Weltreisetips

Neulich wurde ich von Freunden gefragt, ob ich ihnen ein paar Reisetips für eine Rucksack-Tour um die Welt geben kann. Eventuell findet ihn ja noch irgendjemand nützlich, wenn er seine Reisepläne auf Plausibilität checken möchte.

Kohle

Auch wenn Ihr ein Jahr lang weg seid, gibt es Verpflichtungen zu hause, die ins Reisebudget schneiden. Es ist wichtig, sich das vorher auszurechnen, um am Ende nicht von überraschenden Geldlecks zur Rückkehr gezwungen zu werden: Miete, Versicherungen (Kranken-, Auto-, Haftpflicht, etc.), Telefonieverträge, Bausparkram. Gern verpeilt werden Betriebskostennachzahlungen, eventuelle Steuerüberraschungen, Kreditkarten- und Kontoführungsgebühren. Macht Euch einen präzisen Plan der unvermeidlichen Ausgaben, wenn Ihr zum Mietesparen Eure Wohnungen/Zimmer untervermietet, vorher checken, ob Untervermietung klargeht und dem Vermieter bescheidgeben. Rechnet das auch für den Ernstfall durch, dass der Untermieter rumspinnt, früher auszieht, etc.

In unterschiedlichen Gegenden der Welt verbrennt man unterschiedlich schnell Kohle. Ich habe in Japan in einer Woche mehr auf den Kopf gehauen, als in Südamerika in zwei Monaten. Man _kann_ “on a shoe string” weltreisen, die einschlägigen Reiseführer sagen einem auch, mit wieviel Kohle man pro Tag Reise rechnen muss und das geht bei US$25 in Ländern wie Bolivien und Vietnam los, wenn man Dorms in den Hostels nimmt. Zum Vergleich: Für Deutschland werden so US$55 angesagt. Das sind so Richtwerte für Unterkunft, Mampf, Party, lokalen Transport und Sightseeing. Damit kann man schon mal grob die Kosten für’s Jahr abschätzen. Unter 10.000 Euro pro Jahr wegzukommen, ist unrealistisch. (Man kann aber unterwegs was dazuverdienen.)

Dazu kommen natürlich Flüge, Fähren und Landtransporte. Geheimtip zum Kontinente wechseln sind Frachtschiffe, auf denen man günstige Überfahrten bekommt, die dauern aber zuweilen. Ansonsten sind Klassiker die round-the-world-Tickets, mit denen man zeitlich recht flexibel Regionen der Welt andüsen kann wie hier http://www.statravel.de/flug-around-the-world-beliebte-routen.htm oder das deutlich weniger zeitlich, dafür aber umso mehr örtlich flexible und zuweilen billigere Schnäppchensuchen bei skyscanner.com/opodo/expedia, um sich die einzelnen Routenteile zusammenzusuchen. Wenn ich dabei eins aus leidvoller Erfahrung empfehlen darf: Wenns irgendwie geht, reist westwärts, Euer Biorhythmus wirds Euch danken. Ich bin damals mit selber Klicken, um die um die Welt verteilten Freunde zu besuchen, mit 1800 Euro ostwärts rumgekommen. Ein wenig Reserve zu haben, um im Notfall einen Flug zur deutschen Botschaft zu organisieren, lässt entspannender reisen. Neben den großen Hops müsst ihr natürlich noch Rumreisen bis zum Weiterfliegen organisieren. In Südamerika ist z. B. Busfahren eine echt gut organisierte, sichere und saubere Option. Ich bin von Lima bis Sao Paolo auf dem Landweg.

Dem Abfluss von Geld kann man mit Jobben entgegenwirken, was jedoch den Urlaubsspaß deutlich schmälert. Klassiker sind 2 Monate Kiwipflücken in Neuseeland (auf die Saison achten), in den Hostels an Bar, Putzfront oder Kasse auszuhelfen und deutschen oder englischen Sprachunterricht zu geben. Wenn Ihr nicht durch Zufall Kfz-Mechaniker seid oder sonst Fähigkeiten habt, die weltweit nützlich sind, solltet Ihr eher nicht damit rechnen, mehr als Hilfsarbeiten zu machen. Zudem gibts ordentlich Konkurrenz, auch aus Gegenden mit deutlich höherer Schmerztoleranz. Reiseführer zu konsultieren hilft ein bisschen.

Für weltweit Kohle Ziehen holt Euch eine Kreditkarte bei der DKB.

Route

Wie oben schon angedeutet, ist Umrunden ne recht schlaue Option, achtet drauf, möglichst ähnliche Regionen nicht direkt hintereinander abzugrasen. Wenn man Neuseelands Sounds gesehen hat, sind die Anden weniger spannend, Mexiko Stadt und Buenos Aires direkt hintereinander ermüdet auch. Am besten ist, Temporawechsel einzubauen, sowas wie Kambodscha => Seoul => Bali => Auckland. Wenn ihr schon wisst, welche Regionen Ihr spannend findet, bucht Euch feste Flüge, wenn Ihr mal reinschnuppern und bei Bedarf doch wieder weiterrocken wollt, die roundtheworld-Tickets.

Hier lohnt ins Detail zu gehen erst nach dem Vorfühlen, was Euch so reizt. Visums- und Impfnachweispflicht bei Einreise checken. Auswärtiges Amt hilft. Pass muss ich sicher nicht extra erwähnen.

Reiseführer

Die gängigen Führer (Lonely Planet, Rough Guide, Let’s Go, Bädicker ;) sprechen ganz unterschiedliche Zielgruppen an. Lest Euch testweise einen für Eure Heimatstadt und einen durch, wo Ihr Euch auskennt, um ein Gefühl für Akkuratesse der Informationen, Lebensgefühl der Autoren und Kompatibilität mit Euren Vorstellungen von Spaß zu bekommen. Ich für meinen Teil benutze die “Geheimtips” im Lonely Planet als Warnliste für Reisen.

Wenn man in eine neue Stadt fährt, ist es praktisch, einen Anlaufpunkt (also ein Hostel) im mittleren Preissegment für eine Nacht zu buchen und von da aus alle anderen zu besuchen und bei Gefallen umzuziehen. Feilschen in Hostels ist meist nicht. Für diese Übersicht ist ein Papier-Reiseführer nützlich. Nach nem Internet-Cafe mit vollem Gepäck und gerädert von der Busfahrt zu suchen, ist unnötig stressig. Im Hostel gibts meist Internet.

Wegwerfnotebook

Mit einem gebrauchten Netbook für <100 Euro kann man sich viel Ärger und Internetcafegebühren sparen. Die Dinger sind inzwischen leicht und dünn und in fast allen Hostels und Cafes gibts Wifi. Damit muss man nicht drauf warten, bis die gelangweilten Wohlstandstouris auf den trojanerverseuchten Büchsen zuende-ge-facebooked haben, man kann Backups der Fotoapparate machen und schnell mal eben welche auf CD brennen und heimschicken und sorglos Onlinebanking machen.

Ansonsten ist Musikabspielgerät unabdingbar. Busreisen ohne Musik auf den Ohren ist öde. Ans Netzteil denken.

Reisegepäck

Mehr als zwei Rucksäcke zu 20kg und max 10kg solltet Ihr nicht mitnehmen. Merinowolleklamotten rocken. Kann man im Wechsel auch mal mit zwei Shirts ne Woche klarkommen. In einigen Regionen der Welt verschwinden auch gern mal Dinge aus Fluggepäck, also nicht die unersetzlichen Lieblingssachen mitnehmen, sondern im Notfall vor Ort shoppen. Auch für Partybekleidung vorausschauend denken ;)

Was Ihr sonst so braucht, hängt von der Art der Reise ab: Wenn Ihr nur von Hostel zu Hostel hopst, findet Ihr in den Küchen alles vor. Wenns ab und zu ein Abenteuer-Campingtrip sein soll, brauchts natürlich Outdoorgeschirr, etc. Man kann in den meisten Unterkünften auch Reisegepäck für längere Zeit parken, also die Stadtklamotten inna Plastetüte in den Gepäckraum, während man Wildnis guckt.

Ansonsten bereitet Euch drauf vor, zu latschen wie noch nie, selbst wenn Ihr sonst gern und viel wandert: Beim Traveln ist man praktisch nur am irgendwo Rumlatschen und Dinge Angucken, wenn man nicht gerade seine Wirbelsäule im Bus ruiniert.

Andere Traveller

Übertriebener Pathos ist unter Rucksacktouris weit verbreitet. Ignoriert am besten alles was mit “You _HAVE_ to see XY” oder “If you haven’t seen XY, you’ve missed it all” anfängt. Die 18jährigen Amitouris sind leicht zu beeindrucken und meist haben sie nur ein paar zufällige positive Erlebnisse an einem Ort mitgenommen, die die Erinnerungen trüben, oder sie lügen gar und geben die Infos aus dem Lonely Planet als eigene Storys aus. Die ruhigen, meist etwas älteren Traveler in der Ecke, die Euch abgewogene Pros und Kontras von den Etappen ihrer Reise(n) aufzählen, sind verlässlichere Tippgeber.

Wirklich gute Tipps gibts natürlich bei den Locals, sich einfach mal angenehm verirren und Leute in was anderem als Englisch anquatschen, wirkt Wunder (… wenn man nicht gerade in den Favelas von Rio spaziert. Aber auch da kanns angenehme Überraschungen geben: Townships in Südafrika sind herzlicher als man so denkt.)

Sport

Wenn mans nicht eh schon tut, ist so eine Reise eine Supergelegenheit, mit dem Schwimmen anzufangen. Kann man praktisch überall machen, der Rücken braucht das echt und braucht kein zusätzliches Gepäck, wie Joggen oder Ballsport.

Frauendinge

Guckt am besten für alle Ziele die Sektionen “Reisen als Frauen” durch. Nicht überall ist als einzelne Frau rumzureisen entspannt. Im Notfall schnappt Euch den am wenigsten aufdringlich aussehenden Hippietraveler mit dem gleichen nächsten Ziel zum Zusammenreisen. Quotenmännchen in der Reisegruppe spart Nerven.

Steueranachronismus

Nachdem mir neulich schon das wundersame Relikt des Kirchgelds über den Wahrnehmungshorizont purzelte, mit dem sich die traurigen Reste des sich dem Laizismus wiedersetzenden Staatskirchentums ihre Pfründe auch von all denen zusammenschmarotzen, die auch nur das Leben mit einem Partner teilen, der seinen Kirchenaustritt nicht mehr belegen kann oder als EU-Bürger in Deutschland in bürokratische Hamsterräder verwickelt wird. Nach der Wende wurde arbeitslos gemeldeten Freunden gar die Kirchensteuer standardmäßig einbehalten mit dem Verweis darauf, dass eine präzise Nachforschung im Einzelfall zu hohen Aufwand bedeuten würde.

Heute nun weist mich die Sparkasse in einem Kundenschreiben auf Folgendes hin

Diese Information ist für Sie nur dann von Bedeutung, wenn sie einer
Religionsgemeinschaft angehören, für die Kirchensteuer abgezogen wird.
Sofern dies der Fall ist, führen wir für Kirchenmitglieder ab 2015 die
Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer automatisch an das Finanzamt ab,
sofern die Kapitalerträge oberhalb eines uns erteilten Freistellungsauf-
trages liegen, spätestens also oberhalb des gesetzlichen Sparerpauschbe-
trages (Ledige: 801 EUR, Zusammenveranlagte: 1602 EUR). Zur Vereinfachung
fragen wir Ihre Religionszugehörigkeit jährlich beim Bundeszentralamt für
Steuern (BZSt) ab.

Möchten Sie nicht, dass das BZSt uns Ihre Religionszugehörigkeit ver-
schlüsselt übermittelt, können Sie der Datenweitergabe bis zum 30.06. eines
Jahres widersprechen (www.formulare-bfinv.de,"Kirchensteuer").

Kann sich diese Sekte nicht einfach mal aus dem Leben Unbescholtener raushalten, solange diese sich nicht explizit bei denen melden? Ich zumindest will mit denen nichts zu tun haben und finde, in ihrer Geschichte haben sie genug Unheil angerichtet und könnten sich gefälligst in ihrer selbstpropagierten Demut üben. Danke.

Write the flogging manual

More than thirteen years ago I set up my personal website. Proudly aligning everything with tables, hand writing HTML with pico vi, using "clever" apache server side includes to inherit styles from parent directories and making everything so artsy bordering unreadability. And while in the beginning writing in HTML seemed fun, in the end it became so tedious, that updating the blog came to a grinding halt (we're all not getting younger).

So in order to be able to publish again, I needed something more seasonable, with a responsive theme and simple enough to last another thirteen years. But my site accumulated so much cruft others depended on, replacing the apache alone with something more modern seemed unfeasible. Yet, my rather static content would best be served as static files by a simple web server – using an insecure scripting language on top of a complex database setup was completely out of the question. I once went through the pain of setting up and maintaining a wordpress site for my dad, there's no need to repeat that agony for something I'd like to use on a daily basis.

But all the projects out there that would allow me to generate a static site from a simple markup language, like blogofile or pelican too narrowly focussed on the use case they were born from – to generate a somewhat dynamic blog, with an optional static about page – this was not how I imagined my content to be assembled together. I wanted something richer, teasers for my blog posts on my front page, lists of all projects and songs, without the need to write my own code to do that. So – I made tomster write some code to accomplish that. However, after writing enough code to scratch his own itches, he left the code for good ;)

scratching MY itch

Enter nikola. After a good soul implemented custom post lists, I finally could describe what I imagined my site should look like in a markup language and not in code (although restructured text is not the simplest markup language). It would support bootstrap and bootswatch out of the box, solving all my skinning needs.

I will not go into much details on how to get a nikola site running, there is an excellent nikola static page primer for that. From there I installed the cosmo bootswatch skin for its free and elegant font Source Sans Pro and its simple yet modern look. nikola bootswatch_theme cosmo and I'm done.

After creating some pages and posts and giving them tags, a simple rst statement in my index.rst would be enough to list all those posts and render them via my custom template (although the default template will suffice for he sake of experiments):

.. post-list::
  :all:
  :tags: project
  :template: list_projects.tmpl
  :id: projects
  :sort: prio
  :reverse:

Note, that the sort parameter was only added in version 7.3.4. In the process of making the pages look good it took some tricks to use the full power of bootstrap. One is to add custom classes to whole sections inline in rst:

.. class:: col-md-6 pull-left

Software projects
=================

The other is to skin the hell out of the default bootswatch theme using my own css themes/erdgeist/assets/css/erdgeist.css and adding it to the bundles file inside the theme.

short comings

However, even nikola is not perfect. It uses a dependency system to figure out what to rebuild when content has changed. It will however not know in which order to render pages, so that includes like the blog post previews may be missing when the front page to show them is rendered. A work around is to set the date (in the meta fields) of any page that aggregates posts with the post-list directive to something very ancient, as the site is rendered in reverse timeline order, so the then newer posts will be there when you need them.

Hello world

Colorizing countries I have visited and can remember :)

This is just to demonstrate my new static blog and web engine nikola

Pygal [Trip] Argentina: 1 [Urlaub] Austria: 1 [Trip] Australia: 1 [Urlaub] Belgium: 1 [Urlaub] Bolivia, Plurinational State of: 1 [Transit] Brazil: 1 [Urlaub] Canada: 1 [Trip] Switzerland: 1 [Transit] China: 1 [Trip] Cuba: 1 [Trip] Czech Republic: 1 [Urlaub] Denmark: 1 [Trip] Estonia: 1 [Urlaub] Egypt: 1 [Trip] Finland: 1 [Urlaub] France: 1 [Urlaub] United Kingdom: 1 [Urlaub] Greece: 1 [Urlaub] Croatia: 1 [Trip] Iceland: 1 [Trip] Italy: 1 [Urlaub] Japan: 1 [Urlaub] Liechtenstein: 1 [Urlaub] Lithuania: 1 [Urlaub] Latvia: 1 [Trip] Morocco: 1 [Trip] Netherlands: 1 [Trip] New Zealand: 1 [Urlaub] Oman: 1 [Urlaub] Peru: 1 [Trip] Poland: 1 [Urlaub] Portugal: 1 [Transit] Russian Federation: 1 [Trip] Rwanda: 1 [Trip] Sweden: 1 [Transit] Slovenia: 1 [Trip] Thailand: 1 [Urlaub] Tunisia: 1 [Urlaub] Turkey: 1 [Urlaub] United States: 1 TripTransitUrlaub

Using libressl

I’ve been committing some code to the ressl project. I’ve found it worth to spend some time on that project that aims to make securing your communication more secure. But still people have some misconceptions about whether they can trust the new library and should make their code depend on libressl.

I have prepared a simple FAQ for them:

  • Q: Should I base new code on the libressl API?
  • A: No.

The reason is as simple as it gets. libressl was designed as a drop-in-replacement for openssl to protect the only asset openssl still has: an API that (even though it’s broken as hell) still is used widely. While they’re doing this, they try to do everything right that can be done right in a 201*-ish project.

Thing is, openssl is not actually there to provide you with secure software, but to implement the “nobody ever has been fired for using openssl”-aspect of your average “crypto”-library. It’s – well it’s there and it has some FIPS certification. But let’s face it: the code is terrible, the “maintainers” haven’t done any maintenance besides reselling their FIPS-asset, the API is terrible, the cipher-defaults are terrible, the interfaces into certificate checking are next to unusable, the core functionally works hard to cloak their badness from any modern bug detection heuristics, covering most of their bugs, and openssl’s maintainers ignore bug reports, because fixing them would break their certification, hurting their business of selling FIPS-consultancy.

Now, the OpenBSD guys were facing a tough challenge: write just another SSL library with a sane API that no one is going to use, or clean up the library that is de-facto standard and hard to rip out of each and every tool that tries to connect to the interwebs securely.

Most users of the openssl library come there, because they stumbled across transport security as an afterthought. Maybe because it’s been another tick on their compliance chart, or because they’ve seen the passwords flowing through their wireshark window – throw some crypto on it, they thought. What they need to realize is, that they actually need three separate libraries in the first place – which openssl conveniently layer-violates into one (and even adds dangerous cruft like kerberos):

a secure and sanely configured certificate exchange-, parser- and checker- library, a library of sane (and BY DEFAULT SECURE) crypto primitives that can apply ciphers on a data stream, a set of standard conforming heuristics that will (re-)negotiate cipher suites based on 1) and the availability of ciphers from 2) openssl fails in every single aspect of this. 99,999 percent of users nowadays do use openssl to secure their socket-based communication on servers or clients talking with each other via TCP. The whole BIO abstraction provided by openssl is wasted on them. The stack-like approach to look at “chains” of certificates falls short on modern setups with several expired and unexpired certs of the same CA in a single key store. You still can – as a MITM – trick most openssl setups into using null ciphers or weak algorithms. Checking CRLs still is a black art done right by no one. openssl still implements each and every memory allocation level bug ever displayed on “software security 101” in your favorite university.

Now I will – judging by the current progress – give ressl a year until they matured enough to acknowledge them having picked all low hanging fruit. Then OpenBSD can proudly (and rightfully) announce that software linked agains libressl on their (and other) platforms is much more secure than before. And after looking into the source code I also understand that fixing it while also inventing a saner API exceeds the OpenBSD team’s capacities. So I urge you to consider what exactly you need secured and what tools provide you exactly what.

If you’re up to implementing secure communication between your app and your server or between your appliances, first check if you really need all the TLS features – like the whole set of X.509 features that openssl gives you (and if so, check back which license of the available TLS implementations could possible also suite your needs) – or if you can just go with a public domain library like NaCl and put a little thought into what cryptographic primitives it gives you and where you need it.

Until then rest assured that securing your application is not just a case of linking in another unreviewed lib.

Self-righteous spam police

For over 15 years I’ve been – together with friends – running elektropost.org, a community mail server that provides free email accounts and mailing lists for friends, family, several NGOs and small companies – so they don’t have to turn to google mail or worse. We pride ourself in being good netizens, providing spam filtering, discarding our double bounces and so on.

Imagine our surprise when we suddenly were served bounces like

Remote host said: 554 5.7.1 Service unavailable; Client host [217.115.13.199] blocked using bl.spamcop.net; Blocked - see http://www.spamcop.net/bl.shtml?217.115.13.199

basically denouncing us as spammers. When investigating the issue, we were informed that

Causes of listing: System has sent mail to SpamCop spam traps in the past week (spam traps are secret, no reports or evidence are provided by SpamCop).

our system has sent an email to a secret mail address guaranteed to only receive spam emails. Any protest is futile, the website http://www.spamcop.net/w3m?action=blcheck&ip=217.115.13.199 told us,

Dispute Listing: If you are the administrator of this system and you are sure this listing is erroneous, you may request that we review the listing. Because everyone wants to dispute their listing, regardless of merit, we reserve the right to ignore meritless disputes.

basically saying: All the bad guys say that they are not the bad guys, so … sure, go on, drop us an note, whining about how bad the world is and we ignore it. Because you are a spammer. And we know because we said so.

At this point I would have just ignored them, after all the internet told me that they even put gmail on their RBL. But it turned out that several larger sites actually use the lists provided by spamcop and the amount of bounces started to hurt our community mail server.

I dug a little deeper and found that the spamcop project actually makes money selling it’s block list to other mailers in need of immediate updateso for US$ 1000: http://www.spamcop.net/fom-serve/cache/340.html and, worse they even sell email accounts for US$30 per year http://www.spamcop.net/ces/pricing.shtml which clearly indicates a conflict of interests. “Unfortunate mis-listing” of other free mail servers now appears as defamation of potential competition. So they better have their facts straight! But – have they? How to find that out, if they never want to present their proof of me being a spammer?

After failing to provide my email address as abuse-contact for our mail server at abuse.net – due to our mail server being on the black list (oh, the irony), I focussed on writing the most brown-nosing post on their feedback system. I explained, that we kept our system tidy for over a decade and would appreciate some assistance in resolving their claim. After a while I received an email, again explaining, that

This IP is listed because it is sending spam to our traps. Traps are addresses on our systems that have never existed and could never subscribe to be on any mailing list. Any mail to them is spam. We will not provide any information that identifies our traps or their locations.

but also providing a sample of the spam they received. And indeed

    Received: from elektropost.org ([217.115.13.199]) helo=elektropost.org
            by <removed>; Tue, 21 Jan 2014 17:xx:xx -0800
    Date: Wed, 22 Jan 2014 08:xx:xx +0700
    Message-ID: <2172___________________3767@gasz.nl>
    From: Online Casino <hqbwrgayueue@gasz.nl>
    To: <x>
    Subject: Ihr Ziel: Profit

this very much looks like spam, originating from our mail server. I also found some traces of that email in my rather sparse mail server logs and was flabbergasted for a moment, how this could have been relayed through the server without anyone authenticating. Fortunately I found a corresponding incoming spam mail to one of our users accounts, I found a mail forward set for this user to the address that obviously now serves as one of spamcops spam traps and from then on it all became clear. That user has set up a dedicated vacation account and forwarded all emails from that account to a satellite mail provider. The user also wrote several blog posts, pointing potential co-travelers to this address. The provider shut down the account a while ago and now decided that since nearly every email to this account looks spam-ish, it would make a perfect spam trap.

Now, even our overeager friends at spamcop have noticed that re-using a once legitimate address is a stupid idea, from http://www.spamcop.net/fom-serve/cache/402.html:

Traps must consist of email addresses which have never been used for legitimate email. They should not be "recycled" user accounts.

However, they never seem to verify, if their contributors actually follow those guidelines. In our case, a simple google search would have warned them.

I just wrapped up all this in an email to the hard-working “deputies” they employ over there at spamcop HQ and hope for a quick de-listing, and maybe – just maybe – for an apology.

In the end all left to conclude is: Do no put the burden of fighting spam on others. My users actually experienced bounced emails, I experienced two days of debugging and fixing other peoples amateurish setup, our project’s reputation was damaged. Spamcop, your secret spam traps are a stupid idea and they hurt the community, in our case possibly driving users away from a privacy-aware project to other freemailer providers that are large enough to have resources to deal with problems like you.

Repositioning

As a developer nowadays using a source code management system is non-optional. I’ve been a happy user of cvs for quite a while now, as it is complex enough for all my use cases and simple enough to allow fixing things with a text editor without breaking other people’s checkouts. I’ve had little reason to change this, as cvs was available everywhere and with ezjail – one of my more important projects – it was even essential providing means to checkout its latest development state on a vanilla FreeBSD installation, where cvs was the only scm system provided.

However, time moves on. The FreeBSD project chose to remove cvs from base system in its next major release 1 and OSX Developer Tools ship without cvs from OSX 10.8 onward. So it was time for me to move on, as well. The choice to migrate FreeBSD development to subversion 2 seemed not such a bad idea back in 2008, but for me svn has always been a world of pain. It adds complexity without providing any benefit and removed the option for simple repository manipulation when things went awry. In 2013 the only sane option – despite a creeping headache considering the license – is git. Its increased complexity pays off by having integrity checks, a well established user base, an almost fanatical devotion to the pope and in the end I can use it as I used cvs.

I set up gitolite 3 with a UMASK of 0022 4 (to save me trouble later with tools like cgit and gitdaemon) and created empty repositories for each project to migrate. After playing around with several tools, I found cvs2git 5 the best option, allowing me to import the cvs repositories onsite with this tiny script:

git clone git@example.org:${project}
mkdir -p dumps/
cvs2git --blobfile=dumps/${project}-git-blob.dat --dumpfile=dumps/${project}-git-dump.dat --username=cvs2git --fallback-encoding=utf8 ${CVSROOT}/${project}
# Use a text editor the fix committer’s emails, etc here in the dumps/${project}-git-dump.dat file
cd ${project}
cat ../dumps/${project}-git-blob.dat ../dumps/${project}-git-dump.dat | git fast-import
git checkout master
git gc --prune=now
git push origin master
cd ..

This scripts needs to be run as a user who can read CVSROOT and has commit rights to the gitolite repositories.

Being the polite hacker that I am, I wanted to avoid breaking other people's checkouts with my migration. I also need to provide backward compatibility to users of FreeBSD installations that still come with cvs only. This means that the pserver URIs need to remain intact. However, the tool I hoped would solve this problem – git-cvsserver 6 – comes with some surprising mapping of cvs modules into git branches. Which basically renders it unusable as a legacy support mechanism. This left me with little choice but keeping the old cvs repositories as write-only copies. I wrote a git commit hook that commits every change 7 to cvs using a dummy checkout in /home/cvs/${project}, after granting the git user commit rights to cvs. This works well, the only drawback is that it makes all commits appear to come from git in the cvs view. But I think this is an acceptable price.

In order to provide an additional update commit hook and not break gitolite’s builtin hook, I needed to add a so-called VREF 8 to the repo config, which looks like this in my conf/gitolite.conf:

repo ezjail opentracker minimunin jaildaemon
    RW+              = id_dsa
    R                = @all
    -   VREF/cvspush = @all

My git repos reside in /usr/local/git/, so I put my commit hook script to /usr/local/git/.gitolite/local/VREF/cvspush and fixed my /usr/local/git/.gitolite.rc to have an entry:

LOCAL_CODE => "$ENV{HOME}/.gitolite/local",

The hook itself is here (don’t forget to set +x permissions. Also if you checkout your cvs repositories somewhere other than /home/cvs, you need to change this, as well):

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11
12
13
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15
#!/bin/sh
#

# ignore changes not for master branch
[ "$1" = "refs/heads/master" ][] || exit 0

# see if we have a legacy CVS repository to commit to
[ -d "/home/cvs/${GL_REPO}/CVS/" ][] || exit 0
export GIT_DIR="${GL_REPO_BASE}/${GL_REPO}.git"
cd "/home/cvs/${GL_REPO}/" || exit 0

# get all the commits leading up to that push
for commit in `git rev-list "$2".."$3"`; do
  git cvsexportcommit -k -u -c -v ${commit}
done

And finally all my project description pages were updated to reflect the new way to checkout the source code, as was the web interface 9. All thats left now is to provide read only svn access to the projects, for all FreeBSD users running 10.

ezjail 3.4 is out

Due to changes in how the FreeBSD port system handles the install target, certain ports fail to install with the error "pkg_create: make_dist: tar command failed with code 256" in Jails installed with the current version of ezjail. ezjail from version 3.4 fixes this. Until then you should execute the command mkdir -p /var/ports/packages as a workaround in all jails you want to install ports in.

ezjail 3.3 is out

ezjail 3.3 is out. Besides several bug fixes, it allows to install ezjails in alternative zpool, copes with auto-configure interface syntax for IP addresses better and properly supports the new distribution server layout. Refer to the Version history for details. On a side note, the project home page was brushed and polished.

FileVault Service-Post

Seit Version 10.7 kommt Mac OSX mit der Möglichkeit daher, WDE – also "whole disc encryption" – für seine Systemplatte anzuschalten. Mit ein wenig Gefrickel kann man auch externe Platten verschlüsseln lassen. In diesem Text soll es aber darum gehen, wie man sein mobiles Gerät möglichst flughafenkontrollfest schützen kann. Apple nennt seine WDE "FileVault 2".

In fast allen bekannten WDE-Szenarien hat man ein Paßwort für seine Festplatte, das nicht das selbe ist, wie das Benutzerpaßwort. Letzteres gibt man nämlich gefühlte tausend Mal am Tag mitten im Desktop und eventuell einmal zu leichtfertig und zu oft ein und legt im Speicher seines – oder im schlimmsten Fall eines anderen – Computers diverse Kopien dieses Paßworts an. Das WDE-Paßwort hingegen benutzt man nur in sehr kontrollierten und nicht so leicht durch Software zu emulierenden Umgebungen: direkt beim Booten und nach dem Aufwachen. Die Macher von FileVault 2 unter OSX haben diese Trennung im Standardfall nicht so vorgesehen – das Festplattenpaßwort wird einmal generiert und mit dem (Haupt-)Benutzerpaßwort verschlüsselt. Im Normalfall muß man nur beim Booten dieses Paßwort eingeben und ist danach direkt eingeloggt. Apple hat aber in FileVault 2 eingebaut, bestimmten Benutzern das Entschlüsseln der Platte zu erlauben, anderen nicht. Dies machen wir uns zunutze, indem wir einen extra-Benutzer anlegen, der einzig für WDE zuständig ist und allen anderen Benutzern das Entschlüsseln versagen.

Am Einfachsten ist dies, wenn die WDE noch nicht angeschaltet ist. Man legt sich einen neuen Benutzer "WDE" oder "crypto" an (dieser braucht keine Admin-Rechte), loggt sich unter diesem Benutzerkonto ein und aktiviert in den Systemeinstellungen => "Sicherheit und Privatsphäre" => FileVault die FileVault-Verschlüsselung für die Systemplatte (hier braucht man kurz Benutzername und Paßwort des Admin-Benutzers). Dabei achtet man darauf, daß einzig der WDE-Benutzer in der Zugriffsliste für FileVault aktiv ist. Den Recovery-Key sollte man sich notieren und nicht mit auf Reisen nehmen. Dabei versteht sich von selbst, daß man den Service von Apple nicht wahrnehmen möchte, diesen Key bei ihnen zu verwahren. Man kann sich jetzt auch gleich wieder ausloggen, die Festplatte wird im Hintergrund komplett weiterverschlüsselt. Wenn es nur einen Benutzer gibt, der entschlüsseln darf, wird man beim Booten genauso nach dessen Paßwort gefragt und auch gleich unter diesem Benutzerkonto eingeloggt. (Hinweis für die Paßwortwahl: Hat man eine deutsche Tastaturbelegung, ist diese zumindest unter 10.7 im WDE-Login-Bildschirm noch nicht aktiviert. Zuweilen muß man seine Umlaute erst suchen.) Nun kann man sich gleich wieder ausloggen, um sich danach mit seinem Standardbenutzer anzumelden.

War FileVault 2 bereits aktiviert und dem Standardnutzer das Entschlüsseln erlaubt, kann man diesem auch nachträglich die Rechte zum Entschlüsseln entziehen. Dazu legt man wie oben einen neuen WDE-Benutzer an, gibt diesem im FileVault-Dialog die Entschlüsselungsrechte und verpaßt dem Standardbenutzer ein leeres Passwort. Das geht im Systemeinstellungs-Dialog für Benutzerkonten nicht, dazu muß man das Terminal bemühen. Dem Kommando "passwd" gibt man sein altes Paßwort mit und drückt danach zweimal Return. (UPDATE: in OSX 10.8 erlaubt passwd nicht mehr, ein leeres Passwort einzustellen. Nun braucht man das Kommando sudo dscl . -passwd /users/USERNAME "".) Da nun FileVault für diesen Standardbenutzer kein Paßwort zum Verschlüsseln des Festplattenpaßworts mehr hat, werden ihm die Rechte zum Entschlüsseln der Platte entzogen. Dies kann man im FileVault-Dialog der Systemeinstellungen überprüfen, ein kleines gelbes Dreieck sollte nun warnen, daß nicht alle Benutzer die Platte entschlüsseln dürfen. Wenn man dies überprüft hat, kann man sein altes Standardbenutzer-Paßwort wieder setzen. Dieser Benutzer ist nun ent-FileVault-et, man sollte dies mit eventuellen anderen Benutzerkonten wiederholen.

Dem aufmerksamen Beobachter wird aufgefallen sein, daß nach dem Zu- und wieder Aufklappen keine Eingabe des WDE-Benutzer-paßworts notwendig ist. Dies bedeutet, daß der Festplattenschlüssel noch ungesichert im Speicher liegen muß. Ist der Computer mit Thunderbolt ausgestattet, oder hat einen FireWire-Port in einem ungesicherten Modus (ab 10.6 ist der FireWire-Bus beim Schlafen standardmäßig aus), kann der Schlüssel (beispielsweise bei einer Kontrolle am Flughafen) über den direkt am RAM anliegenden Thunderbold/FW-Bus ausgelesen werden. Somit ist die Verschlüsselung angreifbar. Um dem Computer beizubringen, beim Zuklappen den beim Booten eingegebenen Festplattenschlüssel aus dem Speicher zu löschen, bedarf es nur dieses Kommandos: sudo pmset -a destroyfvkeyonstandby 1 hibernatemode 25

Nun dauert das Aufklappen bei meinem MacBook Air statt 5 rund 25 Sekunden. Ich habe aber ein deutlich besseres Gefühl dabei, mein ausgeschaltetes Gerät jemand anderem in die Hand zu geben.

Die Beerware-Lizenz

Ich schreibe ja schon seit einer geraumen Weile Software. Vieles von dem, was ich in meinen Anfängertagen schrieb, ist zum Glück vom gnädigen Gott der verrottenden Bits aus der Digitale gewaschen worden. Floppies und Backupschludrian waren hier die Auslesewerkzeuge. Ein Segen, den die Kids von heute übrigens nicht mehr erfahren. Vieles, was gewiß nicht einmal das Licht der Öffentlichkeit erblicken hätte sollen, findet ja inzwischen Produktiveinsatz. Damals, in meiner "guten alten Zeit" hätte der Verlust des Quellcodes aber nicht den Schaden bedeutet, den er heute so anrichtet. In der Szene, in der ich programmierte, lasen wir die Programme ja eh im Disassembly – eigene und die anderer Leute. Es kam dabei vor, daß ich mich über einige besonders umständliche Konstrukte wunderte, die ich in so analysierter Software vorfand, das Konzept von höheren Programmiersprachen und Compilern kam für mich überraschend. Programmierer fanden aber auch händisch Mittel und Wege, das Lesen des Codes mit dem Disassembler trickreich zu erschweren. Es war wichtig, sich auf Parties zusammenzufinden, mit den für Demos programmierten Effekten zu beeindrucken, sich beim Kaltgetränk über die Kniffe und Erfahrungen auzutauschen – und natürlich zu prahlen.

Seitdem hat sich einiges geändert. Die meiste Software, mit der ich lesend und schreibend zu tun habe, ist inzwischen selbstverständlich im Quellcode verfügbar. An bestimmter Software darf man überhaupt nicht mehr entwickeln, ohne die Quellen ebenfalls zu veröffentlichen. Zu manchem Projekt ist heutzutage Lizenzslalom ein signifikanter Anteil am Zeitbudget geworden. Ich finde das nicht gut. Kids sollten lieber ihre Skills im Programmieren verbessern, statt zu Möchtegern-Lizenz-Anwälten zu verkommen. Einige Entwicklungen sind auch auf der Festplatte besser aufgehoben als auf github oder sourceforge.

An die Benutzung meiner Open-Source-Software stelle ich eigentlich nur zwei Bedingungen: Veröffentliche die nicht unter deinem Namen, und wenn du brauchbar findest, was ich schrieb, dann triff dich mit mir zum Schwank auf ein Bierchen. In der Vergangenheit ist dies schon 1987 (laut eines unbestätigten WP-Gerüchts angeblich von einem gewissen John Bristor) als Beerware-Lizenz kodifiziert worden und wird von Poul-Henning Kamp als einem der bekanntesten Vertreter der Autorenzunft bemüht. In der Vergangenheit hat mir diese Lizenz schon einige feucht-fröhliche und vor allem gesprächsreiche Abende beschert.

Während ich mich wahrlich nicht beschweren möchte, Pakete mit Bier in meinem Postfach vorzufinden – zuletzt hat eine Shirtdruckerei die Lizenz "eingelöst", für Nickis mit dem von mir entworfenen und unter der Beerware veröffentlichten Logo des Alternativlos-Podcasts bekam ich drei Fässer Bier zugesendet – sollte der eigentliche Zweck nicht aus den Augen verloren werden. Wer meine Software gebrauchen kann, treibt sich wahrscheinlich auch in der selben Nische herum, wie ich. Sich da auf ein Bier zusammenzusetzen, erfüllt dabei mehrere Zwecke: Ad 1: ich habe den direkten Feedback zu meinen "Kunden". Ad 2: Ich kann einem selbstgesteckten Bildungsauftrag gerecht werden, aus erster Hand von Fehlern und Irrwegen erzählen, die nicht den Weg digitaler Aufzeichnungen finden sollten. Ad 3: Zwei offensichtlich computeraffine werden zu sozialer Interaktion angehalten. Ad 4: Es fließt Bier. In der Lizenz ist nämlich nicht festgehalten, wer das Bier bezahlen soll. Ich möchte mich nun auch nicht von dankbaren Mithackern aushalten lassen. Und so floß dann bisher auch traditionell das Gros des mir eingeschickten oder auf die Bühne transportierten Biers direkt als Freibier zurück in die Community.

In diesem Sinne: Prost.

Weltumsegelung

Unsere Generation hat es ja wirklich gut. Es bleibt noch abzuwarten, wie die Lebenserwartung unserer Nachfahren in Anbetracht des Wandels der Ernährungsgewohnheiten sich weiterentwickelt, ob die Allgemeinbildung in die vergeßliche Cloud outgesourced wird, mit was unsere Enkel bezahlen werden, wenn sich das mit dem Geld als Irrweg herausgestellt hat, ob die religiösen Hetzer des Finanzextremismus, des Lebensanschauungshomogenismus und der bürgerlichen Zwangstransparenzmachung es schaffen, die Kohorten aufeinander loszuhetzen und natürlich, wie lange wir noch auf genügend fermentierte Dinokäkel zurückgreifen können, um unsere privilegierten Gesäße auf transkontinentale Entdeckungsreisen jetten zu lassen.

Und just dies habe ich mir vorgenommen, bevor das Benutzen des Luftraums nur noch wenigen Benzinhortern möglich sein wird: Eine empirische Untersuchung, ob die Erde tatsächlich rund ist. Dazu werde ich darauf achten, mich auch wirklich nur ostwärts zu bewegen und dabei Zwischenstops an den Orten der Welt machen, an denen ich strategisch gute Freunde stationiert habe. Natürlich ist die gesamte Reise komplett uneigennützig! Als ausgewiesener Verehrer und Förderer von Krtek ist es meine Aufgabe, seine geopolitische Bildung voranzutreiben und in Bildern zu dokumentieren. Dazu nehme ich die Strapazen der Reise tapfer in Kauf.

Der erste Reisebericht über die überraschend kühle erste Station meiner Reise folgt.

Der Zensurbegriff

Zwischenfrage: Ede in Singsing bekommt ja seine Briefe immer erst, nachdem Karl-Heinz Redlich einen kurzen Blick dreingeworfen hat, Bedenkliches geschwaerzt und Kassiber komplett kassiert hat. Wie heisst die Taetigkeit, die Kalle dort ausuebt?

Nun stelle man sich mal vor, man saesse gar nicht ein, aber trotzdem gaebe es da einen Kalle, den man fuer jedes bisschen Text, das man lesen oder schreiben wollte, vorher fragen muesste. Der wuerde dann in einem dicken Katalog waelzen, ob das seine Ordnung haette. Und wenn er keine Bedenken haette, duerfte man die Information konsumieren oder niederlegen. Richtig: Auch das ist Zensur.

In letzter Zeit hoeren wir, auch von eigentlich gebildeten Menschen, dass die Web-Sperren keine Zensur seien. So argumentierte Heinrich Wefing in der aktuellen Zeit, dass das "Eine Zensur findet nicht statt" aus dem Grundgesetz ja im Konsens als "eine Vorzensur findet nicht statt" ausgelegt werden muesse. Somit sei das Ausfiltern einmal als unrecht erkannten Materials keine Zensur mehr.

Meines Erachtens nach war dieser Konsens jedoch eine blosse Verneigung vor der Realitaet, dass es bis dato technisch schlicht unmoeglich gewesen ist, auf der Konsumentenseite mit der Zensur anzusetzen. Die Moeglichkeit, Druckwerke in grosser Zahl zu verfielfaeltigen, war einigen grossen Spielern vorbehalten, die im Zweifel zusammengerufen und kontrolliert werden konnten. Man konnte frei publizieren und konnte als Verantwortlicher fuer Druckerzeugnisse, die strafrechtliche Konsequenzen nach sich zogen, belangt werden.

Neu ist, dass nun nicht mehr die Publikation, sondern die Rezeption jedes Werks im Internet ueberwacht und im Zweifel zensiert oder gar sanktioniert werden soll. Im Netz muss man fuer foermlich jedes Informationszipfelchen die Nameserverinfrastruktur bemuehen. Pro geklickter Webseite koennen das schnell mehrere dutzend Anfragen sein. Und genau bei den Nameservern setzt das Gesetz eine Armada von Kalles an seinen individuellen Index Librorum Prohibitorum.

Man kann sich die Tragweite dieser Massnahme in die reale Welt uebertragen kaum vorstellen. In allen Bibliotheken und Buchhandlungen muesste man mit dem Buch, das man gerade kaufen moechte, noch vor der Kasse bei Kalle vorbei und haette mit Sanktionen zu rechnen, hielte man das falsche Buch in der Hand. Doch die Analogie fuer das Netz-Sinnesorgan "Browser" ist hier noch zu duerftig: Allein das Betrachten von Buechern im Schaufenster der Buchhandlung, das kurzfristige Aufflackern eines Plakats an einer Litfasssaeule schon waere eigentlich einer Erlaubnis beduerftig.

Nun ist das Zensurgesetz also um Magnituden monstroeser als alles, was bisher unter dem Begriff "Zensur" durch unsere Kulturgeschichte humpelte. In Ermangelung eines drastischeren Begriffs fuer dieses Ungetuem sei es jedoch erlaubt, vorerst den noch harmloseren Ausdruck zu verwenden.

Papieraequivalente Authentizitaet

Fuer den durchschnittlichen Bildungsbuerger sind memory holes ein Haushaltsbegriff. In digitalen Medien geht das mit dem "schnell was unbehauptet machen" noch schneller. Binsenweisheit, ich weiss. Trotzdem eine kurze Veranschaulichung.

Jedem Computerbesitzer, der schon einmal ein Bildbearbeitungsprogramm geoeffnet hat, sollten Nachrichten der Art, dass Filesharer anhand von Bildschirmausdrucken des p2p-Tools auf dem Rechner von Strafverfolgern – oder schlimmer gar: privater Rechteverwerter – Strafanzeigen kassiert haben, zumindest ein Stirnrunzeln hervorlocken.

Verweise der Art "http://test.com/seite.html abgerufen am 24.12.1978" machen dann Sinn, wenn web.archive.org dort just zu diesem Tag vorbeigekommen ist und von der /robots.txt nicht ausgeladen wurde. So rechte Beweiskraft, eventuell gar im juristischen Sinne, duerfte aber auch web.archive.org nicht geniessen. Das auch, obwohl diese Quelle fuer mich plausibel genug als neutral gilt.

Eine Nachricht im Papier-SPIEGEL kann ich auch Jahre spaeter noch als Quelle oder Beleg in Papierform aus meinem Keller wieder hervorkramen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir in der Druckerei meiner Wahl einen eigenen SPIEGEL gefaelscht habe, ist gering. Zur Not liegt ein Pflichtexemplar aller ernstzunehmenden Publikationen bei der Staatsbibliothek als Referenz.

Anders bei SPIEGEL Online. Einige Autoren sind dafuer beruehmt, dutzende Revisionen eines Artikels in hoher Frequenz zu "updaten". Nachvollziehbar ist ja noch, dass sie – seit sie den Lektor abgeschafft haben – dauernd Rechtschreib- und Grammatikprobleme korrigieren muessen. Wir sehen aber in letzter Zeit den Trend, kommentarlos einst Behauptetes zu entfernen, Ueberschriften abzumildern oder zu verschaerfen. Andere Zeitungen ziehen gar ganze Artikel zurueck. Wenn man Glueck hat, findet man diese noch in seinem Browsercache. Den Beweis zu fuehren, dass dieses elektronische Dokument auch wirklich vom Server der Zeitung geladen wurde, wird dem Leser aber schwerfallen.

Nun ist ja nachzuvollziehen, dass die (Online-)Magazine nicht ALLE Ausgaben umsonst ALLEN zur Zitatspruefung zur Verfuegung zu stellen wollen. Ich will aber dasselbe Mass an Nachvollziehbarkeit und Belegbarkeit von Veroeffentlichungen der sich selbst ernst genug nehmenden Medien! Und zwar im selben Sinne, wie ich das mit den Papierzeitschriften auch konnte. Ich komme deshalb nicht drumherum zu fordern, dass Pruefsummen aller Revisionen an einer oder mehreren unabhaengigen Stellen hinterlegt werden, gegen die ich als Leser und Zitator meine Kopie, aus der ich zitiere, belegen kann.

Hier bieten sich natuerlich zuerst die Bibliotheken an, die Listen von signierten Pruefsummen vorhalten und bei Disput als autoritative Quelle zum Vergleich herhalten koennten. Diese Signaturen muessten alle teilnehmenden Publikationen leisten - und dass fuer jedes Update.

Weiter sollen auch Bibliotheken selbst eigene Signaturen auf einzelne Zitate aus einer spezifischen (dann im Volltext vorgehaltenen) Revision eines Online-Artikels herausgeben. Um journalistische Standards zu unterstuetzen und einer breiten Masse an Schreibern das Zitieren zu ermoeglichen, muss dieser Zitatsdienst natuerlich kostenfrei zur Verfuegung stehen.

Wie genau dies umgesetzt wird, werden viele schlauere Leute als ich gewiss ausbaldowern. Einzig: Das Wohlfuehlgefuel beim Lesen eines Online-Blattes (und dabei schliesse ich "Qualitaetsblogs" explizit mit ein) stellt sich erst ein, wenn nicht yesterdays news im digitalen memory hole verschwinden koennen.

Medienschwemme

Nun bin auch ich darauf reingefallen. Ich wollte es ja erst nicht wahrhaben und habe mich insgeheim bei anderen darueber aufgeregt. Oder zumindest lustig gemacht. Wenn die Eintraege in den Blogs immer kuerzer werden, oder ganz in die Mikroblogging-Welt verschwinden. Wenn die Beitraege fuer Printmedien immer spaerlicher werden, weil man ja nicht wisse, worueber man denn schreiben solle, aber gleichzeitig den kastrierte-Web-SMS-Service mit einer Publikation verwechselt.

Es ist ja auch wirklich einlullend. Je mehr Accounts ich mir in dieser Netzwelt eingerichtet hatte, desto mehr schrien all diese Medien nach meiner Aufmerksamkeit und meinem Input. Damit sich auch keiner zu kurz gekommen fuehlt, der extra mein "Freund" geworden ist, um den Beitraegen in einem dieser Medien zu folgen, verknuepfte ich all diese Medien automatisiert. Dazu musste ich mich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Fuer elend geringe Werte von kleinst.

Aus diesem Grunde aggregiert meine Suppe deswegen seit geraumer Zeit nur noch meine Twitternachrichten. Diesem Feed, den ich eigentlich nur zum Saufeinladungen verschicken und anzuegliche Herrenwitzchen machen eingerichtet hatte, folgen inzwischen ueber 270 Leute, von denen ich die wenigsten kenne. Was habe ich mir auch dabei gedacht, diese ganzen Mikro-Bloggingservices auszuprobieren, die fuer Leute sind, denen Bloggen mit vi zu anstrengend ist? Die Schwelle ist gering. Dass die Schwelle gering ist, ist aber nicht per se etwas Gutes. Ich kann von unterwegs mit meinem Phone bloggen. Prima. Fuer eine re:publica-wuerdige Definition von "Bloggen".

Was nun das Schlimme ist: die Zeit, die ich den ganzen hippen "jetzt wirklich wirklich"-Diensten hinterhernerde, geht mir von der Zeit ab, die ich mir frueher fuers Texteschreiben genommen habe. Oder anders: 50 Tweets machen nur von der Zeichenzahl her einen Blogpost und sind genauso nahrhaft wie Gratisbonbons beim Gebrauchtwagenhaendler.

Konsequenz: Twitter ist lokal. Suppe gibt's nur noch per /everyone. Eigenblog rockt!

Datenmessie

Es gibt so Tage, da liebe ich mein Heimatland einfach. Die ganzen vermufften spiessigen Strukturen, das braesige Bildungsbuergertum und ihre Ordnungsliebe.

Heute war so ein Tag. Nach der Investition von nur 41EUR habe ich nun meine Sammlung komplett. 12 Jahre digitale Fernmeldegeschichte nur eine handbreit entfernt und niemand kann mich mehr aufhalten. Aber der Reihe nach.

Wie schon in Die Datenschleuder #77 (Seite 26) und Die Datenschleuder #86 (Seite 63) angedeutet, habe ich eine – nennen wir es – Sammelleidenschaft fuer elektronisch erfasste Telefon-Teilnehmerverzeichnisse. Gut, man kann argumentieren, dass sich die wirklich spannenden Leute eh nicht dort eintragen lassen, dass die automatisierte Auswertung datenschutzrechtliche Fragen beruehrt, dass dort bewusst falsche Datensaetze eingetragen wurden, um Kopien von Konkurrenten zu entdecken.

Man kann aber nicht leugnen, dass sich aus den Informationen zumindest spannende Trends ableiten lassen. Dass sich diese Trends wieder auf den Einzelnen anwenden lassen und so ein buntes, bewegtes Bild Deutschlands gewinnen laesst.

Vor ungefaehr einem Jahr wurde mir klar, dass man mit den wenigen Momentaufnahmen, die ich aus sportlichen Gruenden aus dem Telefonbuch gewonnen habe, keinen langfristigen Blumentopf gewinnen kann. Und wenn ich eh immer die neueste Version der Daten brauche, dann koennte ich gleich ein Archiv anlegen.

Mein erster Gedanke war natuerlich eBay, die Ausbeute dort jedoch nicht sehr ergiebig. Bevor ich in einem hellen Moment mal google ausprobierte und mit der Nase auf amazon gestossen wurde, ging die Akquise nur sehr schleppend voran, da auch keiner meiner bekannten Nerds (sonstige Freunde sowieso nicht) so alte CDs/DVDs in ihren Grabbelkisten finden konnte oder wollte, so sie meine Nachfragen ueberhaupt fuer voll genommen hatten.

Haendler, die noch auf Restposten der diversen Jahrgaenge sassen, freuten sich natuerlich die Platze, fuer den Plastemuell noch den einen oder anderen Euro (in Einzelfaellen gar den unverschaemten Neupreis) zu verdienen, um ihre Lagerflaechen zu entlasten. Bei der Herbstausgabe 1998 war aber auch hier die Antiquitaetsgrenze erreicht, auch, wenn lustigerweise immer noch einzelne Haendler Fruehjahr '98 im Inventar listen, um mir dann bei Bestellung aus "Fehlinventarisierungsgruenden" abzuspringen oder – aus Vorfreude aufs Paket-Sicht noch schlimmer – einfach die aktuell verfuegbare Nachfolger-CD zu schicken.

Die Recherche erbrachte interessanterweise noch andere Interessenten an den Scheiben, naemlich Hobby-Ahnenforscher. Und dort fand ich dann endlich den Schluessel fuer die noch fehlenden Telefonbuecher: Bibliotheken. Auch, wenn natuerlich keine der oeffentlichen Bibliotheken antike Telefonbuch-CDs rumliegen hat, kann man sich ueber das Konzept der Fernleihe alle deutschlandweit verfuegbaren Exemplare zukommen lassen. Und nachdem ich auch noch in das Erlernen des Unterschieds zwischen Staats- und oeffentlichen Bibliotheken 25 Euro investieren durfte, befinden sich nunmehr alle Silberscheiben auf dem direkten Wege zu mir.

Ein Hurra auf ein Land, das Literatur nicht einfach verbrennt oder irgendwo vergammeln laesst, sondern fein saeuberlich aufbewahrt. Und ein verstaendnisloses Dreinstieren, wenn man den Fakt bedenkt, dass nun vier fragile Plastedatentraeger mit ein paar Megabyte historischer Informationen durch Deutschland gekarrt werden, wo es doch nun sogar fuer elektronische Medien eine digitale Ausleihe gibt.

Zugegeben, der Umstand, dass man dort die elektronischen Werke "ausleihen" und "zurueckgeben" muss und dass jeweils nur ein "Exemplar" "ausgeliehen" werden kann, macht einen nachdenken. Fuer meinen Fall spielt das aber leider keine Rolle.

Fuer meine werte Leserschaft nun noch die – in Saisonhinsicht relativ vollstaendige – Liste der bei mir verfuegbaren Ausgaben. Aufgefuehrt, damit Hacker mit aehnlichem Hobby auf der google-Suche vielleicht hier vorbeikommen und sich die Recherchearbeit sparen. Auch eventuelle Sachspender koennen hier ueberpruefen, ob ihre zuhause verstaubende CD noch nutzbringend Anwendung finden kann. Ueber die 4 CDs von 1996 bis Fruehjahr 1998 wuerde ich mich natuerlich immernoch freuen, da ein kurzfristiger Blick auf die Bibliotheksversion lange nicht so spannend ist, wie der Besitz des Originals. Ansonsten sind die "Map&Route"-Versionen der Telefonbuecher immer gerne genommen, weil auf denen Geokoordinaten Hausnummern- statt Strassen-genau mitgeliefert werden.

In der Tabelle steht links D2 fuer DVD, Stand Februar und C9 fuer CD, Stand September des jeweiligen Jahres. I bedeutet, dass ich ein ISO oder einen Dump des Datenverzeichnisses habe, Minus heißt, daß ich die CD nicht habe. Kommata im Namen wurden an Zeilenumbruechen auf dem CD/DVD-Cover eingefuegt, Punkte verbatim kopiert und bei "DasTelefonbuch" habe ich kein Space vergessen, das heisst seit Herbst 2003 wirklich so.

Vor Ort, M&R Vor Ort, ohne M&R Nur Image Fehlt Redundant
I4/5/6 Teleauskunft 1188 Telefon-Teilnehmer Gesamtausgabe
Deutsche Postreklame, (Dataware) 1992
?
I10 Teleauskunft 1188 Telefon-Teilnehmer, Oktober 1995 ?
I1 Telefon-Teilnehmer Gesamtausgabe, Januar 1996 3-931424-01-4
I2 Telefonbuch für Deutschland, Version 1.0 [1996] 3-931424-09-X
I2 Telefonbuch für Deutschland, Frühjahr 1997 3-931424-37-5
C8 Telefonbuch für Deutschland, Herbst 1997 3-931424-45-6
I1 Telefonbuch für Deutschland, Frühjahr 1998 3-931424-50-2
C8 Telefonbuch für Deutschland, Herbst 1998 3-931424-60-2
C8 Telefonbuch für Deutschland Map & Route, Herbst 1998 3-931424-65-0
C1 Telefonbuch für Deutschland, Frühjahr1999 3-931424-67-7
C9 Das Telefonbuch. Für Deutschland, Herbst 1999 3-931424-74-X
C2 Das Telefonbuch. Für Deutschland, Frühjahr 2000 3-931424-80-4
C8 Das Telefonbuch. Für Deutschland, Herbst 2000 3-931424-89-8
C2 Das Telefonbuch. Für Deutschland, Frühjahr 2001 3-931424-98-7
C5 Das Telefonbuch. Für Deutschland, Sommer 2001 ?
C8 Das Telefonbuch. Für Deutschland, Herbst 2001 3-934073-04-2
C8 Das Telefonbuch. Map&Route. Für Deutschland, Herbst 2001 3-934073-05-0
I11 Das Telefonbuch. Für Deutschland, Winter 2001 ?
C2 Das Telefonbuch. Für Deutschland, Frühjahr 2002 3-934073-14-X
D8 Das Telefonbuch und Gelbe Seiten. Map&Route. Herbst 2002 3-934073-26-3
D2 Das Telefonbuch und Gelbe Seiten. Map&Route. Frühjahr 2003 3-934073-30-1
C8 DasTelefonbuch, Deutschland, Herbst 2003 3-934073-36-0
C2 DasTelefonbuch, Map&Route, Frühjahr 2004 3-934073-44-1
C8 DasTelefonbuch, Map&Route, Herbst 2004 3-934073-52-2
C2 DasTelefonbuch, Map&Route, Frühjahr 2005 3-934073-61-1
D2 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr 2005 3-934073-64-6
C8 DasTelefonbuch, Deutschland, Herbst 2005 3-934073-68-9
C8 DasTelefonbuch, Map&Route, Herbst 2005 3-934073-69-7
C2 DasTelefonbuch, Deutschland, Frühjahr 2006 3-934073-75-1
D2 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr 2006 3-934073-79-4
C8 DasTelefonbuch, Deutschland, Herbst 2006 3-938913-01-0
C2 DasTelefonbuch, Deutschland, Frühjahr 2007 3-938913-08-6
D2 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr 2007 3-938913-10-9
D8 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Herbst 2007 3-938913-18-5
D2 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr 2008 3-938913-23-9
C8 DasTelefonbuch, Deutschland, Alles in einem, Herbst 2008 3-938913-27-7
D8 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Herbst 2008 3-938913-29-1
D2 DasTelefonbuch, GelbeSeiten, Map&Route, Frühjahr 2009 3-938913-37-6
D8 DasTelefonbuch, GelbeSeiten, Map&Route, Herbst 2009 3-938913-43-7
I2 DasTelefonbuch, GelbeSeiten, Map&Route, Frühjahr 2010 3-938913-47-9
C9 DasTelefonbuch, Deutschland, Alles in einem, Herbst/Winter 2010/11 3-938913-50-5
D9 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Herbst/Winter 2010/11 3-938913-51-2
D3 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr/Sommer 2011 3-938913-61-1
D9 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Herbst/Winter 2011/12 3-938913-68-0
D3 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr/Sommer 2012 3-938913-71-0
D9 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Herbst/Winter 2012/13 3-938913-77-2
D3 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Frühjahr/Sommer 2013 3-938913-83-3
D9 DasTelefonbuch, Gelbe Seiten, Map&Route, Herbst/Winter 2013/14 3-938913-89-5

Wahle beobachte

Ich bin einer von denen. Einer von diesen Stressern, die herumfahren und dabei zugucken, wie andere Leute Wahlen abhalten. Wahlen mit Wahlcomputern, um genau zu sein. Und sich das dann alles aufschreiben und stumm nicken oder murmeln oder mit dem Kopf schuetteln.

Ich bin aber auch einer von denen, die dann im Namen des CCC an Pressemitteilungen schreiben und garstige Dinge ueber unsere Demokratie sagen. Und ueber die Wahlhelfer und die Ablaeufe und die Firmen, die versuchen, an der Wahl Geld zu verdienen.

Zwischen diesen Persoenlichkeiten klafft eine Luecke. Wenn ich da draussen in fremden Doerfern im Rathaus stehe, oder vor Politikern, mit denen ich eigentlich nichts zu tun habe, dann faellt mir die Artikulation ploetzlich schwer. Dann stehe ich naemlich genau den Leuten gegenueber, die ich doch eigentlich meine.

In dieser Konfrontation muss ich dann zu hoeflichen Floskeln greifen. Da stehe ich im Wahllokal vor den Wahlleitern. Dann muss ich Dinge sagen wie "natuerlich denke ich nicht, dass hier bei den Wahlen betrogen wird". Und das, wo ich doch eigentlich Dinge meine wie "Sie sind doch verdammt nochmal Beamter und haben einen Eid auf dieses Land geschworen und sollten sich darueber freuen, dass dieses Land Sie sicher und solide bezahlt und es sollte ihnen die zwei Stunden extra Auszaehlen wert sein."

Und dann stehe ich vor den Lokalpolitikern. Und da muss ich auch Dinge sagen wie "natuerlich denke ich nicht, dass hier bei den Wahlen betrogen wird". Und das, wo ich doch eigentlich Dinge meine wie "Woher zum Geier soll ich wissen, dass Sie nicht betruegen. Ich kenne sie doch gar nicht. Und ich kenne auch keinen der Wahlvorstaende hier. Und Sie sind verdammt nochmal in der gluecklichen Lage, das Vertrauen Ihrer Waehler zu geniessen und die Verantwortung, die diese an Sie delegiert haben. Und Sie sollten diese Legitimation ueber jeden Zweifel erhaben auch in der Wahl gewonnen haben."

Und dann sitze ich vor den Firmen, die den Gemeinden Wahlcomputer aller Coleur verkaufen wollen. Und dann sage so Dinge wie "Natuerlich denke ich nicht, dass ihre Wahlcomputer bei den Wahlen betruegen, aber..." Und das, wo ich doch eigentlich Dinge meine wie "Ihr wollt verdammt nochmal mit eurer Dilettantenhard- und software an der Demokratie verdienen. Und ihr werdet damit den Boesen Werkzeuge in die Hand geben, Wahlen zu ihrem Gunsten manipulieren zu koennen. Deswegen ist es eure Aufgabe, eine Transparenz herzustellen, die alle – und auch wirklich Alle – davon ueberzeugt, dass die Wahl demokratisch kein Rueckschritt ist."

Und es ist – nicht! nein! – nicht so, dass ich mich darauf zurueckziehen moechte, Dinge zu sagen wie "Aber was, wenn spaeter einmal jemand kommt, der das mit der Demokratie nicht so genau nimmt." Weder den Wahlhelfern, noch den Politikern, noch den Firmen. Weil es so ist, DASS sie es mit der Demokratie nicht so genau nehmen, wenn sie in einer stillschweigenden Bequemlichkeitskonspiration Zeit gegen Geld eintauschen, das nicht ihr eigenes ist. Weil ich nicht den geringsten Grund habe, diesen Leuten dort heute mehr zu vertrauen, als potentiellen nachfolgenden Generationen von korrupten Politikern, Beamten oder Firmen. Weil die Zeitung schon heute voll ist mit Berichten ueber korrupte Politiker, Beamte und Firmen.

Und dann sollte mich der gemuetliche Strickpulli und der Schnauzbart und die korrekte Brille meines Gegenuebers nicht davon abhalten, meine grundsaetzliche Distanz beizubehalten. Und meine Bescheidenheit sollte mich auch nicht davon abhalten, von den Damen und Herren die Mehrarbeit einzufordern, die eine wehrhafte Demokratie nun eben kostet und die im Kleinen anfaengt. Die dort beginnt, wo man der vielbeschworenen Verdrossenheit ein Zeichen entgegensetzt. Dass man es naemlich doch noch genau nimmt mit den Wahlen.

Und ich sollte meinen dicksten Pullover anziehen und Euch das auch mal ins Gesicht sagen. Werd' ich aber nicht machen. Aber ich werde mich natuerlich wieder als Wahlhelfer melden.

Ausgeknipst

Eine der beeindruckendsten Erfahrungen in diesem Jahr war, den Sternenhimmel zu sehen. Und das nicht in der homoeopatischen Darreichungsform, die der Mitteleuropaer gewohnt ist. Nein, im direkten Kontrast zum Milchsuppenhimmel in Tokyo, an dem man mit viel Muehe den Polarstern ausmachen kann, habe ich kaum 72h spaeter mit dem Ruecken auf einer eher abgelegenen Strasse in einem abgelgenen Gebiet Nordaustraliens eine Ahnung davon erhalten, wie unsere Vorfahren wohl den Himmel erlebt haben.

Der Anblick ist schwer zu beschreiben, man wird foermlich ueberwaeltigt von tausenden und abertausenden funkelnder Punkte, und ueberall, wo man meinte, dunkle Bereiche zu entdecken, werden sie beim genaueren Hinschauen mit noch mehr Sternen gefuellt. Waehrend der zwei Wochen Fahrt durch Australien habe ich diesen Himmel liebgewonnen.

In Europa sieht es – wie eingangs erwaehnt – am Himmel ziemlich truebe aus. Durch Streuung in der Luft und partielle Reflexion in den hoeheren Schichten der Atmosphaere trifft man in Mitteleuropa nirgends mehr auf Orte mit aussergewoehnlich dunklem Himmel.

Waehrend Slovenien in einem Gesetz aus dem Sommer dieses Jahres versucht, der Lichtverschmutzung Einhalt zu gebieten, fallen andere europaeische Staaten wie Belgien mit den nachts grell beleuchteten Autobahnen besonders stark auf Satellitenbildern auf.

Daneben gibt es noch hunderte andere Quellen der Lichtverschmutzung, von schlecht gerichteter Strassenbeleuchtung ueber Reklametafeln, Diskoleuchtfingern, Flutlichtanlangen bis zum Strassenverkehr. Das Abblendlicht eines einzigen vorbeifahrenden Autos hat in der australischen Steppe auf der Stelle 75% der Sterne verschwinden lassen.

Nun gibt es am Samstag abend um 2ooo Uhr in Deutschland eine umstrittene Aktion, fuer fuenf Minuten alle Lichter auszuschalten, die auf Energieverschwendung hinweisen soll. Ist mir eigentlich egal, nur – wenn sich alle daran hielten – bestuende die entfernte Moeglichkeit, auch in Berlin mal wieder die Milchstrasse zu sehen.

Bekannte Gastgeber

Ein Eintrag aus der "note to self"-Rubrik. Heute: wie man trotz der bescheuerten openssh-Tools den Fingerprint eines Hosts aus der ~/.ssh/known_hosts extrahiert. Geht in einer Zeile. <small>PK=mktemp /tmp/XXXXXXXX; ssh-keygen -F HOST_TO_FINGERPRINT > ${PK}; ssh-keygen -f ${PK} -l; rm ${PK}</small>.

Pauker

Ich hatte einen coolen Mathelehrer. Wirklich. Beim Wuehlen in meinen alten Gitarrennoten habe ich eine von ihm handschriftlich geschriebene Antwort auf einen schrecklich naiv-polemischen Beitrag meinerseits in der vor 13 Jahren gedruckten Schuelerzeitschrift gefunden.

Das erste mal hatte ich in der achten oder neunten Klasse bei ihm Unterricht. Er sass im Schneidersitz mit einem Hüsker Dü-Shirt, ner zerrissenen Jeans und Chucks auf einer der vorderen Schulbaenke, wartete, bis alle Schueler im Raum waren uns machte sich einen Spass daraus zu beobachten, wie wir alle darauf warteten, wo denn der Lehrer blieb. Gleich nach dem Klingeln sprang er dann vom Tisch und begann mit dem Unterricht

Nunja, ihm hatte ich zu verdanken, dass ich mir schon im zarten Abiturientenalter Robert Michels Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie und die richtige Musik reinzog und spaeter selber zur Stromgitarre griff. Natuerlich hat er auch auf eine ziemlich stilsichere Art Mathematik heruebergebracht und mich sicher trotz meiner Faulheit durch das Abitur bugsiert.

Als ich nun mal hinter ihm her recherchiert habe, stellte sich raus, dass er an der Schule die eine AG Schulband angeleiert hat, eine Kryptographie-AG betreut und noch immer im Kapuzi herumlaeuft. Schoen, dass der Schulbetrieb noch immer so starke Persoenlichkeiten zu bieten hat! Mal auf einem Ehemaligentreffen zu treffen versuchen.