habe und die URLs der Blogs brav per Hand eintipper, eher noch die Oma, die sich zu ihrem Schwarz-Weiss-Fernseher ohne Fernbedienung aus dem Sessel
durchs halbe Zimmer hievt, um zu schauen, ob vielleicht auf MDR was Spannendes kommt.
Ich habe natuerlich auch mal mit professionellen Low-End-Blogging-Tools rumgespielt. Aber erstens zerschoesse ein Wechsel meine
Perma-Links (auch wenn wohl eh keiner meine Eintraege verlinkt hat), zweitens wuerde ich durch solche Tools nichts gewinnen. Eine Comment-Funktion habe ich seit
Jahren ueber smtp, und oeffentliche Kommentare sind mir zu doof. Und im
Webeditor Texte zu bearbeiten, fuehrt bei mir regelmaessig zu unvorsichtig getriggerten Page-Reloads mit komplettem Verlieren der Eintraege. Da lobe ich mir die
screen+editor Kombination auf dem Server.
Aber genug alter Mann gespielt. Ich habe 3 Filmempfehlungen: Kontroll,
Verschwoerung im Berlin-Express (beide bei ordentlich "Filmtheater am Friedrichshain-Sneak Preview"-Mischgetraenk und Popcorn genossen), sowie
Weltmarktfuehrer, ein Film wie suess-saure Eier mit vielen leider nur allzuvertrauten Szenen unfreiwillig komischer Provinzmilliardaere.
Mein Roller stand ueber Winter. Er ist einfach so waehrend
der Fahrt ausgegangen und sprang danach nicht wieder an. Nach mehreren Versuchen, Fahrzeuge zum Zur-Werkstatt-Hieven des Gefaehrts zu organisieren, habe ich
beschlossen, eine neue Werkstatt auszuprobiern, zu der ich mein Moped hinschieben kann. Die Rechnung
war einigermassen saftig: Bremsbelaege, Zuendkerze, anderthalb Stunden Arbeitszeit des Technikers, 115EUR. Gut, muss man verkraften, geht ja auch gern mal was kaputt.
Der Grund dafuer, dass der Roller nicht fuhr, war aber wohl eine "schlecht zu erreichende Unterdruckleitung" und das Suchen dieses Fehlers haette wohl so lange gedauert.
Bloed nur, dass ich gleich am naechsten Tag wieder stand. Selbes Problem: beim Fahren Roller ausgegangen, springt nicht mehr an. Auf meinen empoerten Anruf beim
Roller-Scholz schickt mir Chefchen nen Mechanikerazubi, der mir kurz den offensichtlich rumbammelnden Unterdruckschlauch zeigt, wieder raufsteckt, mir empfiehlt, den doch
vielleicht mal in der Werkstatt austauschen zu lassen und wieder wegfaehrt. Sauladen. Nicht mehr dahin!
FYI: dieser Eintrag dauerte 01:51h.
Nachtrag: Notizen... Unter MacOSX gibt es das Problem, dass man alle moeglichen Expose-Actions auf Tasten legen kann. Nur leider nicht "Lock-Screen". Hot Corners sind
keine Option, zu oft komme ich mit der Mouse durch Zufall in den vier Ecken vorbei. Zum Glueck gibt es das eh coole Tool
Quicksilver (das Apple sowieso mal ins Betriebssystem integrieren muss) .. geht es eigentlich noch jemandem so, dass er verzweifelt vor einem FreeBSD oder
Windows auf F9 rumkloppt, um die Fenster verschwinden zu lassen? .. aeh.. wo war ich? Richtig Quicksilver... in den Extra Scripts
ist auch "Lock Screen" dabei, welches man sich nun auf eine geneigte Taste (F12 erschien mir sinnvoll) mappen kann.
Zweitens haben einige Betriebssysteme die unangenehme Eigenschaft entwickelt, per default termcaps auszuliefern, die beim Beenden von pagern oder vi oder aehnlichem
den alten Inhalt/Zustand des Terminals wieder herstellen. Bloede Eigenart! Und schwerlich abzustellen. Hier ein paar links: von less,
fuer MacOSX und die terminfo man page.
2005/01/22 02:40 Notizblog
Ich kann mir Dinge so schwer merken. Und ich habe es bis heute nicht geschafft, mir eine zentrale Instanz anzugewoehnen,
an der ich all die Dinge hintue, an die ich eigentlich denken moechte. Also Termine (Geburtstage und sowas wie
Verabredungen oder Deadlines), Kontaktinformationen, ne Todoliste, Fakten, die ich rausgefunden habe und total nuetzlich
finde und bloss nicht vergessen moechte, Accountinformationen fuer so Bewag und Online-Banking und Konsorten, wem ich
wieviel Kohle geliehen habe und bei wem ich in der Kreide stehe.
Nunja, mein Communicator hat mir schon viel von der Arbeit abgenommen, ich hab da, in einem Anfall von zuviel Zeit, eine
Todo-Liste angefangen. Weil die sich aber nicht zu Wort meldet, und Zeilen im Textfile sich nicht automatisch
umpriorisieren koennen, aus Todos nicht von Zauberhand Termine werden und von-hand-formatieren eigentlich doof ist, wird
es nur stiefmuetterlich behandelt. Zu konservierendes Wissen moechte ich in den doch eher fragilen Klappplasterechner
auch nicht tun. Und bevor ich es in irgendeins der 30 Wikis tue, auf denen ich inzwischen Accounts habe und bei denen ich
ganz sicher nichts wiederfinden werden, habe ich feierlich beschlossen, meinem Tagebuch hier (und damit auch dem
Web-Archiv) Dinge zu fuettern, die ich spaeter bestimmt mal wieder brauche. Und vielleicht interessiert sich der eine
oder andere auch dafuer.
Als erstes nun die magische Kommandozeile, mit der man den gcc dazu veranlasst, alle preprocessor defines auszuspucken,
die schon ohne eigenes Zutun mitgebracht werden: 'touch x.c; gcc -E -dD x.c; rm x.c'
Und dann noch: was bei arithmetischen Shifts diskussionswuerdig ist, ist die Tatsache, dass negative Werte nach rechts
geshiftet minimal -1 ergeben, positive Werte jedoch 0. Ich will die Diskussion hier aussen vor lassen. Merken wollte ich
mir: "movs rx, rx, asr #shift \n\t adc rx, rx, #0". Das rundet und sorgt dafuer, dass aus der -1 beim rechts shiften eine
null wird.
2005/01/21 12:29 Heldenblogger
Und da ich ja nun bei wirklich jeder google-Bombe mitmache: Planetopia Lügt.
2005/01/02 16:33 Darunter drei Deutsche
Die Meldungen. Bangkok - Ein Tsunami hat halb Suedostasien ueberschwemmt. 150000 Menschen starben, darunter drei Deutsche.
2004/12/30 15:59 Bondage Art
Auf dem 21c3 hab ich mit meinem Kumpel, dem Frank eine kunstvolle Installation
verzapft. Da jeder weiss, dass Nerds nicht an roten Buttons vorbeigehen koennen, ohne draufzubuzzen, haben wir einen mit einer Axis-Webcam verbunden und
die Bilder der in diesem Moment hoffentlich vor der Cam praesentierten TShirts kurzerhand auf einem Webserver geparkt. Die Installation wird
uns auf der korrespondierenden Sommerveranstaltung sicherlich noch viel Laune bringen. Auch, wenn es nicht so
aussieht, wurde fuer die Installation nicht mehr als eine Rolle Gaffa getoetet.
2004/12/07 02:40 Aufholjagd
Aus dem Kino heute abend wurde leider nix, weil besagter Film heute nicht in der Naehe laeuft.
Stattdessen gab es Herr Lehmann im heimelichen
Heimkino. Davor gabs noch diesen Film
hier (man achte auf die feine Ironie im Filmcover). Trotz einiger
peinlich-beruehrt-weggucke-Szenen,
die sich wohl in Filmen mit Will nich vermeiden lassen ist der Film sehenswert.
Aber zurueck zu "Herr Lehmann". (Ich oute mich hier mal als Fan von Sven Regner und seiner Band.) Aber aus einem mir nicht
erfindlichen Grund kommt bei jedem, mit dem ich darueber spreche, Frank Lehmann viel zu gut
weg.
Ich weiss nicht, ob es am Ulmen liegt, der dieses
dumpfe
Gefuehl nach einer Nacht Kreuzberg grandios in
Bilder umsetzen konnte. Aber wenn Katrin ihn in der Doeneria dumpt, dann haelt sich
mein Mitleid mit ihm in Grenzen, nachdem er Karl und sie so ... hingenommen hat. So, das
musste mal raus.
2004/12/06 16:13 Nikilausi
Da ich heute morgen brav meine Schuhe
geputzt hab (vgl. auch hier), habe ich, wie es sich fuer
einen ordentlichen Nerd gehoert, einen neuen pgp-key
gefunden.
Da ich ja,
aus gewissen Gruenden gerade viel Zeit zu hause verbringe, war es mir ein leichtes, die ewigen Noergler zu
besaenftigen und die vierte Ausgabe des bunten Nerdmagazins fertigzustellen.
Dabei ist auch die interessante Taetigkeit bei einem wichtigen Auftraggeber
nicht zu kurz gekommen.
Neidischmachende Bilder von meiner Abschieds-feier und dem Traumaufenthalt
im Ferienparadies
will ich natuerlich auch nicht vorenthalten, besonders dies hier sollte man sich an
einem nassen
Herbsttag besser nicht geben.
Jetzt kochen, danach Kino.
2004/09/29 23:02 Sniff
Ich wuerde von mir nicht behaupten, nahe
am Wasser gebaut zu sein, aber als ich heute nach fast 4 Jahren meinen Schreibtisch in der
Firma geraeumt habe, hatte ich doch schon den einen oder anderen trockenen Klos im Hals. Nun ist aber
alles verpackt und nach Hause gekarrt worden und ich kann getrost in den Urlaub aufbrechen.
2004/09/25 14:54 Babelfish
Fuer alle, die noch kein richtig gutes Online-Woerterbuch fuer die
aussergewoehnliche Sprache ihrer Wahl gefunden haben: ich habe gestern.
Man bemuehe einfach images.google.com mit dem zu uebersetzenden Wort und
bekommt _sehr_ assoziationsreiche bildliche Uebersetzungen. Auch und
gerade mit umgangssprachlichen Woertern. Seht selbst
2004/07/21 00:48 Fahrradschuppen
Am Sonntag abend haben Tom und ich (der ich verschwitzt von der Probe und anschliessend
durchnaesst vom Regen, wegen viel zu wenig Klamotten frierend bei Ersterem aufschlug), die 84.
Ausgabe der Datenschleuder finalisiert. Habe ich "angetrunken" erwaehnt? Nicht genug, dass meine Kapelle jetzt einen Namen und eventuell auch demnaechst einen Auftritt beim Camp Tipsy hat, wegen dessen wir am Rotieren sind, ein Set zusammenzustellen, Lieder
spielen zu ueben und natuerlich auf der Buehne Bier trinken zu perfektionieren (gut, das mit dem Singen sollte ich bis dahin auch noch besser
hinbekommen, aber wahrscheinlich gibt sich das Toenetreffen mit zunehmender Biertrinstandfestigkeit.)
Nein, man stelle sich nun die Freude vor, zu erfahren, dass meine Pruefung zur Vorlesung Computergestuetze Verifikation an eben dem
zentralen Freitag des Camp Tipsy stattfindet. Ebenso habe ich meinem Opa versprochen, am darauffolgenden Samstag mit ihm zum
Graeberpflegen zu fahren. Die Vorbereitung des 21. Congress des CCC fordert gerade
auch den ihm vesprochenen zeitlichen Tribut, die berufstaetige Arbeit rollt auf die naechste Deadline zu und ich komme nicht
einmal mehr zum Lieblingsblogs lesen.
Trotzdem wollte ich an der Stelle einen mir nicht unwichtigen Kommentar referenzieren, der mir bei der Nachbereitung der just
fertig gestellten Zeitschrift wieder deutlichst in Erinnerung gerufen wurde. Poul-Henning Kamp zu
Fahrradschuppen und
Atomkraftwerken.
2004/05/31 23:58 Filmzitate
Die Aerzte haben auf vielen ihrer
Alben Geschmack Filme betreffend bewiesen und praegnante Audioschnipsel
aus Filmen in ihre Songs eingebaut. Waehrend "Also ich, ich habe drei
Jungs da draussen, die sind drauf und dran, dich alle zu machen" und
"Wer sind diese Kerle? Ist das nicht ne Punkband?" aus dem leider
unterschaetzten "Super
Drei" noch ziemlich leicht dem genialen und auch unterschaetzten UHF (deutsch: "UHF- Sender
mit beschraenkter Hoffnung") zuzuordnen sind und man als Ex-Fan weiss,
dass die Kettensaegengeraeusche aus "Zum
letzten Mal" dem Film The
Texas Chain Saw Massacre" entliehen wurden, brauchte ich fuer "Ich
moechte eine Welt, in der Wuermer und Insekten endlich wieder
schmecken. Ich moechte eine Welt, in der ich aus einer Toilette trinken
kann, ohne Ausschlag zu kriegen" eine Weile. Das Zitat wird gern benutzt
und den Aerzten zugeschrieben ("Der Friedenspanzer"), ist aber natuerlich
aus "Die nackte Kanone 2 1/2". Gewissen beruhigt.
Im Original gibt es dieses Zitat ueberhaupt nicht, dort sagt Lt.
Frank Drebin "I want a world where Frank junior and all the Frank juniors
can sit under a shady tree, breathe the air, swim in the ocean, and go
into a 7-11 without an interpreter." Dank also dem Synchronstudio.
2004/05/31 23:58 Gerechte Leiden
Gestern abend war ich nach einer 2-Mann Probe noch laenger mit
Marion "the wall" R. kickern im
Paule, schon angeheitert vom
Hinternwackeln im Kaffee Burger. Ein
paar Jungs aus
Hamburg wollten uns Amateuren nun zeigen, wie man denn eigentlich
richtig kickert.
Beim Kickern gibt es den netten Brauch, ein Spiel, das man zu null
verliert, mit einem demuetigen Drink fuer die Sieger zu quittieren. Das
hilft ein wenig der Niveauangleichung. Und richtig: das 6. Spiel gewannen
wir nicht mehr zu null.
Was nun zum Problem des heutigen Nachmittags fuehrte: Bier zur Probe, Bier
zur Disko, Bier im Paule und Vodka zum Kickern machen dann bei der
Grillparty von Julia sowas hier.
Ich werd zu alt fuer solche Spaesse.
2004/05/21 23:42 Blip
Heute abend geht in Berlin, genauer gesagt: in der C-Base die
alljaehrliche phneutral los. Und weil der Bert da seinen
Geburtstag zu feiern beginnt, guck ich da auch mal rein.
Und vielleicht meld ich mich auch mal wieder oefter.
2004/04/09 03:45 Schlechtes Gewissen
Mit dem Blog schreiben ist das so ungefaehr wie mit Freunde
besuchen. Mag sein, dass es nicht jedem so geht, aber wenn _ich_ einen
guten Freund einen Monat nicht gesehen hab (und ich auch noch schuld
bin, weil ich "mit melden dran gewesen" waere), setzt ein Teufelskreis
ein: man druckst herum, man traut sich vor schlechtem Gewissen gar
nicht zu melden und will schiebt das immer noch ein bisschen raus, bis
mal genug Zeit ist, das Treffen dann wirklich zuenftig zu zelebrieren.
Je laenger man das sich melden nun erfolgreich nach hinten
rausgeschoben hat, desto schlimmer wird das schlechte Gewissen und wenn
man Pech hat, ist man irgendwann den guten Freund (dem es vielleicht
genauso geht) los.
‰Also: zuerst war da dieser Geburtstag. Inzwischen habe ich das bemitleidenswerte Alter von Antenne
ebenfalls erreicht. Nichts zu beschoenigen, es geht weiter bergab. Rein
gefeiert wurde anstaendig bei Maulwurfskuchen, viel Bier und einem
Reisegutschein nach Prag und einem Geschenkgutschein fuer in Prag. Der
Tag selber gestaltete sich bierentsprechend wattig. Abends gabs noch
Besuch von Papa. Von den Eltern gab es unter anderem einen
Sandwichtoaster. Mag sich profan anhoeren, ist aber cool. In blau.
Harmonierend zu meinem Kuehlschrank und total nuetzlich fuer die
Ausgewogenheit meiner Ernaehrung. Party war dann mit Angrillen fuer zwei
Tage spaeter angesetzt. Zwischen durch gings dann zur Cebit.
Ein Kollege drueckt mir einfach so eine Eintrittskarte in die Hand,
braucht er nicht, meint er. Zugtickets gabs von Firma, Unterhaltung
waehrend der Fahrt von Frank und
auf der Cebit die Begegnung mit alten Bekannten in lustigen Verkleidungen.
Ich kann mir nicht helfen, aber bei einigen Leuten sieht Schlips und
Juppe einfach nach Gebrauchtwagenverkaeufer aus.
Wie bei jedem Nerd, der etwas auf sich haelt, fiel auch bei mir die Kritik
an den Hostessen negativ aus. Man weiss ja, frueher waren die alle noch
schnuckeliger, aber da war man noch jung und alles, was nach Doppel-X
roch, war bestaunenswert. Allerdings hoert man immer aus Dritter Hand,
dass es an $Stand doch noch welche gegeben haben soll, die zumindest...
hach ja. Seltsame Riten, die sich da eingebuergert haben. Frueher war man
da ja noch zum Mousepads, Maeuse und Hardware klaun. Diesmal bin ich echt
mit ein paar Broschueren zurueckgekommen.
Tags drauf gabs chaotisches Party vorbereiten. Eigentlich wollte ich ja im
Goerli grillen, aber da wars deutlich zu frisch. Also nach hause verlegt
und vor dem Fenster Grill aufgestellt. David hat mich lieberweise noch zu
diversen Fleischlappenbesorgungsanstalten gekarrt, die Grillsaison ist
wohl noch nicht offiziell eroeffnet, da muss man schon noch suchen.
Getraenke und Nahrung kamen dann auch nicht ganz so guenstig, aber wer
achtet da schon drauf... Party lief ganz gut, war ziemlich voll, auch,
weil ich mit Steffi zusammengefeiert hab und ich war ziemlich flux
ziemlich abgeschossen. Macht man zwar nicht, auf der eigenen Party, aber
bot sich halt an. Aufraeumen hab ich bis heute noch nicht vollstaendig
geschafft, der Gestank ist aber schon draussen. Von Sari hab ich ein
wirklich echt cooles gerahmtes Foto von einer ihrer Fotosafaris bekommen,
das ich vor dem Aufhaengen nochmal scannen und hier verlinken
werde.
Zwischendurch hatte ich noch so eine Situation im Wedding. Auf dem Weg mit
meinem Roller durch die urbane Nacht rannten mir Jugendliche entgegen, die
Strasse entlang. Einer vornweg, andere, offensichtlich osmanischer
Abstammung, hinterher. Neugierig, wie ich nun mal bin, hielt ich an. Das
bewog den Vornweglaufenden, auf mich zuzukommen. Er meinte nur, dass ich
ihn mal ganz dringend mitnehmen sollte, weil die anderen ihn gerade
verhauen wuerden. "Die anderen" kamen dann auch mit Lederguertel in der
Hand hinterhergerannt und rissen den jungen Mann von meinem Roller. Nach
dem naechste Aufsattelungsversuch rissen sie ihn zusammen mit meinem
Roller um. Fand ich gar nicht witzig und obwohl die 5 Jungs deutlich
groesser und vor allem breitschultriger waren als ich, liessen sie sich
doch von meinem ehrlichen und aufrichtigen Aerger, artikuliert und
verdeutlicht durch Aufplustern und Rumkeifen, zurueckschrecken. Die Zeit
reichte, Opfer und Moped zu schnappen und zur naechsten Tanke zu rollern.
Er hatte wohl beim Aussteigen aus dem Taxi seinen Freunden noch was
zugerufen, was sich die Clique wohl zum Anlass nahm, ihren "kruden
Ehrenkodizes" (Spiegel 13/2004) zu folgen und dem offensichtlich aus
Schwaben zugezogenen Studenten einen Zahn locker zu pruegeln. Ums kurz zu
machen: die 5 Typen kamen sogar zur Tanke hinterher, um uns nocheinmal
anzupoebeln und als der Tankwart drohte, die Polizei zu holen,
verdrueckten sie sich in die Nebenstrasse. Ich half meinem Passagier den
grossen roten Integralhelm ueber, wegen der Sicherheit des Schaedels und
brachte ihn noch nach Hause.
Des Sonntags hab ich dann den Frank auf seiner Datscha in der Uckermark
besucht. 65km mit dem Moped die B2 runter sind bei diesem Wetter nicht die
allerreiste Freude. Andererseits ist der Preis von 6 EUR (also eine
Tankfuellung) unschlagbar. Das Anwesen da ist beeindruckend und deutlich
zum Abnerden im Spaetfruehling geeignet.
Prag war fett. Kurz vor der Abreise habe ich noch ein wenig Vorbereitung fuer das Chaosradio geschrieben, so
dass ich die Zugfahrt ausgiebig zum Schlafen nutzen konnte. Am Bahnhof
wurden wir sofort von einer aelteren Dame abgefangen, die uns nach einigem
Handeln fuer 8EUR pro Nacht und Nase in einem Zimmer ihrer Wohnung direkt
am Vaclavski namesti (also zentralst) unterbrachte. Zustand der Huette war
so lala, aber sehr nett mit angenagelten Jesussen und ungenagelten
Marien in _viel_ ausstaffiert. Der im Nachbarzimmer einquartierte
Amerikaner zeigte sich ein einziges Mal, fragte nach Feuer und nahm dann
gleich ein gutes Dutzend Streichhoelzer. Danach roch man nur noch die
unglaublichen Mengen Gras, die er weggeraucht haben musste, um wirklich
die gesamte Wohnung zu aromatisieren. - Dafuer war er aber auch
ruhig.
Ueber die Erlebnisse in Prag koennte ich jetzt stundenlang referieren,
das wuerde aber den Rahmen sprengen, also nur kurz: die Stadt ist viel
teurer geworden. Bier fuer 25 Pfennig bekommt man nirgends mehr. Wetter
war okay. Touristen komisch bis anstrengend (jaja ich weiss, erdgeist
mittenmang). Man muss mittlerweile suchen, um noch "parek v rohliku"
oder auch Kettwurst zu bekommen, damals gabs die noch an jeder Ecke. Zum
Glueck kannte ich noch ein paar ruhige und versteckte Lokale aus meiner
Schulzeit, zum Beispiel eine riesige Terasse direkt unter der
Karlsbruecke, zu der man nur gelangt, wenn man einmal quer durch eine
schlechte Discotheque laeuft, was natuerlich kein Touri tut. Schlimm
ist, dass da so ab 1 (ausser dirket im Touristenepizentrum) alles
zumacht und man von 21 Uhr an nichts mehr zu Essen bekommt. Das brachte
meinen Schlafrhythmus deutlich durcheinander. Paar Bilder gibts hier. Qualitaet erstmal schlecht, weil mit der
kleinen Taschenbillig-DV-Cam aufgenommen, Fotos kommen spaeter. Aber den
Geschenkgutschein habe ich eingeloest. Ich habe jetzt einen 1.20m
hohen Krtecek.
Total cool. Total knuddelig. Und alle Maedels fliegen drauf. Naja, fast
alle. Also die wichtigsten zumindest. Nur das Nach-hause-tragen brachte
einige unangenehme physische Aspekte mit sich, da ich noch einen
schweren Reiserucksack buckeln musste. - Hat sich aber gelohnt. Wer auch
mal knuddeln kommen moechte, darf sich gerne melden, ihr werdet auf der
Liste plaziert.
Zu guter Letzt war ich heute mit Frank den Teufelsberg in Berlin
besuchen. Da haben die Amis ihren Horchposten gehabt, nach der Wende
wollten da ein paar Bekloppte Wohnungen und ein Hotel reinbauen und nun
liegt das Areal vorerst brach. Das Gelaende gibt eine prima
Paintballumgebung ab und es gibt _wirklich wirklich_ viel zu entdecken.
Hier schonmal ein paar Bilder in low
quality, besser Bilder folgen.
2004/03/24 01:34 Ziviler Ungehorsam
Vor ner Weile gab es mit einem Altersverifikationssystem mal Probleme. Eine Firma hat allen,
die den Algorithmus zur Pruefsummenberechnung von deutschen Personalausweisen veroeffentlichten,
Briefe geschickt, in denen mit rechtlichen Schritten gedroht wurde.
Inzwischen sind diese AVS technisch fortgeschritten und vergleichen nun die
Behoerdenkennziffer aus der Personalausweis-ID mit der Postleitzahl des ausstellenden Amts, die sie lokal fuer die BKZ gespeichert haben. Diese Liste haben sie
wahrscheinlich sukzessive durch sich Anmeldende AVS-Benutzer aufgebaut.
Und da ich das, was die koennen, schon lange kann, verschenke ich mal wieder Personalausweisnummern, generiert und hoffe
auf reichliche Beteiligung an der dezentralen Akquise. Das BKZ <-> PLZ spende ich natuerlich sofort der grossartigen Pruefziffernberechnungsseite.
2004/03/21 18:03 Gegammel
In einer beispiellosen "Mal einen ganzen Samstag rumgammeln"-Aktion bin ich meine Erkaeltung wohl endlich groesstenteils losgeworden. Ausser einem kurzen
Baumarktbesuch gab es nur lange Ausschlafen, Kassler, Rosenkohl und Stampfkartoffeln. Und dann heute morgen Schlendern ueber den Troedelmarkt an den Treptowers.
Und da faengt man sich hie und da schon an zu wundern, ob nicht Maedchen so generell so ein wenig anders sind. Also wenn es so um Vasen geht, oder Kerzenstaender,
die alle _furchtbar_ huebsch sind und in die man dann auch schonmal ein wenig Geld investieren kann. Gut. Wir haben den Balkon von Andreas neuen Wohnung mit so
Roehricht-Blickschutz ausgehangen (so richtig schoen, typisch deutsch), wobei dann 1,40m Hoehe doch ein wenig zu abweisen herueberkam. Der Baumarkt war dann kulant
und hat das gegen die 1,00m Variante getauscht. Leider reichte der Blickschutz nicht ganz herum, so dass fuer den Rest Blumenstauden hinmuessen. Die koennen dann
in grosse Toepfe. Soweit, so gut. Aber warum diese Toepfe jetzt besonders schick sein muessen und was schoene Toepfe ausmacht, will mir nicht in den Kopf.
Ich hingegen habe mir mal so eine Kreissaege angeguckt. Der Typ wollte 50EUR haben, also waeren wir so bei 30EUR rausgekommen. Die muss nicht besonders schoen
sein, und da muss man auch nicht lange diskutieren, dass das ne tolle Anschaffung ist. Vor allem, wenn man eh ein Podest fuer so ein Bettchen bauen moechte. Oder
das tolle NVA-Feldtelefon. So noch mit Kurbel dranne und einem Hoerer. Also, weil ja nur ein Telefon allein nicht so der Bringer ist, habe ichs nicht mitgenommen.
Aber ansonsten kann man doch gegen die schnoerkellose Funktionalitaet wirklich nichts sagen. Aber gut. Wir sind dann mit einer "sehr schoenen" (Zitatende)
bauchigen Blumenvase nach hause getappelt. Und mein bloedes Moped, was gestern bei der Fahrt zum Baumarkt den Geist mal wieder aufgegeben hat, ist immer noch in
einem extrem fragilen Zustand. Morgen mal wieder die Werkstatt besuchen.
Dem armen Cryx gehts wohl grad nicht so besonders. Ich hab ihm mal "Schlechte Laune" von Wizo rueberwandern lassen. Mal sehen obs hilft.
2004/03/20 01:39 Wochenblog
Letztes Wochenende war toll. Eigentlich war ich mit jemand anderem zum Betrinken
verabredet, aber sobald Frauen im Spiel sind, schein ich abgemeldet. War dann auch nicht schlimm,
Karstens Mitbewohner hat Geburtstag gefeiert. Und wie sich das in der Jugendkohorte gehoert, gab es viel zu trinken, einige haben was geraucht und wir alle sind
dann einen Lampionumzug die die Simon-Dach-Strasse herunter zu veranstalten. Ich war dabei sehr unvernuenftig und habe mit
viel zu wenig an in dem leichten Nieselregen einen leichten Husten eingefangen(, der auch
der Grund fuer die geringe Schreibaktivitaet in dieser Woche war). Das "nach der Party noch Rollerfahrn" tat dann sein Uebriges.
Die Zeitung ist fertig geworden. Ich wette fast, dass das Toms Sozialleben wieder entspannter
macht. Zumindest werde ich jetzt im Messanger immer freundlich weggedrueckt, wegen Familiendingen. Verdient hat er's ja!
Ich habe meine ersten Tauschboersenerfahrungen gesammelt. Mal so schauen, wie das die Jugend heutzutage macht, habe ich mir gedacht. Aber "Herr Lehmann.mpg" war in Wirklichkeit amerikanischer Silikonbusenporn und "Loriot -
Pappa ante Portas.avi" kam ohne Ton daher. Also doch lieber weiter brav ins Kino
gehen.
Eine gute Freundin hat diese Woche Andrea und mich noch in die Verzweiflung getrieben. Ihr Freund hatte sie waehrend eines Halbjahresaufenthalts in $Ausland
abserviert. Telefonisch. Mit "Bruder vorbeischicken und Sachen abholen". Fiese Tour. - Nach seiner unerwarteten Rueckkehr wollte er sich mit nun ihr treffen. Und
was tut sie? Wirft sich ihm schnurstraks in die Arme, schliesst sich mit dem Typen 3 Tage ein und laesst all ihre Freunde solange sitzen. (An dieser Stelle habe
ich lange an einem sarkastischen Kommentar dazu herumueberlegt, ziehe es aber vor, meiner Sprachlosigkeit durch Sprachlosigkeit Ausdruck zu verleihen)
Und zu guter Letzt habe ich heute noch ein wenig ueber Hacker und Magie herumueberlegt. In einem Definitionsversuch habe ich mal gelesen, dass Magie alles das ist,
was die Komplexitaet, die man zu erfassen faehig ist, uebersteigt. Streift dann auch in die Religion mit rein. Also fruehe Wettergoetter, weil man das mit den
Tiefdruckgebieten nicht verstanden hat. Dann musste der Gott sukzessive immer komplexer werden, weil die Probleme, die man nicht verstand, immer weniger und dafuer
immer komplexer wurden. Heutzutage fangen wir an, selber Systeme zu schaffen, deren Komplexitaet ueber das von einem Einzelnen zu Erfassende hinausgehen.
Ein wenig Magie holen wir uns damit wieder in unseren Alltag. - Nur der Hacker, (aus der Definition des immer nach dem "wie" fragenden Geists) strebt auf seine
rationelle Art die Beseitigung des Magischen an. Elemente der Aufklaerung und des Nihilismus verbinden sich. Aber auch, wenn man es nicht wahr haben will, ist die
Komplexitaet sozialer Netzwerke noch eine der letzten Bastionen, in die sich die Magie verkriechen kann. Und hier findet sich dann bestimmt auch die Erklaerung,
warum es die Geeks alle in Community Tools wie Friendster und Orkut (und wie sie alle heissen)
treibt: das eigene Sozialgeflecht wird quantisierbar, vergleichbar, seiner Magie beraubt. Ein wenig schade schon. Denn dort, wie die Magie wohnt, ist auch die
Romantik zu haus. Und was uns die durchmathematisierte Gesellschaft bringt, hat Jewgenij Samjatin schon vor 90 Jahren
prophezeit. Man muss akzeptieren, dass es da immer Dinge gibt, die man nicht verstehen koennen will. Womit wir wieder bei der jungen Dame aus dem letzten
Abatz waeren.
Eins noch. Dieses Flashadventure hab ich beim naechtlichen clicken gefunden. Ich hab 23 Minuten
gebraucht. Habt Spass.
2004/02/26 15:46 Herrlicher Laerm
Ich bin heute morgen von _wirklich echt_ lauten Bauarbeiten direkt vor meinem Fenster geweckt worden. Ja, gut. "Morgen" ist vielleicht fuer 13 Uhr eine unangebrachte Bezeichnung. Aber dieser Laerm war einfach
nur herrlich. Die zum Krach gehoerenden Typen haben naemlich Kupferkabel verbuddelt. Welch Freude. Dann
gibts wohl bald DSL.
Weniger Freude hatte der Tom mit seinem Aeltesten. Ich hoffe mal das Beste fuer den Kleinen. Ich war ja als Kind auch
nicht ohne aber SOO einen Bloedsinn hab ich nicht gemacht.
Die gestrige Chaosradiosendung glaenzte mit (fuer CR-Verhaeltnisse) guter Musik. Zweimal
Funny van Dannen, Wizo, Queen und Beatles. Den armen Frank hat es gleich zu nostalgischen Anfaellen hingerissen. Wenns auch nicht zu 100% was geworden ist, es
war/ist ein cooles Projekt, oder, um es mit Steini zu sagen "wer kann schon von sich behaupten, $Geldbetrag unter seinen Freunden verteilt zu haben?" Danke
Frank.
In seinem Blog hat Tim ueber den inflationaeren Gebrauch von
"like" im Englischen geschrieben. Irgendwann fiel mir aber in irgendeiner Chaosradiosendung auf, dass irgendwie auch Tim irgendwelche Fuellvokabeln in irgendwie
schon auffaelliger Form benutzt. Irgendwo muss ich aber zugeben, dass irgend* auch mir immer wieder unterrutscht. Muss ich irgendwie besser aufpassen.
2004/02/23 23:38 Von wegen nichts erlebt
Die letzte Woche war gepraegt von viel Bier trinken, flippern,
flippern und flippern. Zudem war ich noch mit Andrea (die am Sonntag fuer ein paar Wochen
nach Schwaben aufgebrochen ist) im Feuermelder
flippern.
Aergerlich hierbei ist nur dieser "5 Spiele fuer 2 EUR" Faktor. Eigentlich will man eine Flipperflatrate und am besten in Form eines eigenen. Ein kurzer Blick in
das Reallife Warez Trading Tool verraet mir aber leider, dass mein
Haushalt diese nicht abzusetzende Investition gerade nicht hergibt. Zudem bin ich leider darauf
angewiesen, einen Verkaeufer im Umkreis von Berlin zu finden. Flipper gross und schwer, wissen schon.
Ich habe mich ueberreden lassen, einen Scheissfilm zu gucken. Aber nur, weil ich das Filmplakat erst im Kino gesehen hab. Nicht. Nicht hingehen. Nicht hingehen und angucken. Nur meine Meinung. (Aber musste mal raus.
Danke, Tina!)
Zudem stand noch eine Klausur in Chemie an. War nicht so prall. Werd wohl
zur Nachklausur nochmal antanzen muessen. Korrelliert proportional mit meinem Vordiplom. Im Informatik-Institut gab
es zum Abschluss einer Ringvorlesung zu eingebetteten Systemen einen netten
Vortrag von Prof. Coy ueber RFIDs. Die Dinger druckt man
inzwischen auf riesigen Rollen, wie Zeitung mit 2m/s, Plastik(halb)leiter auf Folie. Massenware und bald schon in deiner Milchtuete.
Andrea hatte Geburtstag. Wir haben nett reingefeiert. Ich hab mir ein nettes luftiges Wochenende im Sommer als Geschenk einfallen lassen. Ist hoffentlich angekommen.
Am Samstag hatte Schwesterherz Geburtstag. Familienfeier, das Uebliche. Schwager kennen
gelernt. Windowsadmin aus Wuppertal. Im IRC kennengelernt. Weil mir immer keine bloeden
Geschenke einfallen, gabs Donauwelle (Vergleiche auch hier). Zum Geburtstag meines Papas im November wurde von einem Verwandten "Donauwelle"
angeschleppt, die dem schwaebisch-patriotischen Empfinden von Andrea entgegenlief. Also konnten wir mit einer leckeren Kaffeetischtorte aufwarten und zeigen, wie man das richtig macht. Leider hat der Kuchen beim
Roller-Gepaecktrager gerechten Aufschneiden ein dem Transport ein wenig gelitten. Aber der Wille zaehlt.
Der Abend galt dann einer alten Schulfreundin, Manja. Hab ich vor einer Weile beim lustlos meinen
Dump des Telefonbuchs Verifizieren entdeckt. Und angerufen. Und auf ein Bierchen getroffen.
Dann gegooglet. Ich war es ja gewohnt, dass man zu allen Klassenkameraden eins, zwei google-hits findet, von denen einer immer dem Fussballverband Untersulzbach
gehoert, in dem sich durch Zufall ein Spieler mit dem Vornamen und einer mit dem Nachnamen, den man gerade sucht, befindet. Der andere Hit ist dann zu 50% wirklich
die gesuchte Person, die sich mit tausenden anderer in den Weltraum schiessen lassen
moechte, oder irgendeine beruehmte Person, wobei das im Kontext "beruehmt in der internationalen Zuchtbullenbefruchtungsszene" zu sehen ist.
Bei Manja schrillten gleich die Google-alarm-glocken. Naja, genug Privatsphaere zerstoert.
Zumindest feierte sie den Umzug nach Neukoelln. Ziemlich coole Wohnung. Aber seltsame
Party. Gleich beim Einzug in die Kueche polterte mich ein betrunkener Student an, dass ich doch bestimmt Elektrotechnik an der FH studieren wuerde und keine
Freundin haette. Ich muss wohl ziemlich abgewrackt ausgesehen haben. Es stellte sich raus, dass der Typ gerade in Mathematik an der HU promiviert, meine
Studienfaecher scheisse oede findet, Adlershof auch, sofort gemerkt hat, dass ich Ossi sei, ich naiv sei, weil ich nicht sofort bemerkt haette, dass er Wessi sei,
was er in Wirklichkeit gar nicht war, sondern ein Nazi aus Rostock, der sich jetzt seine Haare langwachsen laesst, weil er dann seine politischen Meinungen eher
herueberbringen kann. Er gab erst Ruhe, als ich meinte, dass, obwohl ich aus Marzahn bin, ich selber kein Nazi sein, diese frueher eher verhaun haette.
Spaeter traf ich dann meinen alten Schulfreund Olaf, so ein Zwei-hit-wunder, wie ich grad merke. Mit dem habe ich damals betrunken in seiner Kueche gehockt und
schmutzige Lieder geschrieben. Dann kam wohl Bundeswehr und eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau. Ich
hatte Muehe, zwischen den pathetischen Platitueden und hilflosen Beschwoerungen des Spass' alter Zeiten, meinen Kumpel Olaf wiederzuerkennen. Schade.
Ob der schlechten Musik und des eh schon erlebnisreichen Tages waren dann meine Kohorte (Antenne und Martin warn noch mit dabei) und ich schon relativ frueh
abbruchreif. Gestern ist Andrea dann nach Schwaben aufgebrochen. Ich habe gelernt, dass man mit 3 grossen Rucksaecken nicht bequem auf dem Roller fahren kann und
den Rest des Tages Musik gemacht.
Heute kam das offizielle Announcement von Nokia, dass sie in Q4 das 9500 herausbringen wollen. Fuer
mich als Fan des Communicators lesen sich BlueTooth, WLan, GPRS (endlich!!! D1 kann naemlich nur HSCSD), nur noch die halbe Breite, Kamera und einen vernuenftigen
Druckpunkt auf der Tastatur wie alles, was ich immer vermisst hab. Dass er nun auch IPSec sprechen wird, ist eigentlich nebensaechlich, da ich fuer die wichtige
Kommunikation (mails lesen, ircen, etc.) ssh verwende. Was fuer ein Prozessor drin steckt, stand natuerlich nicht
dabei, wie generell bei den neuen Telefonen. Also muss ich wieder benchmarken. (Bei meinen letzten Tests kam fuer alle Nokia Series 60 Telefone sowas im Bereich
140MHz StrongARM oder ARMT9, fuer p80x/p90x ein 206MHz ARM und fuer das 9210 ein 55 MHz ARMT9 heraus. Die hier
meinen, dass das 52MHz sein, also gar nicht so schlecht. Das wollte ich schon immer mal an exponierter Stelle veroeffentlichen. Wer das Benchmarkprogramm will, mailt mir.) Das einzige Problem sind die 800EUR, die Nokia dafuer aufrufen will. Ich muss das also bei Zeiten in irgendein
Projekt verpacken und mir von wem bezahlen lassen.
Heute hat mir Martin zum Rumbohren in der alten Opalwunde die Netzverfuegbarkeitskarte von Berlin unter die Nase gerieben. Wenn man ein wenig
clickt, sieht man leicht, ob man zu den Ungluecklichen gehoert. Ich
hoffe weiter.
2004/02/12 02:32 Begegnungen
Mein neues Moped hat mir in letzter Zeit viele tolle Begegnungen beschert: 1.) wollten natuerlich alle mal
(da)mit( )fahren. Der Cryx, reihenweise Maedchen ;) ehrm zumindest
ein paar und und und... 2.) mit dem Boden der Kreuzung Danziger/Prenzlauer. Ja, es hat geschneit, ja, es war unglaublich
glatt und ja, ich hab mir wehgetan. Und das alles auf dem Weg nach hause, um Fraeulein Tina ein wenig auf der
Klampfe beizubringen. Lieberweise hatte sie nich so ganz rechtzeitig
bescheid gesagt, dass sie sich fuer ein Theaterstueck praeventiv lieber ins Bettchen kuscheln und vor-kurieren will.
Aber eigentlich kannse ja nu auch nix dafuer. 3.) mit Wintersportklamotten, die ich fuer eine gar eine gute Idee hielt,
nachdem ich bei Schneetreiben beinahe Nase und Fingerchen abgefroren hab. und 4.) .. und jetzt wird's abstrus: mit einem
Bediensteten der Staatsmacht und das kam so: Gestern abend war ich ein wenig mit Freunden trinken und fand mich gegen 3 Uhr
in der Firma wieder, in der ich eigentlich den Roller abstellen wollte. Dort erwartete mich in Form einer Nachricht im Messanger mein Freund, der
Tom, der grad alleine und verlassen zu hause am Layout fuer unser Zeitschriftenprojekt sass. Ich beschloss, ihn mit
einem Strauss Trosthopfen zu besuchen. Fruehmorgens um halb sieben ratterte
ich dann doch noch nach hause, nur um gleich auf der Eberswalder von einem Auto ueberholt und mit einer Kelle zum Anhalten
ueberredet zu werden. Der Beamte war in Zivil und wies mich wirklich freundlich darauf hin, dass mein Ruecklicht nicht
funktioniere, das exterm gefaehrlich sei und frug, wohin ich denn fuehre. Nachdem er feststellte, dass er auch grob in meine
Richtung wolle, bot er an, hinter mir zu fahren und den Rueckraum abzusichern,
zudem sei "ja da hinten noch dreissig gewesen". Man stelle sich die Situation vor: ich, schwerst angetuetert, muehsam
geradeausfahrend, sollte jetzt vor dem Polizisten, der sich echt Sorgen machte, dass ich ruecklichtslos von ruecksichtslosen
Autofahrern ueberrollt werde, bis nach hause fahren. Aber das Schlimmste kommt noch: eine Kreuzung weiter ging mir der Motor
aus. Einfach so. Wohl zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu kalt, wer weiss. Hinter mir wartete der Polizist geduldig und ich muehte
mich mit dem Elektrostarter. Nach 2 Minuten war es ihm wohl zu bloed. Ich erzaehlte ihm, dass da vielleicht was mit der Elektronik
nicht stimmen wuerde und ich das Moped jetzt stehen liesse. - Und was passiert? Ich werde eingeladen, mit seinem Auto nach
hause gefahren zu werden. Wer sich die Situation nicht vorstellen kann, moege sich erinnern, dass ich bis 15 Minuten zuvor noch
froehlich Bierchen mit Tom gebechert hab. Ich konnte den Lift unmoeglich ablehnen, stellte den Roller vorm Taxistand ab und
bemuehte mich dann im Auto, moeglichst nach rechts zu atmen. Nach 15 Minuten betont konzentriertem Palaver ueber
Schwalben (ich fuhr frueher mal eine) und deren doch noch
"gute alte, robuste Bauart", den Friedrichshainer Sued-Kiez, Bekloppte, die auf fremden Motorhauben rumhopsen (ist mir mit
meinem guten alten 5er zwei- oder dreimal passiert) und Mopedhaendlern im Allgemeinen, hatte ich es geschafft und konnte nach
hause, ohne in ein Roehrchen pusten zu muessen.
Nachdem sich das letzte in den Arterien rumgammelnde Adrenalin verpisst hatte, konnte ich auch ruhig einschlafen.
2004/02/06 - 00:20 Geschafft
Krank-, faul-, verpeiltheits- und auslastungsbedingt erst jetzt wieder ein Eintrag. Meine Firma hat sich leider Gottes wieder daran erinnert, dass ich da
noch arbeite und doch da mal was tun koennte, mein Gute-Freunde-Shellserverprojekt musste dringend angefasst werden,
weil die ersten Mitstreiter sich (zu recht, wie ich fuerchte) vernachlaessigt fuehlten. Andrea ist umgezogen, ich habe mich schlimm erkaeltet, mein Projekt eigene Firma erfordert viel Buerokratie, Rennereien zu Aemtern, etc..., das Magazin[tm] ist
schon seit einem Jahr nicht mehr erschienen und muss jetzt gehoerig unter Feuer. Zudem hab ich noch ein Verfahren hinter mich gebracht, welches haette
unangenehm teuer werden koennen. Von dem Geld hab ich mich gleich motorisiert. Aber der Reihe nach.
Zur Arbeit muss/will ich nicht viel sagen. Meinen Gute-Freunde-Server habe ich mit einem automatisierten Jail-Verwaltungsverfahren augestattet, welches ich ab
demnaechst beim Tom in seinem FreeBSD Cookbook dokumentieren werde.
Unklar, warum FreeBSD so ein scriptset nicht von Hause aus mitbringt. Apache VHosts und WebDAV lassen sich auch
erstaunlich leicht automatisiert konfigurieren.
Andrea hat nach einer riskanten "ich kuendige erstmal die Wohnung und werde dann schon noch was finden"-Aktion doch noch eine wirklich coole Huette im
Dreilaendereck Treptow/Kreuzberg/Neukoelln, direkt am Kanal und Goerli gefunden. Einzige Probleme sind die .. mittelmaessige OePNV- und die hundsmiserable
GSM-Anbindung. Jedenfalls hat das 3-malige Weissen eines Zimmers und der Kueche (ja, die Farbe _war_ billig :) mich und meinen Ruecken massiv zerruettet. Von
da ab war ich ernsthaft krank (was natuerlich auch an dem eiseskalten Wetter an diesem Tag gepaart mit meiner unpassenden Bekleidung liegen koennte). Um den
zwei Tage spaeter stattfindenden Umzug konnte und wollte ich mich aber trotzdem nicht druecken. Zwei Leute aus der dritten in eine zweite und eine dritte
Etage. Tags zuvor noch mit dem Tom Bierchen und Kickern, macht morgens doppelt so viel Spass.
Ein Kuehlschrank, zwei Waschmaschinen, zwei Sofas, einen grossen Schrank, viele kleine Schraenke und _viel_ zu wenig Leute. Dank dem Philipp und der Tina,
ohne deren selbstlose Hilfe die Aktion wohl mal ernsthaft daneben gegangen waere. (Dank natuerlich auch allen anderen Helfern, auch Ehler und so, aber die lesen
hier eher nicht mit). Da ich der Robbefahrer war, fand ich mich dann (nach mehreren ernsthaften Ueberlegungen, dem Umzug an der Stelle einfach mal
abzubrechen) nachts mit nur nem Pulli bei Robben&Wienjtes an der Bornholmer wieder. Ohne Kfz, frierend und schon mit dem heissen Bad im Hinterkopf, dass
ich mir dank des von Philipp gezockten Erkaeltungsbads goennen wollte. More Viruses. Alles in allem hat sichs aber trotzdem gelohnt.
Zum Projekt eigene Firma gabs eigentlich frueher schon viel zu berichten. Der Gewerbeamtsbesuch vor 3 Wochen hatte nur 2 Stunden (mit einmal durch den halben
Bezirk zur Amtskasse geschickt zu werden) gedauert, das mit dem Finanzamt wegen zu wenig Firmenkonten (noch 0) hatte nicht geklappt. Aber inzwischen habe ich
eins bei meiner Onlinebank 1822 ein neues Konto eroeffnet. Diese Bank ist cool. Die benutzen FreeBSD-Server, PGP-Mails,
schicken regelmaessig Warnungen raus, was dem Durchschnitts-Windows-User grad so alles blueht und sein banking unsicher machen koennte. Und seit sie auch HTML-
Onlinebanking machen, sind sie meine Voll-Helden. Mehr zur Firma vielleicht spaeter.
Da das Chaos-Zeitungsprojekt inzwischen in einen Jahresturnus abgesackt ist, den die Post so nicht mehr hinnehmen wollten,
mussten wir jetzt die Fuesse in die Hand nehmen. Kostet aber auch Zeit. Wo ich die bloss immer hernehm?
Das Gerichtsverfahren, welches ich jetzt am Montag hinter mich gebracht hatte, drehte sich um ein angeblich unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Im Dezember
2001. Waehrend der erstinstanzliche Richter mich und meinen netten Anwalt, den York, wohl nicht leiden konnte, und mir fiese Sachen ins Urteil schrieb (die auch
_echt_ teuer gekommen waeren, alles in allem wohl 3000EUR), hat die zweitinstanzliche Richterin, die auch deutlich entspannter aussah, nicht in dem haesslichen
Neubau in Moabit, sondern im imposanten Altbau in Moabit arbeitet, nach einem Freispruch-Pladoyer... der _Staatsanwaeltin_! mir dann doch Recht gegeben.
*phew* Somit komme ich nicht nur um die 3000EUR herum, die mir das erste Urteil beschert haette, neee, meine Kfz-Versicherung muss mich rueckwirkend wieder
herunterstufen und somit >1500EUR zurueckzahlen. _DAS_ sind good news.
Vor lauter Freude hab ich mir dann in der Scooter-Box ein Moped gekauft. Einfach so. Nachdem mir mein erstes Kfz, eine
Schwalbe, kaputtgefahren wurde, hab ich mir heimlich schon immer wieder einen Roller gewuenscht. Und nun hab ich einfach zugeschlagen. Fakten schaffen, nicht
noch weiter herauszoegern. Ist eine Katana von Suzuki. Gibts keine schoenen links zu. Oder vielleicht reich ich noch welche nach. Jetzt gehe ich erstmal den
Tag bei einem kuehlen Hopfenbraeuschen beschliessen.
2004/01/23 - 22:16 Kleinkunst
Heute mal kein Essay, keine Retrospektive. Ich habe einen
Song fertig, mit dem ich schon seit einer Weile schwanger gehe. Wem es zu duester ist, der
sei beruhigt, der hat wohl nur das Kaempferische nicht herausgehoert. Wem das der schlechten
Aufnahmequalitaet wegen nicht gelang (ich habe das mit einem
iPAQ aufgenommen. [sorry, die Webpraesenz von Compaq/HP ist echt der Rotz und nicht verlinkbar])
der kann hier nochmal nachlesen.
2004/01/18 - 17:15 - Mit dem Schwert nach Polen
Beunruhigendes Gespraech mit meiner Mutter gehabt. Meine Mama ist Lehrerin
an einem Gymnasium. Einer ihrer Schueler ist ein Kandidat fuer das
Ausleben von
Gewaltphantasien (link ist mit Vorsicht zu geniessen). Seine Mama ist
der Meinung, der Junge _GEHOERE_ auf ein Gymnasium, ist Elternsprecherin,
der Junge hingegen sammelt die Noten der schlechteren Zensurenskala.
Natuerlich sind die Lehrer schuld, die den Jungen nicht genug foerdern,
eine andere Schule kaeme zwar in Betracht, aber nur wieder ein Gymnasium.
Der Junge ist natuerlich frustriert und weil es gerade in Mathe am
deutlichsten hapert, ist meine Mutter Objekt der Projektionen von den
Phantasien, die er bei SEINER Mama wohl nicht ausleben kann. Und ich sehe
jetzt im Vorfeld, wie sehr sich meine Mama wirklich kuemmert, nur um dann
von seiner Mama am Telefon angegiftet zu werden. Und wenn dann wirklich
was passiert, dann ist die Schuldfrage schon vorher beantwortet.
Was wirklich Angst macht: der Junge kommt ueblicherweise zu spaet, prahlt
vor den anderen Schuelern mit den ueblichen Ankuendigungen, so dass diese
sich schon genoetigt sahen, seinem Klassenlehrer bescheid zu geben. Er ist
Mitglied in einem Schuetzenverein geworden und reagiert immer mehr mit
hysterisch verstoertem Lachen.
Und? Was macht man nun? Dies soll kein Eintrag sein, der nachher eine
Rechtfertigung liefert, ála "hab ich doch vorher gesagt". Die Frage ist:
Wie kann man a) dem Jungen helfen und b) meiner Mama in der Schule eine
Kugel ersparen? Kommentare erbeten erdgeist at erdgeist dot org.
2004/01/16 - 04:29 - Mehr Papis
Auch der liebe Steini ist Vater eines 0,00341 Tonnen schweren und
ungefaehr 0.000000000000000056022195782564539683586638220075 Lichtjahre
langen Maedchens geworden. Trend erkannt. Glueckwuensche an die Eltern.
2004/01/16 - 02:17 - Jahresabschluss - Teil II
Fuer Silvester
war ich in Schwaben
eingeladen. Ist immer nett dort, die Leute machen ihren Alkohol aus dem
liegen gebliebenen Obst selbst
und man kommt ueblicherweise mit mehreren
Kilogramm mehr auf den Rippen
heim.
Da ich vom Tag noch was erleben wollte, bestellte ich fuer den 30. um
08:00 Uhr ein Mietauto und zu 08:30 Uhr Mitfahrer von der Mitfahrzentrale. Da der letzte
Congress-Tag (wie schon beschrieben) nicht so lange ging, und ich nur noch
kurz in der C-Base zur after congress
party vorbeigeguckt hab, war ich auch schon (fast vorbildlich) um halb
zwei im Bett. Nun gut. Auch das sind nicht die _optimalen_ Voraussetzungen
fuer 5 Stunden Autobahn,
aber da ich mir einen Audi A4 gelickt hab (oehm :), der das Fahren deutlich
entspannt macht, hielt ich die verbleibende Schlafenszeit fuer
angemessen.
Da hatte ich nicht mit Andrea gerechnet, die mich um 05:30 Uhr (ja,
NACHTS!)
rotzbesoffen aus dem Schlaf klingelte und mir eine Viertelstunde
lang zu schaffen machte, auch nur die geringsten grammatikalischen
Zusammenhaenge auf dem Wortstrom zu filtern. Von da an war an geruhsamen
Schlaf nicht mehr zu denken und ich kam
geraedert bei
europcar an. Dort wurde ich erst fuer 10 Minuten hingehalten, dann musste
ich 10 Minuten auf einen Fahrer warten, der mich und noch zwei Kunden zu
einem Parkhaus fuhr. Hier bekam nun jeder sein Auto einzeln
herausgefahren. 20 Minuten und 3 Anrufe dreier Mitfahrer spaeter ich dann
auch meins.
Die Fahrt war die Hoelle. Die Sonne schien wirklich _hell_ und auf dem Weg
nach Sueden und durch die geringe Sonnenhoehe im Winter schrie sie mir die
gesamte Fahrt ins Gesicht. Frontal. Unnachgiebig. Ich empfinde dieses
Verhalten als puren Hohn. Wenn sie schon ihre Arbeit so schlecht tut und
einen bestaendig
frieren macht, dann muss sie auch nicht dem unangenehmen
Blendeteil ihrer Taetigkeit nachkommen. - Kurzum, den Rest des 30.
Dezembers habe ich in der Falle
verbracht.
Zu Silvester wurden natuerlich Pfannkuchen (und zwar nicht den sondern
den hier),
Mandarinchen fuer den Sekt (_very_ ossi, indeed), lustige Troeten,
Sekt und Wunderkerzen
erworben.
Die Party konnte also steigen. Es ging auf den hoechsten Huegel der
Gegend. Mit 360° Panorama Blick auf die umliegenden Doerfer. Kurz vor
Mitternacht rumgetroetet. Um Mitternacht ging das Rumraketen ueberall los.
Sektaufmachen, Indiearmefallen, Frohesjahrwuenschen, Rumtroeten,
Wunderkerzenbrennen, der ganze Silvesterpathos. Und dann Ruhe. 10 Minuten
nach Mitternacht beschliesst der Durchschnittsschwabe, dass genug Geld
ausgegeben, der Durchschnittsboesegeist wohl fortgejagt und es Zeit fuers
Bettchen sei. Beeindruckend.
Nachdem der Sekt ausgeschluerft war und die letzten Wunderkerzen als
Heiligenschein herhalten mussten, gings dann an der zusammengerotteten Dorfjugend
vorbei, heim. Der Abend offenbarte wieder Konditionsschwaechen bei mir und
fuehrte zu einem fruehen Jahresanfangsende. Jahr 2003 ist hiermit fuer
mich abgeschlossen.
2004/01/13 - 11:18 - Jahresabschluss - Teil I
Viel ist passiert. Zuerst: seit dem letzten Eintrag ist mir Rudelweise
Hardware verreckt. Es ging los mit meinem Mailserver, der nach Einsetzen
einer neuen Batterie und ein wenig Peripherie nicht mehr booten wollte.
Eh mein Kumpel Andreas darauf kam, dass die neue Batterie das CMOS so
zurueckgesetzt hat, dass er nicht mehr von der System-SCSI Platte booten
wollte, zogen zwei Wochen ins Land. Danach hat es mein T20 erwischt. Aber
hier der Reihe nach. Ich habe, wie angedacht, den Congress des Chaos
Computer Club besucht. (Die haben da zum Congress nochmal das Haus des
Lehrers am Alex beblinkt.
Diese Aktion schien besser organisiert, als der Congress selbst.) Als ganz
kurzfristig noch ein Vortragsslot frei wurde, habe ich mich breitschlagen
lassen, einen Workshop
zu fuehren. (Die Anzeichen klar legasthenischer Entgleisungen bei der
Projektbeschreibung muss ich klar dem "Internetdirektor"
Andy Mueller Maguhn attestieren. Er hat sie von einer digitalen Vorlage
auf meinem 9210 abgetippt.)
Der Workshop wurde ganz nett, erschwert eigentlich nur durch den Ausfall
des Backlights meines IBM Thinkpad. Ich sass am ersten Congresstag ganz
gemuetlich mit Constanze auf dem Boden irgendwo im bcc und waehrend ich laessig mein
Notebook aufklappen will, um mich an die Datenakquise zum Vortrag zu
machen... :) nein, kein wilder Unfall. Gar nix. Ueberhaupt nichts.
Einfach Display aus. Gut, meinen Umgang mit dem Notebook pfleglich zu
nennen, wuerde der Realitaet nicht gerecht. Aber zumindest hab ich ihn
nicht vorsaetzlich zu zerstoeren gesucht. Also kein Grund, sich so gemein
zu raechen. Schlimmer noch, dass ich bei mir zuhause, dank des gezielten
Zusammenbrechens des Regals im Flur und des daraus resultierenden
Zusammenpralls diverser schwerer Gegenstaende mit der Festplatte meines
ISDN-Routers, kein Internet mehr hatte. Da sich aber bei mir zu hause
Nerds vom Congress einquartiert hatten, hielt sich der Kummer in Grenzen
und im hoeflicherweise von Conz bereitgestellten Nachtlager gabz abends
und zum Fruehstueck noch lecker beruhigenden Tee. Den Vortrag habe ich in
der Firma mit viel Hilfe von David, Edmund und Gunnar fertig gemacht und
den Rest des Congress dank eines Spieleabends bei Frollein Marion und dem
daraus zwangslaeufig folgenden Kater mit einem schwammigen Gefuehl
verbracht. Die Praesentation wurde dann mit dem Leihnotebook von Philipp
(DANKE DANKE DANKE nochmal) gerettet, mt dem ich dann am Ende des dritten
Congresstags noch die FTP-Server leerlutschen wollte. Dummerweise wurde
aber schon ab 22:00 Uhr zusammengebaut, so dass gegen acht schon kein
einziger Server mehr an war. Schade eigentlich, denn ich weiss nicht, wann
ich in naechster Zeit nochmal soviel Daten so leicht auf einem Haufen
haben werde.
2003/12/26 - 04:09 - Die Christenheit
Wir haben es schon gut. So einmal, wenn es noch nicht so richtig ganz
dolle kalt ist, haben wir uns alle mal so richtig ganz dolle lieb.
Man hockt dann aufeinander, erinnert sich, die Altvorderen nennen es
Besinnen. - Naja. - Meist besinn ich mich nur auf die verzweifelten
Versuche, den aufgestauten Frist herunterzuspuelen. Will sagen: mit viel
Alkohol wegzuputzen.
Ich habe es geschafft, ohne auch nur die geringste Geschenkidee
(geschweige denn Geschenke) meine Familie heimzusuchen. Ich wurde so gegen
15 Uhr aus dem Bett geklingelt, ob ich denn nicht die Bescherung
miterleben wollte. In Anbetracht meines dicken Schaedels fand ich die Idee
nicht vollends prickelnd, aber die innige Reflexion der Konsequenzen eines
komplett verpeilten Heilig Abends trieben mich dann doch aus der Falle.
Dank der wirklich miserablen Ausstattung meines Kuehlschranks (ich werde
dann nach dem Zwangskonsumverbot mal wieder aufstocken gehen) schleppte
ich den Kater bis nach Marzahn. Dort bot sich mir dann der Hungerkiller
Kirschtorte und Plaetzchen dar. Ich hoffe, dass mein Leiden bemerkt
wurde.
Das traditionelle Singen war ziemlich toll, auf "mit Gitarre in der Hand
irgendwas darzubieten" bin ich wohl schon ausreichend konditioniert. Ob
die anderen meine spontanen Zweitstimmen und Gitarrensoli zu den
Weihnachtsliedern auch so spannend fanden, wage ich zu bezweifeln.
Die Bescherung an sich lief so an mir vorbei. Ich hab wohl Socken und
einen Praesentkorb bekommen. Meine Mama hat sich naemlich mal wieder mein
Zimmer angeschaut. Um 15 Uhr morgens!!! Sie hat fieserweise am 20. oder
21. beim Schlafen gehn um 10 Uhr angerufen, ob ich denn um 3 noch zu hause
sei. Und nachdem sie meinen Mitbewohner aus dem Bett geklingelt hat, stand
sie dann wirklich in meinem Zimmer. Ich mochte ob eines Herrenproblems
nicht sofort heruntersteigen, aber die Zeit hat sie wohl zur ausgiebigen
Inspektion meines Wohnraums genutzt. - Einen Praesentkorb also. Mit
Alkoholika (wie so wohl darauf kommt), nicht verderblicher Nahrung, einem
1l-Pack Kakao (was ich wirklich kool fand) und so Naschzeug. Dank einiger
redegewandter Kniffe, fiel meine komplette Geschenklosigkeit nicht weiter
auf. Meiner Schwester vermachte ich die ihr irgendwann dieses Jahr
verliehene Funknetzwerkkarte, mein Opa hat eh nicht mitbekommen, wer ihm
was geschenkt hat und meine Eltern haben es (hoffentlich) mittlerweile
aufgegeben.
Beim
Mensch-Aerger-Dich-Nicht bin ich dann Letzter geworden. Warum ich das
erwaehne? Bei dem Spiel hat mein Opa erwaehnt, dass er fuer uns "Nappa-
Lederjacken" herumliegen haette, wir duerften uns welche aussuchen. -
Geil! irgendein ehemaliger Kollege, der jetzt Haustuergeschaefte macht,
hat Opa besucht und ihm fuer 500EUR 10 Lederjacken und -westen
uebergeholfen. Die ihm nicht einmal passten. Dieser verdammt Flachw****er.
Beim spaeteren Angucken stellte sich heraus, dass die nicht mal besonders
huebsch sind. Und Nappa schonmal eher gar nicht. Ich hab dann
kurzentschlossen alle Jacken geschnappt, teilweise fotografiert (Link
folgt noch) und werde sie die naechsten Tage auf eBay loszuwerden versuchen, damit Opa
wenigstens Teile seines Geldes wiedersieht.
Wo ich gerade beim Fotografieren bin: ich habe mir noch ein Spielzeug
aquiriert, das ich dann nachtraeglich als Geschenk von Opa umdeklariert
habe. Eine
Mustek 4000 DV. Soll heissen: ein Geraet, das nur halb so gross ist,
wie mein iPod und Filme und mp3s aufnehmen kann. Ziemlich cool. Wenn ich
herausgefunden habe, wie ich die .afs, die da herausfallen, in irgendwas
Nicht-proprietaeres umzuwandeln, werden kleinere Clips mein Blog
bereichern. Ich habe da schon ein paar Impressionen, die mich beschaeftigt
haben, aufgezeichnet.
(Abrupter Themenabbruch) Nach dem netten Fest und der Nachhausefahrt bei
Papa hinten im Auto trieb es mich dann endlich auf die Piste. Die
ausgewiesene Touristenstrasse,
die ich mein zu hause nenne, war unglaublich leer. Waehrend man normal
stundenlang auf Parkplatzsuche ist, boten sich einem diesmal
ICE-kompatible Parkluecken. Der Grund? Das gesamte Studentenpack aus
Sued- und/oder Westdeutschland, das fuer gewoehnlich Kunden und Bedienung
in der Gegend stellt, hat sich lieber daheim in Dortmund oder Stuttgart
unter dem
Weihnachtsbaum breitgemacht. Da ich aber gerade ohne Kfz bin,
konnte die Freude ueber Parkplaetze _deutlich_ nicht den Frust ueber die
geschlossenen Lokale wettmachen. Ich habe mich dann mit Kumpel Robert im
Coyote niedergelassen. Er hat so eins, zwei traurige Frauengeschichten
zu erzaehlen gehabt, die prima mit dem Bier und Cocktail-gemisch
harmoniert haben. Weil der Rest der Bagage noch an Fundamentalistenfeiern
(so Mitternachtsmesse oder sowas) teilnehmen mussten, ging es dann erst so
gegen halb eins weiter nach Prenzlauer Berg. Im ehemaligen H20 war es
schon ein wenig gemuetlicher, die Kundschaft war dagegen aber auch
anstrengender. (Wohl inklusive mir.) Die Nacht endete bloederweise mit den
zwei Sitz-Entenschnaebeln zum Bett zusammengeschoben in der Firma. Heute
gab es kurzes bcc angucken und wieder trinken. Ich muss mal einen Tag
nuechtern bleiben. Nur so um zu gucken, wie das ist. Geht ja auch ins
Geld.
Die Geschichte mit der Chemie-Klausur folgt noch. Keine Angst. Ich muss
nur den Scanner wieder heile machen.
2003/12/20 - 03:22 - Dezemberkind
Der Tomster-Tom is Papa. Mal
wieder. Der Trend geht wohl auch zum Zweitkind. Ich behalte mal an der
Stelle meinen Zynismus fuer mich und freu mich mal janz ehrlich mit,
weil ich den Tom sehr mag.
2003/12/19 - 14:18 - Shoppen, Essen und Studieren
Ich habe es mir angetan: einen Nachmittag als Teil der Kaufviehherden,
welche von religioesen Fanatisten und sich religioes gebenden
kapitalistischen Fanatisten durch peinlich pathetische Glitzerwelten
getrieben werden, um den Ladeninhabern, die das mit dem Kapitalismus wohl
noch nicht so ganz verstanden haben, ihre Waren fast zum Einkaufspreis
abzunehmen. So richtig verstehe ich das nicht, warum man Rabattaktionen
gerade zum Weihnachtsgeschaeft anstoesst, ist aber auch nicht mein
Problem. Das wirkliche Problem ist der soziale Druck, der erzeugt wird,
jemandem etwas schenken zu muessen, um vor sich selbst nicht verantworten
zu muessen, jemandem nichts geschenkt zu haben, weshalb er sich schlecht
fuehlen wuerde. Puuuh. Meine Eltern verstehen das nicht. Ich bekomme dann
zu hoeren, dass "wir uns gedacht haben, unseren Sohn so erzogen zu haben,
dass..." Ja. Man. In unserem christlichen Kulturkreis ist es ja ueblich,
dass man des Fests der Liebe gedenkt und sich zeigt, dass man aneinander
denkt, wenigstens einmal im Jahr. Von bekennenden Atheisten. Aber halt
wohl doch konditioniert. Ich komme lieber aller Wochen bei meinen Eltern
vorbei und tue Dinge, die ich kann. Rechner
pflegen, Kabel verlegen, Opis und Omis bespassen. Kreative Geschenke
fuer Leute ausdenken gehoert deutlich _nicht_ zu meinen Kernkompetenzen.
Und Computer pflegen waere nur alle Weihnachten zu kritisch und gerade AN
Weihnachten deplaciert. Also wohl doch irgendeinen unnoetigen Betrag fuer
ein nutzloses Geschenk ausgeben, das ich dann auch noch durch die Stadt
schleppen muss.
Aber da nicht alle meiner Zeitgenossen so denken, haenge ich mich
traditionell jaehrlich an den Rockzipfel von Constanze
und begleite sie beim Stoebern durch die bunte Warenwelt. Die Suche nach
einem ATM der Firma >WelcheBankIstNichtSoWichtig< fuehrte uns an
"Grilletta" vorbei. Merkwuerdiger Laden, in dem es aber immer lecker
Hausmannskost gibt. Ich kann die Rindsroulade mit Rotkohl dort sehr
empfehlen. Benannt ist das Lokal uebrigens nach Grilletta, der DDR-Version
des Hamburgers. Die gibt es dort naemlich noch wirklich zu kaufen. Nach
Originalrezept. Merkwuerdig ist dort nur, dass der derzeitige Betreiber
aus dem nahen oder mittleren Osten stammt, und neben der leckeren
Hausmannskost und den Grillettas auch noch Doener und Pizza verkauft, die
man dann neben Getraenkekuehlschrank und Geldspielautomaten im Beisein
von, sagen wir mal hoeflich, Kiezoriginalen zu sich nehmen kann.
Der Einkaufs"bummel", der dann, vom Essen noch traege, sich auf das
systematische Abklappern aller Etagen des Einkaufszentrums Allee Arkaden
beschraenkte, verlief, wie befuerchtet, stressig. Die Post, wo wir "nur
schnell ein paar ebay-Pakete" hinbringen wollten, war knueppeldicke voll,
in den "stilvoll wohnen" Laeden gab es nur stillosen Scheiss, die
Parfumgeschaefte stanken selbst noch ueber den Schweissgeruch der vom
Einkaufsstress schnaufenden Shopper. In den Spielzeuglaeden gibt es
unsaegliche Dinge, bei denen ich mich frage, wie man soetwas seinem Kind
antuen wollen wuerde (obwohl der kleine grosse Kuschelmaulwurf ...
-- EINSCHUB: Auf der Suche im Web nach dem grossen Kuschelmaulwurf musste
ich mit Entsetzen das hier finden: Digger II - ein
Maulwurf zum Verlieben ihr muesst ein wenig scrollen, da es dort
keine Anchors gibt /EINSCHUB -- ... den ich leider im Netz nicht gefunden
hab, das ist so ein 1 Meter grosser Plueschmaulwurf... ach auch nicht so
wichtig, zumindest koennte man den glatt noch einem Kind antuen). Im
Heimwerkerladen habe ich mir dann Goldspruehdosenfarbe gekauft. Das ist
die Farbe, mit der die Leute, die der Meinung sind, man muesse vor
Weihnachten unbedingt die Strassen mit epilleptikergefaehrdendem
Blitzgewitter zu bestrahlen, Tannenzapfen, Ananaesse und Engel bespruehen,
damit sie dem Schwippbogen mit der billigen weissen Lackierung noch den
feierlichen Touch geben. Mit dem habe ich fuer die kiffer.de Leute erst einmal eine
in Drogenzigarettenform gebauten Papers-Konstruktion vergoldet. Mal sehen,
ob sie es moegen. Spaeter will ich noch das alte Telefon von Oma, dass bis
vor kurzen noch meinen Schreibtisch als Arbeitsplatzapparat zierte,
vergolden und eventuell reparieren. Dass ich dann wirklich doch noch ein
Geschenk gefunden habe, kann ich ja schon verraten, aber was und fuer wen,
vielleicht besser erst nach Weihnachten.
Beim Nachdenken ueber den Maulwurf habe ich mich mal endlich wieder bei
meiner damaligen[1] Freundin gemeldet (der ich das Plueschtier
[1]damals geschenkt habe) und sie hat prompt die Digitalkamera
rausgeholt, um zu beweisen, dass es ihm noch gut geht. Ich werde sie
Dienstag mal besuchen gehen und ihre legendaeren Weihnachtsplaetzchen
wegfuttern :) (Warum sie die immer nur zu Weihnachten macht, ist mir ein
Raetsel)
Um auf das Shopping zurueckzukommen: ich konnte zumindest stolz behaupten,
den Weihnachtseinkaufsstress besser verkraftet zu haben, als Frollein
Conz, die dann bettelte, sich endlich in ein Cafe zum Beine ausruhen
setzen zu duerfen. Ach ja: sie hat kein einziges Geschenk gefunden.
Heute morgen habe ich die besagte Chemieklausur wiederbekommen.. aber
davon berichte ich gesondert.
2003/12/16 - 06:42 - Spontanes Gehacke II
Als am Sonntag Starbug sein neues Domizil in Wedding mit den Moebeln aus
seiner alten Wohnung bestueckt hat, gemeinhin auch als Umzug bekannt,
habe ich seinen Bruder, meinen alten Studienkollegen kstar,
wiedergetroffen. Ungewoehnlicher Mensch mit vielen Flausen und dutzenden
cooler Ideen im Kopf. Weil ich neulich ein kleines Problem mit shell
push hatte, habe ich ihm davon erzaehlt. Und keine 2 Tage spaeter faellt
mir ein tarball aus der mailbox, in dem mein kleines Problem fast fertig
implementiert daliegt.
Es ging im Groben darum, dass ich auf einem unixoiden Host hinter einer
Firewall (ohne Zugriff auf diese) jemandem kurz einen login auf dem
Rechner geben wollte. Das funktioniert aber nach den althergebrachten
Mustern von telnet, rlogin, ssh etc. nicht, dort ist es ueblich, dass der
_Server_ das pty alloziert und dem Client, nachdem er sich authentifiziert
hat, das tty weitergibt. Was ich brauchte ist, dass ein Server auf
Connections von einem Client wartet, der ihm dann ein pty gibt. Zugegeben,
kein alltaegliches Problem, aber es begegnete mir schon ein paar Mal.
Nachteil ist natuerlich, dass jemand an dem Rechner sitzen muss (aber
eigentlich kamman das auch aus ner while true; ... sleep 10; end Schleife
machen und bei Bedarf den Server starten) andererseits will man so eine
Shell ohne wirklich Authentifizierung (siehe unten) nicht ohne sein
Beisein vergeben. Die Loesung von kstar lief leider nicht sofort auf
FreeBSD, dort gibt es statt getpt() nur posix_openpt(O_RDWR) und man muss
getaddrinfo() im hints noch den ai_socktype auf SOCK_STREAM setzen. Zudem
gibt es grantpt, unlockpt und ptsname erst seit FreeBSD 5.0, aber jetzt
laeuft es. Es gibt sogar eine rudimentaere "Verschluesselung", die darin
besteht, dass man Client und Server den selben Sessionkey geben muss, mit
der der Stream ge-xor-t wird.
Nichts fuer Cryptoexperten, aber bis ich da ssl reingeschraubt habe,
reichts. Wer ein aehnliches Problem hat, kann ja mal selber compilen.
Hach, ich liebe nerdige Blogeintraege. Dass die sich jetzt haeufen,
hat einen Grund: Andrea ist in Skiurlaub gefahren. Bleibt massig Zeit zum
Rumnerden, ohne, dass man zu Sozialstress ermahnt wird. Eigentlich bin ich
ja ein wenig neidisch. Ich will auch Skifahrn, aber es liegt grad viel zu
viel Arbeit rum und dann ist da noch dieses Fundamentalistenfest und
danach der Congress des Chaos Computer Clubs, den ich mir dieses
Jahr vielleicht mal anschauen werde. Bis dahin habe ich noch eine feiste
TODO-Liste abzuarbeiten: morgen hat Opi Geburtstag, am Samstag zieht Cryx
um (aus einer 5. Etage in eine 4. Etage, der Spinner :), ich will den SMB
noch fertig hacken, meinen Telefonbuchsubstringindizierer und den Treiber
fuer die PCMCIA-Firewire-Karte zurechthacken, die leider nicht out of the
box funktioniert. Und noch ein wenig selbstinduzierter Sozialstress
(...).
2003/12/13 - 13:47 - Spontanes Gehacke
Nachdem sich Filib in seinem Blog mal wieder dezent ueber mangelnden ipv6
support im vchat-client echauffiert hat, hat es mir endgueltig gereicht.
So schwer kann das doch nicht sein, hab ich mir gedacht. Und richtig. Wer
sich die aktuelle Version auscheckt, und als make-Option
EXPERIMENTAL_IPV6=-DEXPERIMENTAL_IPV6 angibt, kann v6 alpha-testen. Und
wer noch einen Mac mit Developer Tools hat, kann mir gerne ein binary fuer
MacOSX schicken. *hint*hint* - Um an dieser Stelle ueber MacOSX
herzuziehen: da die readline und die ncurses Version (zumindest in der
10.2.x) furchtbar stanken, musste ich beim letzten Mal die libs von Hand
aus dem CVS compilen und statisch linken, um den armen Mac-Usern das
Schlimmste zu ersparen. Auch, wenn 10.3.x nettere Versionen von den Libs
bereithalten sollte, muss man fuer pre-Panther-Aepfler trotzdem den
statisch compileten
Riesenbinaerbloebb vorhalten (Zur Zeit noch ohne v6, da die
neueste Version noch nicht compiled ist.) Den neuesten Source-Tarball gibt
es, wie immer hier.
2003/12/09 - 17:34 - Google bomben
Nachdem "uebliche Verdaechtige" es hinbekommen haben, bei der Google-Suche
nach miserable
failure George Bush ins Rampenlicht zu ruecken, gibt es eine neue
Initiative, denn nach meiner Meinung ist George ein war criminal.
Alle blogger, die da mitmachen wollen, sollten da mal den link hier so
kopieren: <a href="http://www.whitehouse.gov/president/gwbbio.html">war
criminal</a>
2003/12/08 - 05:49 - Schwein gehabt
Es gibt nicht viele Situationen, in denen man kaum glaubt, so Zufaelle
passieren einem doch eigentlich gar nicht. Ich habe die Nacht vom
Donnerstag zum Freitag ein wenig im
offenen Donnerstag des CCCB verbracht. Das ist eigentlich ein netter
Haufen da, da koennte man vielleicht mal oefter vorbeischauen. Als ich
mich dann kurz vor 0800 Uhr entschloss, aufzubrechen, um eventuell noch
"zufaellig" juja (die mir lieberweise vor ein paar Wochen die Haare
geschnitten hat), am Bahnhof Warschauer Strasse zu treffen, um sie um ein
Frisurenupdate zu bitten, (sie hatte leichtfertig erzaehlt, mit welcher
S-Bahn sie faehrt :), fand ich diese Art zufaellige Treffen doch ein wenig
zu dreist und mir kam spontan in den Sinn, die Chemie-Vorlesung, die ich
leider ein wenig hab schleifen lassen, doch noch zu besuchen. Freitag 8
bis 10 Uhr ist einfach ein typischer Verschlafskandidat. Als ich dann aber
den Vorlesungssaal erreicht hatte, fand ich statt der heimlich erhofften
Streikposten eine pruefungstypische Tafelpraeparation.
Hammer. Durchnaechtigt, uebermuedet, frierend, unvorbereitet und mit
meinem aktuellen Freizeitprojekt (dazu gleich mehr) im Kopf und ohne
auch nur dem Hauch von einem Stift setzte ich mich in die letzte Reihe.
Fehler! Merken: in den letzten Reihen sitzen *immer* die Spacken mit ohne
Plan. Kann man nicht abschreiben. Zumindest war mein Vordermann so nett,
mir einen gruenen Buntstift(!?) zu leihen, obwohl er noch ein paar
Kugelschreiber rumliegen hatte, aber einem geschenkten Gaul... Die Klausur
an sich war sehr durchwachsen. Am Anfang ein paar primitive 10tklaessler-
Aufgaben zum Beweis, dass man Molare Massen von Stoffen, Molekuelen und
die Beziehungen zu den wirklichen Massen und prozentualen Masseanteilen an
Stoffgemischen bei bestimmten Stoffmengen verstanden hat. Und wie zu
erwarten war, sassen die Biologen davor, wie die Kuh vorm neuen Tor, mein
Stifteverleiher schrieb als Masse 3 1/2 ohne Einheit, was zwar bei seiner
femininen Handschrift ganz keck aussah, aber trotz halbseitiger Herleitung
nicht den geringsten Hinweis hinterlies, dass er verstuende, was er da
treibt. Der rechte Vordermann hatte ein zu massives Kreuz, um auf seinem
Blatt irgendwas zu erkennen, zum Glueck nestelte ein paar Meter rechts von
mir eine prototypische Blondine mit ihrem Aufgabenzettel, so dass man die
in spaeteren Aufgaben geforderten skizzierten Graphenverlaeufe erkennen
konnte. Und siehe da: auswendig lernen klappt bei diesem Typ Mensch
scheinbar. Das war genau die selbe Kurve, die in einer der beiden
Vorlesungen, bei denen ich zugegen war, an die Wand geworfen wurde. Der
Kamerad vor mir ignorierte dann auch noch stetig meine Versuche, ihm fuer
die erste Aufgabe das Ergebnis (100g) zuzufluestern. Aber dann: gab ja
schliesslich nur einen Buntstift :) Am Dienstag gibts die Ergebnisse und
Einteilung in Praktikumsgruppen. Ich hoffe _instaendig_, dass ich nicht
wieder eine ... Schnalle ... abbekomme, wie beim letzten Mal. Ein paar
Eintraege weiter unten habe ich sie, glaub ich, schonmal erwaehnt. Die
beiden Praktikumswochen hatten mich auf eine noch nie dagewesene Art und
Weise zum Kochen gebracht, dass ich mich beim Abreagieren leicht verletzt
hab. Das Ende des Praktikums wurde damals mit einem Hirn-Weg-Besaeufnis
besiegelt, im Rahmen dessen ich Andrea ganz furchtbar auf den Fuss
gesprungen bin (woran ich mich dann leider nicht mehr erinnern konnte und
was mir auch ehrlich und aufrichtig leid tut). Details meiner Tortur
werde ich dann vielleicht im Rahmen des jetzt auf mich zukommenden
Praktikums berichten.
In der vorletzten Woche hat auch endlich das Weggehen mit dem Philipp
geklappt. War ziemlich nett. Hab ich vor lauter Kommerz vergessen, zu
erwaehnen. Vor allem, weil sich darum noch eine lustige Geschichte rankt.
Dass ich in der mbar unschoenes Essen bekommen hab, schrieb ich bereits.
Bei dem Metroeinkauf mit Mama am Tag danach habe ich fuer meinen
Kuechenschrank eine Spruehdose erstanden. Eigentlich wollte ich nur kurz
schauen, ob das Blau auch wirklich deckt, aber wo ich schon einmal dabei
war, habe ich die ganze Flasche in dem unbeluefteten Raum auf dem Schrank
entleert. Hat zwar wirklich gut gedeckt, aber leider nicht gereicht. Zudem
haben die Loesemittel trieslig in der Birne gemacht. In diesem Zustand
also, noch mit halbuebel von dem verdorbenen mbar-Fruehstueck und
bedroehnt von der chemischen Keule, habe ich mich mit Philipp getroffen
und war nach dem dritten Hefe gar nicht mehr zu gebrauchen. Das Essen in
der Tempobox (leider keinen Link zu gefunden, aber ist Simon-Dach-Strasse/
Kopernikusstrasse) war richtig lecker, die Bedienung zuvorkommend
(vielleicht auch nur, weil Steffi eine alte Kollegin von Andrea ist :) und
vor allem kann man dort im Sommer auch nach 22 Uhr noch draussen sitzen.
Doch genug der Werbung. Ich stellte dann beim Naseschneutzen fest, dass
meine Popel blau sind, genau, wie der Rest meines Naseninnerens und, wie
sich spaeter rausstellte, auch die Haelfter der Oberflaechen in der
Kueche. Mal wieder eine intellektuelle Glanzleistung. Der naechste Morgen
war dann toedlich und fuehrte zur mehrmaligen innigen Begegnung mit meiner
Kloschuessel. Die dabei aufkommende Erkaeltung tat dann ihr Uebriges.
Aber genug davon. In Zwischenzeit habe ich mir ein nettes neues Projekt
gesucht. (Vorsicht, jetzt wirds nerdig.) Der Small-Scale-Webserver
"gatling" (hier zu gucken)
von Fefe wurde juengst um die
Faehigkeit, FTP im public-only mode zu sprechen, erweitert. Dies brachte
uns auf die Idee, NFS und Samba dazuzupacken, und einen wirklich kleinen
Lan-Party-"ich feuere meine Files aus allen Rohren"-Server zu basteln. Die
Spezifikation (das
pdf in dem Verzeichnis) sah im Minimal-Commandset gar nicht so schlimm
aus. Und ich wunderte mich schon, warum das Samba-Projekt so furchtbar
aufgeblasen ist. Als ich aber die ersten Message-Typen implementiert habe
und endlich mit der Windowskiste reden wollte, wurde der von mir
angebotene Minimaldialekt einfach zurueckgewiesen. "Wenn du nicht den
allerneuesten all-features-on-dialect sprichst, rede ich nicht mit dir,
verbindung zu". Fairerweise muss man dazusagen, dass der Windowsexplorer
dann wenigstens auch zugemacht hat. Die SMB-Implementation fuer MacOSX
ignoriert den von mir ausgesuchten Dialekt schlicht und schickt mir
einfach froehlich Messages aus den nicht bekannten Dialekten. Nettes
Stueck Software, das. Nachdem ich das gesamte Framework umorganisiert
hatte, um die neuen Messagetypes, die um einiges komplexer sind, als die
aus dem Basic-SMB-Dialekt, abzubilden, konnte ich wenigstens die
grundlegenden Nachrichten zum Etablieren der Verbindung austauschen. Zu
meiner grossen Freude wollte aber der Explorer auch von den hingehaltenen
Shares nichts wissen. Nein! Erstmal wird eine Pipe aufgemacht, durch die
ein obskures
RPC-protokoll gefahren wird. Das ist so lecker, dass es seine
Parameter in Formatstrings beschreibt, die auch verschachtelte Datentypen
abbilden koennen. Laedt also foermlich ein, Bufferoverflows da
reinzubauen. Und alles nur, um sich ein wenig Information ueber meine
exportierte Share abzuholen. Eigentlich unnoetig. Das SMB-Protokoll haelt
genug Requests fuer diese Zwecke bereit. Aber noe. "Wem ich aufzwinge, zu
behaupten, er wuerde LM1.02 sprechen, der muss auch das ganze featureset
koennen, sonst red' ich nicht mit ihm". Da die Herangehensweise bisher
war, vorgefertigte Speicherbloecke als Antwort zu schicken, egal, was
genau in den Anfragen stand, werde ich versuchen, Pakete
vor-zusammenzustueckeln, die den Client zufriedenstellen. Aber erst, wenn
die Frustration ueber den auf mich zukommenden Arbeitsaufwand nachgelassen
hat. Nudossi (so heisst der Serverprototyp, weil das mal viel leckerer als
Samba ist :) findet man hier: "$ cvs -d:pserver:anonymous@cvs.erdgeist.org:/home/cvsroot/ co nudossi".
Dass, entgegen der letzten Eintragung, das Umformatieren des iPods doch
nicht so "flauschig" abgelaufen ist, wird wohl erst in einer der naechsten
Eintragungen Erwaehnung finden. Ich will Uebereifrige aber schon jetzt mal
warnen.
2003/12/02 - 12:36 - iPod da
Schnell noch eine Firewirekarte dazu erstanden und entgegen der
schlimmsten Befuerchtungen spielts einfach so unter FreeBSD. Als
SCSI Platte formatiert, gemountet und natuerlich die gesammelte
Nirvana-Kollektion (laut Spiegel Online - die verlinke ich jetzt
aber nicht, weil das eh Bezahlcontent wird - soll man mit Bindestrichen
nicht so um sich werfen. Regel ist: bei Wortzusammensetzungen, die
noch nicht in den allgemeinen Sprachgebrauch maeandert sind, soll man
zur leichteren Lesbarkeit welche einfuegen, sonst verkneifen)
draufkopiert. Die 40GB iPods haben keine echten beweglichen Teile mehr,
das Dreh"rad" besteht nur noch aus Induktionssensoren, die mitbekommen,
wohin man den Finger bewegt. Schoenes Device.
2003/11/24 - 20:20 - Geld ausgeben
Ja. Ich war shoppen. Hat mal gut getan. Nachdem sich aus besagten
Gruenden ein wenig Geld auf dem Konto akkumulierte, fand ich es an der
Zeit, Anschaffungen zu machen, zu denen man sich sonst (Bodennebel, was
weiss ich) nicht durchringen kann. Man hat natuerlich immer zuwenig Geld,
aber ueblicherweise gibt man es dann auch noch fuer Bloedsinn aus. Also
jetzt dringend her damit: 1) Ein Computer. - Wenn man von der Firma
mit allen notwendigen Devices ausgestattet wird, denkt man gar nicht mehr
daran, dass es eine coole Idee ist, auch noch eigene Hardware zu besitzen.
Nur fuer den Fall der Faelle. Also bin ich auf Rat meines Mitbewohners
zu Siggelkow in der Frankfurter
gelatscht und habe mir das billigste bundle mitgenommen. Nur 299EUR. Ich
fand, da kann man nichts falsch bei machen. Ist zwar x86, aber in der
Groessenordnung bekommt man fuer den Preis keinen Mac und Acorn Computer haben ihren
Zenit wohl unwiederbringlich ueberschritten. (Mein erster Computer war
ein Acorn Archimedes 3010 und eigentlich haenge ich noch an der Platform).
Den Rechner werde ich mir jetzt sukzessive ausbauen, einen Extrariegel
RAM hab ich schon gleich dazugekauft, grosse Platte kommt demnaechst und
viel mehr braucht man eigentlich nicht.
2) Einen iPod - Eine Freundin (deren Namen ich wegen Zollparanoia ich
hier nicht veroeffentlichen werde) war bei Verwandten in den Staaten und
hat mir beim sagenhaften Dollarkurs von 1.20EUR einen 40GB-iPod geshoppt. Wenn man noch 6%
Tax in den Staaten dazunimmt, kann man sich leicht ausrechnen, was ich
bezahlt hab. Nachdem cpunkt ein wenig am FireWire fuer FreeBSD gehackt
hat, habe ich gar keine Angst mehr und werde das Geraet auch als
Mitnehmefestplatte benutzen. Ich habe mein ganzes Leben noch nie so
einen richtigen Walkman o.ae. gehabt. Ich war meistens so paddelig, den
innerhalb kuerzester Zeit zu zerstoeren, zu verbummeln, oder (wenn er zu
robust und/oder zu treu war) zu langweilig zu finden. In mein Leben hat
Musik zum Mitnehmen immer nur am Rande gepasst (als letztes auf der
Festplatte von meinem Thinkpad mit Kopfhoerern aus dem Rucksack) und ich
hoffe, dass sich das jetzt aendert. Genauso, wie das coole Feature
Putty fuer den 9210 dafuer gesorgt
hat, dass ich den Communicator immer bei mir habe und somit zum ersten
Mal ernsthaft Kalender fuehre und wenigstens ein bisschen Ordnung in
meine Termine gebracht habe, wird der iPod hoffentlich ob seines Features
"Mal eben eine DVD ins Nerdkino tragen" oder "ein
FreeBSD-ISO-Image, dass in der Hosentasche nicht kaputt geht" dafuer
sorgen, dass ich die Musik, die ich mag, immer dabei ist. Eine Tasche in
meiner Hose ist auf jeden Fall noch frei.
3) Einen
Hosentaschen-Amp fuer meine treue Fender(nachbau :). - Muss ich wohl
nicht besonders viel zu sagen, macht entspannte Nachbarn und
Arbeitskollegen und laesst sich mit Aktivboxen prima zu nem BueroAmp
kombinieren. Kostet so 35EUR, aber macht Augen leuchten. Die Saiten und
den neuen Gurt, die ich mir noch dazu geleistet habe, werde ich nicht
extra aufzaehlen.
4) Und aus der gruenen Gewinnpalette gabs fuer Kaspar, meinen echt
fleissigen Bassisten, weil der nix gewonnen hatte, einen ODB-3 dazu (das
ist DER Referenzbassverzerrer). Die Proben haben zuletzt wieder richtig
Laune gemacht, weil Kaspar (im Gegensatz zum alten Basser) zu hause
fleissig Songs geuebt hat (danke dir, Kaspar) und darum dachte ich, dass
wir dann wenigstens einen Hauch von Professionalitaet in den Probenraum
hineintragen koennen. Vielleicht bring ich Julia nachtraeglich zu ihrem
Geburtstag fuer die Drums auch noch was mit, aber dazu muss sie erstmal
fleissiger trommeln ;)
5) Einen 60cm Steinbohrer. - Mag sich jetzt zwar komisch in der Liste
machen, aber er repraesentiert fuer mich die Bestaendigkeit beim
Herrichten meiner Wohnung. Sie ist durch das viele Arbeiten, Studieren,
Nerdzeitung und Sport machen, woanders Feiern undundund so ein bisschen
vernachlaessigt worden, ueber die letzten beiden Jahre. Obwohl sie
eigentlich sehr cool ist. Nachdem ich (wie schon geschrieben) Bad- und
Kuechenregal angebracht und meine ganze Kueche umsortiert hab (was auch
der hygienischen Gesamtsituation dort sehr zutraeglich war und meinen
Mitbewohner nebst Gattin zum regelmaessig kochen zu animieren scheint),
war nach dem Erwerb des Computers Heimvernetzung angesagt. Wavelan ist
zwar cool, aber zum Austausch groesserer Dateien ungeeignet. Andererseits
machen Kabel in der Wohnung keine gute Laune. Dem widersprach jedoch
bisher die unaufgeraeumte Serverecke im Flur. Nach einer kleinen Bohrung
durch die Wand und dem Umlegen eines HUBs konnten 90% der Kabel (die
bisher auch noch durch die Tuer gelegt wurden) eingespart werden. Nur mein
Zimmer konnte ich wegen einer 55cm-Wand nicht mit Netzwerkkabel versorgen.
Und nun ratet mal, wozu ich den 60cm Bohrer brauche.
Gerade erreicht mich die Meldung, dass sowohl meine Kfz-Versicherung mir
die zuviel bezahlte Praemie zurueck ueberwiesen hat, als auch das
Finanzamt mir einen Scheck ueber die Kfz-Steuern bis 05/2004 hat zukommen
lassen. Dazu kommt noch, dass die 150EUR, die ich wegen einer frueheren
Trennung (in deutlich nicht beiderseitigem Einvernehmen) der Telekom als
Sicherheit ueberweisen musste, wieder auf meinem Konto gelandet sind. Wenn
ich von meinem Mitbewohner noch den Rest Miete bekomme, kann ich mich
schon als richtig wohlhabend bezeichnen. - Ich glaube, ich werde die
naechsten Tage mal _richtig_ CDs shoppen gehn, die ich bisher nur als mp3
rumliegen hatte. Anders kann ich Muse, Goldfinger (Die Hang-Ups kann ich
waermstens empfehlen) und Element of Crime leider keine Kohle zukommen
lassen, die sie dringend verdient haben.
6) ,aber das kann man nur schwerlich als Shoppen bezeichnen, hab ich fuer
einen Kurztrip nach Schwaben mal eine
Mietwagenzentrale bemueht. Fuer nur 94EUR gab es einen Smart mit
1500km inklusive, dazu kommt nochmal (5l auf 100km) Benzin und das war es
schon an Kosten. Unglaublich, dass man bei der Bahn fuer diesen Preis
nicht mal EINE Person nach Stuttgart (geschweige denn in die Naehe von
Rottweil) befoerdern kann. Obwohl der Smart nur 140km/h faehrt, kamen wir
noch einigermassen entspannt und nicht zu spaet an. Irgendwer muss mir mal
ganz dringend erzaehlen, welchen Grund es fuer das Bahnfahren geben
soll.
Schwaben war sehr angenehm. Geiles TShirt-Wetter nochmal im November
(wobei da _bestimmt_ was im Argen liegt, mit dem Klima), Nahrung im
Ueberfluss, Schafe und Ziegen streicheln, gemuetlicher Fernsehabend (hab
ja zu hause keinen, da geniess ich sorgfaeltig ausgewaehltes Zappen) und
trinken gehen mit Leuten, fuer die 23 Uhr schlafen gehen schon spaet ist.
Nach der erfolgreichen Heimkehr mussten wir den Smart heute morgen um 7
Uhr (in Worten: SIEBEN) wieder abgeben. War nicht nett. Und prompt bin
ich, verpennt, wie ich war, aus dem Verleih mit dem Autoschluessel
rausgelatscht, so dass die aufgeregte Dame von hinterm Schalter hinterher
gerannt kam und hoeflich fragte, ob ich denn durch Zufall noch den
Schluessel haette. Danach gings dann gleich wieder schlafen und dann so
um eins rum zum Fruehstuecken. Eigentlich wollte ich mich ja mit besagter
iPod-Dame dazu treffen, aber wegen dringender Angelegenheiten ihrerseits
wurde das nichts und ich seh das Geraet wohl erst Donnerstag.
Ich war dann mit meinem Kumpel Andreas in der mbar. War nicht so lecker.
Und nachdem er mich dann spaeter anrief und fragte, ob mir auch so
speiuebel sei, konnte ich das dumpfe Rumoren in meinen Eingeweiden endlich
zuordnen. Da war wohl was schlecht. Also eher nicht mehr in die mbar.
2003/11/14 - 01:00 - Dinge erledigt
Nachdem ich mir von meiner Arbeit nach 2 Wochen durchgaengig Schaffen mal einen freien Tag rausgehandelt habe, bin ich richtig zu was gekommen.
Ich hab meine Kueche endlich gemuetlich hergerichtet. Dazu bedurfte es nur eines IKEA Regals Marke
Ivar und der Bohrmaschine, die ich irgendwo hin verliehen hatte. Nachdem deren Aufenthalt bei meinem Kumpel Andreas identifiziert wurde und
ich im Baumarkt meines Vertrauens auch noch den richtigen Steinbohrer erstand, hab ich die einmeter-Version von Ivar nach einem Tip von
Frank an die Wand gehangen und bin ausserordentlich gluecklich mit den insgesamt 6 neuen Abstellflaechen. Fotos gibts demnaechst. bei der
Gelegenheit hab ich auch beschlossen, dass Staubsaugen in meinem Flur aussichtslos ist. Ich werd mich mal nach nem neuen Teppich umsehen.
Gestern abend war ich mit meinem Opa lecker griechisch essen. Der hat ne Donauschiffsreise hinter sich. Und natuerlich lang und breit davon
erzaehlt. Hoerte sich zuerst nicht so spannend an. Aber wenn man denn mitbekommt, wo er da ueberall war: Wien, Budapest, Bratislava... denn
wird man schon ein wenig neidisch. Muss man denn unbedingt alt sein, um das mal zu sehn? Ich werd' mir irgendwann mal einen Zug schnappen und
das alles auch angucken. Donau und alte Leute muessen nicht unbedingt sein.
Nachdem ich ja ohne Kfz eines BVG-Daseins friste, habe ich die ersten Fuehler nach einer Uebergangsmobilitaetsbeschaffungsmoeglichkeit ausgestreckt.
Dabei bin ich wieder auf die Option verfallen, die ich zum Anfang meines Studiums gewaehlt hab: Motoroller. Damals habe ich mir von meinem ersten
Uni-Nebenjob eine Schwalbe in der "Zweiten Hand"
geshopt (das war sowas wie ebay, bevor es so richtig internet fuer alle gab, nur ohne Versteigerung und auf Papier). Mit der war ich auch eine
echte Weile gluecklich. Bis ich meine damalige Freundin damit hab fahren lassen. Sie hat den Antriebsmechanismus fachmaennisch irreparabel zerschossen
und einem Simsonbastler eine weitere guenstige Maschine verschafft. Mittlerweile sind meine Ansprueche ein wenig gestiegen. Vor allem, weil jetzt
Winter ist. (Die Reifen der Schwalbe haetten auch grad von einem Bollerwagen abgeschraubt sein koennen.) Und Automatik waaer bestimmt auch nett und
Helm nicht ueberall mit hinschleppen muessen auch.
Das schoene an Motorrollern ist ja, dass sie keine festen Kosten machen. Nagut, einmal jaehrlich ca. 35 EUR. Aber das wars dann auch schon. Benzin
schlucken sie fast auch keins, weil ja eigentlich nur eine Person plus das bisschen Gewicht der Maschine bewegt werden muss. Und im Stadtverkehr ist
man damit deutlich schneller, als mit einem sperrigen Auto. Und neue bekommt man schon ab 1000 EUR. Muss ich mal sparen.
Vor allem, weil neben Teppich und Motorroller noch ein iPod ansteht, den Constanze mir aus
Amerika mitbringen will. Wenn ich das mit der Ueberweisung rechtzeitig hinbekomme. Zudem wartet noch eine Nebenkostenabrechnung und ganz in der Ferne
eine fette Geldbusse auf mich. Mal sehn.
Heute war ich uebringens auch noch essen. In einem Kubaner in der Reinhardtstrasse. Es ist schon eine Weile her, dass ich in einem Lokal getafelt hab,
in dem Berliner Buergerbraeu kredenzt wird. Als mich dann noch auf der Karte "Rindersteak mit
chili con carne und spiegelei" mit noch diversen Zutaten anlaechelte und ein obskures Hefe gereicht wurde, war es der Hunger und die nette Gesellschaft
von Philipp, die mich dort hielt. Sehr schoen auch die Live-Gesaenge zu den karibischen Schnulzentapes, die immer wieder Tekkno-Style Aussetzer haben.
Fuer Goafreund Philipp bestimmt die reinste Freude. Das Chili con Carne war dann zu meiner Ueberraschung ohne Fleisch. Um genau zu sein waren es
schwarze gekochte Bohnen. Dafuer war dann aber auch das Steak nicht zu gross. Waren aber auch draussen keine Sterne dran.
Und jetzt noch schnell die Aufloesung, wieso ich zum letzten Eintrag hier im Blog zu betrunken war: eine groessere Firma, an deren Projekt ich
beteiligt gewesen bin, war mit der Arbeit der Firma, fuer die ich arbeite, scheinbar sehr zufrieden und lud die Projektbeteiligten in ein teureres
Restaurant ein. Da das aufgrund diverser Termine wahrscheinlich erst im naechsten Monat etwas wird, hat nun meine Firma, als Generalprobe, die Geladenen
in ein teures Restaurant gelotst. Dort gab es dann lecker Strauss zu essen und, da grad Cocktail-happy-hour war, auch gehoerig was zu trinken. Der
leckere Rioja fuer nur 36 EUR pro Flasche tat dann sein Uebriges, mich zum letzten Eintrag zu bewegen.
Morgen und uebermorgen hab ich auch frei. Seele baumeln lassen. Ausschlafen. Baden (obwohl, war ich heute schon). Vielleicht spazieren gehen und Ruine
erkunden. - Dabei faellt mir ein: in das alte Chemieinstitut zieht nach erfolgreicher Renovierung die Unibibliothek ein. Wer Paintball spielen moechte,
sollte das schnell tun, oder die Sanierung boykottieren.
2003/11/06 - 18:06 - Buttons
Es ist vollbracht! Nach nur 3 Wochen Suche habe ich es geschafft, einen Knopf fuer meine Lieblingshose zu finden. Der war mir in irgendeiner
tolpatschigen Aktion abgerissen. Nicht, dass ich besonders waehlerisch war. Nein. Es gibt keine Laeden, in denen man mal eben Hosenknoepfe kaufen
kann. Ich hab im Friedrichshain und Prenzelberg so ziemlich alle Laeden abgesucht, (sogar den, wo ich die Hose gekauft habe): 99-Pfennichlaeden,
MrMinit-Schustereien, Supermaerkte, Boutiquen, Dessougeschaefte... Vereinzelt gab es sogar Druckknoepfe oder kleine weisse Bettwaescheknoepfe im
40er-Pack, aber keine Hosenknoepfe. Eine Schande, dass es keine Schneidereien mehr gibt, genauso hat sich die Zahl der Fleischereien, Polstereien,
Tante-Emma-Laeden und all den Geschaeften, die eigentlich in so ein Stadtbild gehoeren sollten, zumindest in diesen "Szenevierteln" radikal reduziert.
Dafuer gibt es die netten zentralen, gemuetlichen Center. In einem solchen habe ich aber, um die Geschichte abzuschliessen, einen kleinen
tuerkischen Familienbetrieb gefunden, der Aenderungsschneiderei und Textilreinigung spielt. Dort hat mir die liebe aufgetakelte Oma einen Knopf
aus ihrer bunten Knoepfetasche geschenkt. Der ist jetzt doppelt fest angenaeht. Aber vielleicht sollte ich mich bei Zeiten nach einem Ersatzknopf
umgucken.
Was mir noch aufgefallen ist, ist dass Zahnaerzte so ein zynisches Spiel mit den Patienten spielen. Andrea hatte eine Operation. Weisheitszaehne,
unschoene Details galore. Dabei hab ich sie, Gentelman, wie ich bin, begleitet. Die lokale Betaeubung ging dann mit nur 25 Minuten warten relativ
schnell. Nur sass sie dann mit der betaeubten Backe nochmal eine geschlagene Stunde rum, bis sie dann endlich unters Messer kam. Und der Grund:
die Aerzte bestellen sich die Patienten im Viertelstundentakt, wohl wissend, dass eine OP im Durchschnitt 30 Minuten dauert und kalkulieren, dass
im Schnitt genug Patienten ihren Termin nicht wahrnehmen. Wenn dem nicht so ist, muessen die Patienten eben warten. Dies waere ja alles vielleicht
nicht ganz so schlimm, wenn ich, der ich durch Zufall kein Kassenpatient bin, nicht immer _sofort_ rankaeme. Meinen letzten Zahnarzt musste ich
auch droppen, weil er nach Blick auf meine Krankenkassenkarte (Privatversicherter) ein Leuchten in den Augen bekam und ganz dringen meine vorher
noch fast komplett heilen Zaehne an drei von vier Backen mit netten Kronen und Bruecken verzieren wollte. Auf jeden Fall bin ich bei ihm auch immer
genau zum bestellten Termin auch behandelt worden. Interessanter Fakt ist auch noch, dass die Zahnaerzte durch die sich akkumulierenden
Zeitverschiebungen von 7 bis 20 Uhr durchgaengig am schneiden sind. Wenn man das weiss, moechte man einen Termin kurz nach der Mittagspause
abgreifen.
Nachdem ich einen erdrueckende hohen Scheck fuer die Schaeden an meinem guten Alten Auto in die Hand gedrueckt bekommen hab (mir aber seinen
Schrottwert morgen selber wieder holen muss) hat sich mein Kontostand in schwindelerregende Hoehen geschaukelt. (Wieviel genau mag ich wegen Finanzamt,
Opa und Mutti nicht sagen.) Morgen kommt ein grosser Lkw und wird die Trennung endgueltig machen. Heute war mein erster Tag komplett ohne Kfz,
weil der Audi auch wieder zurueck zu Europcar musste. Die Beule, die ich _natuerlich_ reingefahren habe, konnte ich nett mit "Ich bin da mit einem
Einkaufswagen reingefahren" erklaeren. Dass mein Mitbewohner, der sich lieberweise beim Abschleppen des kaputten Fahrzeugs hinten zum Lenken
reingesetzt hat, das mit dem Bremsen ohne Bremskraftverstaerker am Anfang noch nicht so ganz raus hatte und deswegen gleich an der ersten Kreuzung in
den Mietwagen gefahren ist, war zum Glueck nicht auf den ersten Blick nachzuvollziehen und wird auch hoffentlich bei der Vermietung nicht sofort
entdeckt. Was ich jetzt genau mit dem Geld und der Fahrzeugsituation mache, ist unklar. Ich bin jetzt erstmal betrunken und warum, erzaehl ich morgen.
2003/10/29 - 03:15 - Geekin'
Fieses Erwachen. Nachdem ich die Nacht laenger arbeiten war und erst um 6 nach hause gekommen bin, haben die Rueckholreflexe nach dem Anruf eines
Kollegen perfekt funktioniert. Ohne eigentlich zu wissen, warum, stand ich nur 23 Minuten spaeter zerknautscht an der Kaffeemaschine, um von Cpunkt
auf den Boden der Realitaet gebimmelt zu werden. Eigentlich stand eine Vorlesung an. In Adlershof. Und keine 10 Minuten spaeter fand ich mich auf
dem Berliner Ring wieder. Teils, weil es tagsueber der schnellste Weg von Fast-pankow nach Fast-gruenau ist, teils, weil ich noch keinen 1,9l
Turbodiesel auf der Autobahn gefahren bin. Nachdem ich 20 Minuten vor mich hingeduest bin und immer noch nicht Marzahn vorbeigerauscht war, wurde
mir langsam bewusst, dass ich den Ring falschrum reingefahren bin.
In meiner kindlichen Freude, dies festgestellt zu haben und einer herrlichen Naivitaet, die Laenge des Rings betreffend, fuhr ich also froehlich
weiter, weil die Richtung (lt. Matheunterricht 4. Klasse) so eigentlich egal ist, auf einem Kreis kommt man zum Ziel. Eine Stunde spaeter hab ich
es dann doch geschafft. Und freute mich nun auf eine
toll nerdige Vorlesung, die mir den IA-64 nahe
bringen sollte. Vorher hatte ich aber noch damit zu kaempfen, das Kfz zu parken. Es sind inzwischen zu viele Erstis mit zuviel Geld von Mami und
Papi am Institut. Zu meiner Zeit.... aber, was beklag ich mich.
Der Prof. war einigermassen fit, aber praesentierte nur Binsenweisheiten, der Uebungsgruppenleiter hatte sich die entscheidenen Folien bei Intel
kopiert und ich hatte nach so 20 Minuten den Ueberblick ueber die Features und Philosphie des Prozessors. Dummerweise hoerte er nach 20 Minuten
nicht auf und es begannen peinliche Detailanalysen, die er mit diebischem Stolz praesentierte. Das gesamte Seminar durfte all die kleinen Feinheiten
kredenzt bekommen, die der sichtlich angetane Doktorant entdeckt (oder verstanden) hat. Eher nicht einladend, wenn Teilnahme an der Uebung
Voraussetzung fuer Schein und Pruefung ist, werde ich es wohl kicken muessen.
Der IA64 hat diverse Features eingebaut, die sich eigentlich ganz spannend anhoeren, wenn man ein Compiler _ist_. Er wurde um typischen, von Compilern
generierten, Sourcecode, respektive statistischen Analysen darueber, designed. Man kann immer nur 3 Instruktionen im Bundle schreiben und wird noch
ziemlich eingeschraenkt darin, welchen Teil des Prozessors pro parallel ausgefuehrtem Bundle die einzelnen Instruktionen nutzen koennen. Da ich den
ARM-Assembler liebgewonnen hab, der sich fast wie BASIC programmiert, kann ich dem IA64 eigentlich nichts abgewinnen.
Nach weiterer fleissiger Arbeit und einigem Wuehlen in meinem Coding-Verzeichnis fiel mir noch dieser lokale Exploit fuer FreeBSD seit 3.0 wieder in die Hand. Ich hatte damals
eine Mail an die Security Officers geschickt, aber keine Antwort erhalten. Und noch heute funktionierte der Exploit. Da haben unsere Helden den
commit in den RELENG3
branch nicht in die 4 uebernommen und den Bug seitdem froehlich mitgeschleppt. Fuer alle, die sich ihr FreeBSD gegen diesen Exploit sichern wollen,
hat der Cryx hier die Patches hingelegt. Zudem hat er noch eine Mail an die Security Officers los
geschickt. So richtig hoffnungsvoll bin ich aber nicht. Zudem kam beim Recherchieren noch einer raus. Auf einem nfs-server bricht der schon Genicke. Bleibt eigentlich
nur noch *sigh*...
2003/10/26 - 02:52 - Altes
Ich merke langsam, wie mein Alter mich einholt. Gestern abend hat Antenne in ihren 2x. Geburtstag hineingefeiert. Ooch nich mehr die Juengste. Aber
_mich_ hat's dahingerafft. Und zwar schon so gegen ein Uhr. Zu der Zeit ging noch vor Kurzem ein Abend erst los. Nunja. Die Woche war auch hart, das
muss ich zu meiner Verteidigung sagen. Aber dass ich dann 16 Stunden geschlafen hab und immer noch knuelle bin, ist kein gutes Zeichen.
Andererseits hab ich auf dem Weg zu dieser Party eine Sonne geschossen, wie ein kleiner Junge. Problem hierbei war aber, dass ich dabei zwei volle
Kaesten Berliner in der Hand hatte, die der Martin netterweise fuer die Party gesponsored hatte. Dank des
heroischen Einsatz' meines Knies, welches ich nach dem Aufschlag noch unter die Kaesten geschoben hab, sind nur 3 Flaschen (und eben ein Knie) kaputt
gegangen. Zum Glueck hab ich gerade ein Mietauto, also reichte es, die dreckigen Kaesten auf der Party abzuduschen. Zum Trost gabs dann lecker
Donauwelle und Apfelkuchen von Martin und n Pflaster
fuers Knie. Den obligatorischen Marienkaefer da drauf hab ich mir dann aber mangels geeigneter Stifte gespart.
Heute abend gabs dann (nach den besagten 16 Stunden Schlaf) altes Kino. Der Directors Cut von Alien
laeuft zur Zeit in einigen Kinos Berlins. Im Cubix wurden wir dann aber mit 15 Minuten Werbung und 20
Minuten zwischen den beiden Werbebloecken ein wenig zu sehr genervt, vor allem, da wir zu Kill Bill im FT Friedrichshain genau keine Werbung zu ertragen hatten. (Dafuer hatte der
Saal, in den der Film wegen der Sneak an diesem Abend verlegt wurde, aber auch eher Wohnzimmeratmosphaere, weshalb Filib den ganzen Abend rumningeln
musste.) Alien ist aber immer wieder ein Hingucker und trotz der deutlichen Unterschiede in der Qualitaet der Bilder grosses Kino.
Grad eben, beim Schreiben dieser Zeilen wuerde der letzte Hauch Sommer mit der "Sommerzeit" weggeblasen. Und mit Erstaunen hoere und lese ich die
Freudebekundungen einiger Mitmenschen, dass eine Stunde mehr Schlaf dabei rausfiele. Als ob sie vergessen haben, dass sie dafuer vor einem halben
Jahr eine halbe Stunde weniger schlafen durften und sich zweimal im Jahr einem "kollektiven Jetlag"
aussetzen. Und nicht nur, dass sich der Handel erbloedet, mittlerweile schon wieder Weihnachtsmaenner und sonstige Fundamentalistendevotionalien
ins Angebot zu nehmen, noe jetzt wird sogar die Zeitumstellung als Vorwand benutzt, einen weiteren langen Samstag zu erfinden. Was Menschen dazu antreibt, sich von
aussergewoehnlichen Oeffnungszeiten zum Geldausgeben animieren zu lassen, ist mir komplett schleierhaft. Hat vielleicht ein wenig was von Pluenderungen,
nachts in rauhen Mengen die Geschaefte zu stuermen. Vielleicht sollte das DRK mal Nachtblutspenden einfuehren.
2003/10/24 - 14:28 - Hoffen auf Netz
Ich muss mich an der Stelle mal als Opalopfer outen. Wem das nichts sagt, dem sei nur
kurz angedeutet, dass da ein grossartiges "wir verkabeln mal den ganzen osten mit glasfaser"-Experiment stattgefunden hat, das Opal genannt wird. Folge
ist, dass DSL, das bisher nur ueber Kupfer funktioniert, nicht in Opalgegenden vergeben werden kann. Und da es bei Mutter T keine Flatrates ohne DSL
mehr gibt und kein anderer Anbieter sich in Opalgegenden die teuren Brueckenkoepfe leisten moechte, muss man sich ueber T-ISDN teures Netz machen.
Bisher war die Strategie der Telekom, die Glasfaser wieder herauszureissen (!?!) und Kupfer neu zu verlegen. Q2 2004 war letzter Stand fuer meine
Wohngegend. Jetzt flatterte mir aber diese Meldung unter die Finger, die mich
darauf wetten laesst, dass genau in _DEM_ Moment, wo sie DSL ueber Glasfaser anbieten, das Kupferkabel bei mir zu hause angeschlossen wird.
2003/10/24 - 11:38 - Unter Schafen
Eben habe ich mich unter die Erstis gemischt. Toll. Lauter kleine, frische Biologie-Studierer. Frisch vom Gymnasium. In ihrer ersten Chemievorlesung.
Nachdem ich das letzte Semester bei den Zweitis den Fehler gemacht habe, mir erst kurz vor dem Praktikum einen Uebungsgruppenpartner auszusuchen und
dann mit der jungen Dame furchtbar auf die Gusche gefallen bin (vielleicht schreib ich darueber noch nen Absatz, Gedicht oder Hass-und-Schreisong),
wollte ich diesmal schon waehrend des Semesters soziale Kontakte knuepfen, um die Leute besser einschaetzen zu koennen. Irgendwie ergibt sich das
aber leider nicht. Diese ganzen Hefterausholer-und-jedes-wort-mitschreiber verursachen mir immer so ein unangenehmes Jucken auf der Milz und die
beiden Frutten, die als einziges gelangweilt da sassen und wohl zum Ende des Semesters durch die Pruefung fallen werden, luden auch nicht besonders
dazu ein, sich _unbedingt_ mit ihnen unterhalten zu wollen. Wenn sich nicht bis zum Ende des Semesters noch irgendjemand von denen besonders hervortut,
werde ich wohl wieder nehmen muessen, was kommt.
Das ehemalige Chemieinstitut (bzw. hier Haus 3161) sieht aber mittlerweile abgefahren aus. Ausser dem
Vorlesungssaal und zwei oder drei kleineren Laboren ist alles leer. Tags ueber kommt man leicht rein und kann hier und da noch ein paar Schaetze
entdecken. Riesige Labore, die inzwischen zum Teil abgerissen sind, verwirrende, zu Paintball einladende, Labyrinthe und kleine verknoecherte
Dortgebliebene, die die restlichen Schaetze bewachen sollen. Ich werde da nochmal mit Kamera vorbei gehen.
2003/10/23 - 20:41 - Hefe und Diesel
Ich bin unter die Audifahrer gegangen. Zumindest fuer eine Woche. Die nette Haftpflicht des VW-Fahrers hat mir nen Leihwagen zur Verfuegung gestellt.
Und da ist ein Audi A4 bei abgefallen. Faehrt sich eigentlich ganz nett, obwohl ich
ihn in regelmaessigen Abstaenden abgewuergt bekommen hab. Aber das wird sich schon noch geben. Der Verdacht des wirtschaftlichen Totalschadens meines
armen alten Autos hat sich nun bestaetigt. Es wird wieder Zeit, eine Grundsatzmeditation ueber generellen Sinn und Unsinn eines Kfz in Berlin zu
halten. Ich fuerchte aber, dass bis zum Ende meines Studiums in Mitte und Adlershof gepaart mit Wohnung in Friedrichshain und einer Beschaeftigung in
Prenzlauer Berg die Entscheidung eher unoekologisch ausfallen wird. Zumindest denke ich ernsthaft ueber einen Diesel nach. Moeglichst sparsam. Soll ja angeblich billiger werden.
Gestern abend wurde ich noch von meinem Kumpel Andreas zum Hefetrinken in die Bar23 eingeladen. War zwar ganz
nett, aber nur aufgrund der Leute, die da sonst noch da waren. Mein Kumpel Andreas hat sich naemlich genau mit allen _Anderen_ unterhalten. Aber das
Hefe war dann trotzdem ganz gut.
2003/10/22 - 23:18 - Rock und Roll
Nachdem der organisatorische Kram erledigt ist, fang ich mal behutsam an, mich mitzuteilen. Wir sollten erst einmal miteinander warm werden und uns
kennenlernen.
Ich bin in letzter Zeit Fan der Combo Muse geworden, die gestern in der Columbiahalle in Berlin gespielt haben. Genauer gesagt bin ich schon Fan, seit mir, noch beim Berliner Abendblatt arbeitend, ein Kollege die
Showbiz angeschleppt hat. (Mir faellt mir beim Link ueberpruefen gerade auf, dass besagte Firma nachts Pornowerbung auf
ihrer Seite schaltet, deswegen will ich kurz klarstellen, dass das Abendblatt eine einigermassen serioese anzeigenfinanzierte Lokalzeitung ist :)
Ich habe das Glueck gehabt, noch zwei Karten fuer das ausverkaufte Konzert zu ergattern. Und da ich Muse noch als sehr kraftvolle und energische
Live-Band in Erinnerung habe, hab ich mich
auch sehr drauf gefreut, bis...
seht selbst
Ein luetter Golf hat an der Ampel nicht so richtig
aufgepasst und mich mit meinem treuen Auto in den vor mir stehenden Jaguar geschoben. Das Resultat war
nicht verheerend, aber laeuft wohl auf einen wirtschaftlichen Totalschaden meines Kfz hinaus.
Sehr schade. Haette ich nicht einmal vergessen, vor einem 1000km-Urlaub auf den Oelstand zu schauen, waere das Auto in 3 Jahren Pannenfrei
geblieben.
Viel schlimmer in dem Moment war aber, dass die Damen und Herren der Berliner Polizei 65 Minuten,
fuenfundsechzig _wertvolle_ Minuten, (in denen das Muse-Konzert anlief) gebraucht haben, um dann mit Kippe im Mund sich sichtlich genervt unseres
kleinen Malheurs anzunehmen. Und ja. Ob des Nieselregens und des oktobertypisch nicht besonders warmen Wetters war das Warten auf der eher
unangenehmen Seite von baeh. So langsam kann ich Teile des Frusts nachvollziehn, die am sich 1. Mai auf unsere
Freunde und Helfer entladen. Klammheimliche Freude kam dann auch auf, als ein verwirrter alter Mann mit Fahrrad die Polizistin dringend
ueberzeugen wollte, dass er aus einem Gefaengnis entlaufen sei und jetzt festgenommen werden muesse. Vielleicht war er einfach nur ob des
"aufreizend gebleichten Haars" der jungen Dame naehebeduerftig, jedenfalls wurde bei einer Ueberpruefung des Bestands besagter Besserungsanstalt
kein Schwund festgestellt und der gut Mann musste wieder gehen.
Dank unseres gut ausgebauten Oeffentlichen Personennahverkehrs und Hetzerei gewohnter Beine erreichten wir das
Konzert noch zur zweiten Haelfte. Der Spielstand war ausgeglichen und ich verbrachte die ersten Minuten auf dem Konzert beim FuerKleineJungsGehn,
das nass-kalte Wetter hat sein bestes geleistet.
Das Konzert war, wie erwartet, fett. Der Bassist ist unglaublich fleissig und kann
unglaubliche Melodien unglaublich schnell darbieten. Die riesige Bassanlage wirkte dann noch hundertmal cooler, als von CD. Beeindruckend. Fast
schade, dass die Jungs inzwischen Mainstream sind :)
2003/10/22 - 23:05 - Metageschwafel
Heute fang ich zum ersten Mal ein Tagebuch an.
Ich bin eigentlich nicht der Typ dafuer.
Ich nehm mir normal eher mehr Zeit fuer das, was ich so zu erzaehlen hab.
Aber dann... ich werde nicht juenger und der extensive Drogenkonsum setzt meinen Erinnerungen zu. Wenn ich also spaeter mal _irgendwas_ meinen
Enkeln erzaehlen will, dann sollte ich es schleunigst niederschreiben.
Vielen Dank an den Filib, ohne den ick nie geglaubt haette, dass auch Geeks bloggen koennen, ohne,
dass es allzu peinlich wird.
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